Jubiläumsjahr: 40.Geburtstag/ 20 Jahre Triathlon/ 10ter IRONMAN

der doppelte Sven in Nizza

..und dazu suchte ich (Sven) mir den Ironman France in Nizza aus.  

Nach Hawaii '11 machte ich eine kleine Pause und versuchte das Triathlon-Jahr '12 von der lockeren Seite anzugehen und steckte mir keine Ziele. Trainiert habe ich ins Blaue ohne irgendwelche Pläne zu verfolgen. Im Sommer '12 meldete ich mich gleich für Nizza an und hatte ein ganzes Jahr, mich auf das Rennen zu freuen.  

der doppelte Sven in Nizza

..meine zwanzigste Triathlon-Saison begann Anfang November '12 und wurde abrupt beendet. Beim Urlaubsaufenthalt in Südafrika brach ich mir, beim Versuch des Kitens, fünf Rippen und zog mir eine Beckenprellung zu. Nach 4 Tagen Intensivstation war erstmal alles genullt. Doch was soll ich sagen, nach 10 Tagen Ruhe mit Atemgymnastik und Spaziergängen konnte ich nach hause fliegen. Im Anschluss ging ich sofort wieder in die Praxis arbeiten und vier Wochen später machte ich meinen ersten Laufversuch. Aber das war dann doch zu früh – Schmerzen. Also hab ich dann noch bis zum Neujahr inne gehalten. Neuer Versuch – 01.01.13 und siehe da, es ging. Schritt für Schritt ging es voran.

Sven nach 3,86 Km Schwimmen - laufend zur Wechselzone

..die Trainingspläne von meinem Trainer Manne Pflug, zwei Trainingslager auf Malle und Lanzarote, brachten mich wieder in die Spur. Dazu baute mir das Bikeland262 ein neues Rad für Nizza auf und der Laufsportladen stand wie die vergangenen Jahre, auch dieses Jahr hinter mir.

Sven läuft zum Radstart - es warten 180 Km Rad!

..Formtest beim 10 km Citylauf in 38:40 min, Oberelbemarathon, wo ich den Halbmarathon knapp unter 1:23 h lief und dem Moritzburger Schlosstriathlon, wo ich mit dem Chef (Bozi), bei den Mitteldistanz-Staffeln startete.

Sven macht ne gute Figur auf dem Rad ...

Ich schwamm und radelte. Auf dem Rad hatte ich durch Lanza richtig Druck und konnte meine Streckenbestzeit ganze 6 min unterbieten. Was mich völlig überraschte, man wird ja nicht jünger und einen 39iger Schnitt über 94 km… na ja …fein gemacht.

Sven allein unter Palmen

Daraufhin habe ich in Nizza eingecheckt. Dort habe ich mich in Ruhe auf das Rennen vorbereitet und am 23.6. fiel der Startschuss. Da ich mich im Vorfeld schon mit Sportlern über das Rennen unterhalten hatte, wußte ich, wie schwer und gefährlich es wird. Trotz der Leistung in Moritzburg hielt ich mich mit meinen Zielen zurück. 10:30 h und ein Ironman-Erlebnis sollten es werden. Die Hawaiiquali stand dieses Jahr nicht auf meiner Liste, war aber trotzdem im Hinterköpfchen, wie bei jedem Rennen. Unter Druck geriet ich nach der Rennprognose vom Trainer. Klare Ansage von ihm, knapp unter 10 h, sonnst brauch ich gar nicht nach hause kommen.

Auch Svenni muss mal aus dem Sattel :-)

..23.6. – 4.30 Uhr klingelt der Wecker. Erstmal ging es zum wach werden unter die kalte Dusche zu. Leichtes Frühstück mit Brot und Bananen – ich war vom Vorabend aber noch voll. Die Aufregung hielt sich in Grenzen. 6:15 Uhr war ich an die Startlinie, setzte mich auf den Kiesstrand und ging nochmal in mich, atmete mehrfach tief durch und mein Blick war starr aufs Wasser gerichtet. Ich stand mit an vorderster Front und los ging´s.

Sven zu Beginn des Marathons - man beachte die Brille!

..5 m vom Strand direkt in die Welle und schon saß die Schwimmbrille mitten im Gesicht, schräg über dem Mund… na Klasse. Kraulen, kraulen nochmals kraulen und die Brille hinderte mich beim Atmen. Aber irgendwie war keiner schneller als ich und ich wagte einen Blick nach hinten. Schnell auf den Rücken, Brille hoch, wieder auf den Bauch und weiter kraulen, kraulen, kraulen – Wahnsinn, keine Schläge und Platz. Relativ schnell hing ich an einer Gruppe dran und schwamm im Schatten entspannt mit. So gingen die 3,8km fast mühelos in 58 min vorüber. An Land ging es durch die endlos scheinende Wechselzone, ganze 5 min hat's gedauert, auf´s Rad geschwungen und ab ging es Richtung Berge. Nach 18 km war dann der erste Anstieg da und bis dahin fühlte ich mich super, denn ich hatte Druck. Dann galt es erstmal 400 Höhenmeter abzuspulen. Irgendwie gelang es mir nicht den Druck aus dem Flachen in eine passende Trittfrequenz am Berg zu wechseln. So mühte ich mich den Anstieg hoch und wurde schon überrollt…von mehreren Athleten. Anstieg geschafft und erstmal Erholung bei der Abfahrt. Immer schön locker bleiben und nicht beeindrucken lassen, 180 km sind lang. Nach 50 km ging es in den zweiten Anstieg mit knapp 1000hm auf 20 km Länge. Der zog sich dann auch elende lange hin und ich fand auch da keinen richtigen Rhythmus. Weiterhin überrollte mich das Feld. Fast alle hatten Kompaktkurbeln (50/36) an ihren Rädern, ich fuhr Standard (53/39) und am Schlimmsten war der Moment, als mich unrasierte Waden stehen ließen. Das passierte alles noch im ersten Drittel der Radstrecke. Endlich oben -1200 m über Null – das Schlimmste hinter mir. Körperlich fühlte ich mich wohl und endlich konnte ich wieder Druck machen. Der Kopf war dadurch frei und konnte einige Kompaktkurbeln rechts liegen lassen. Irgendwie gab es dann Probleme mit meiner GPS-Uhr und ich musste mich auf mein Körpergefühl verlassen. Der dritte Anstieg bei Kilometer 100 über 8 km war dann wieder gewohnt unrhythmisch, aber da blieb ich ganz locker. Ab ca. km 125 ging es dann abwärts, und wie, 35 km fast nur bergab – Wahnsinn. Volle Konzentration war gefordert und bitte keinen Reifenschaden – Bittttte! Nach dem Rennen gab es die schlechte Nachricht, dass ein Athlet die Abfahrt nicht überlebt hat und sich mehrere schwer verletzt haben. Zwei hab ich hinter der Leitplanke liegen sehen, Rettungsdienste waren vor Ort… oh man.

Sven läuft wie ein Uhrzwerk.

Kurzzeitig hab ich darüber nachgedacht was ich hier tue…. mit 70- 80 Sachen und weiter ging die Hatz. Nach km 160 war es geschafft und ich konnte mich die letzten 20 km in Ruhe auf den Marathon vorbereiten. Nach 5:22h schob ich mein Rad in die Wechselzone und fühlte mich gut. Helm ab, Schuhe an und ab ging es als 175ster. gesamt auf die Laufstrecke. Meine Uhr hatte ich neu eingestellt und ich lag super in der Zeit. 6:28h für Schwimmen und Rad passt. Marathon in 3:30 h und du bist unter 10 h ging mir durch den Kopf, Wahnsinn. Die ersten 10 km flog ich für meine Verhältnisse über die Strecke – unter 44 min. Danach wurde es dann zur Kopfsache. Leider gab es kein Eis und auch keine Schwämme. Dafür aber an jeder Verpflegungsstelle Duschen. Die auch nötig waren, denn die Sonne brannte. Ab km 10 ging ich dann durch jede zweite Verpflegungsstelle, nahm Gel, Cola im Wechsel und Wasser. Dabei büßte ich immer ein paar Sekunden ein, konnte mein Tempo aber bei 4:35 – 4:40 halten, was mir über das ganze Rennen Auftrieb gab. Abwechslung gab es durch meine kleine Crew, die mich am Streckenrand antrieb und anfeuerte. Das half mir, im Kopf locker zu bleiben, ab und zu zu lächeln und mein Motto Spass zu haben, nicht zu vergessen. So machte ich Schritt für Schritt und das km 40 Schild kam auf mich zu. Geschafft, bzw. fast geschafft und die Uhr sagt „du bleibst weit unter 10h“. Die letzen 2 km waren pure Freude, der Schritt wurde wieder lang, ein paar Athleten überholt, die letzte Dusche genossen, der rote Teppich kam auf mich zu und die letzten 100 m waren einfach nur geil, denn ich hatte sie ganz für mich allein. In 9:48:48h springe ich als 102ter über die Ziellinie und bin überglücklich. Ironman, endlich wieder Ironman, mit einem fast perfekten Rennen. Yeeeeeesss!!!!

so langsam fangen die Oberschenkel an zu brennen

..der Tag danach.. mein Körper hat kaum Blessuren, die Muskeln sind halt bissel verspannt und ich bin immer noch sehr glücklich. 15ter in der Altersklasse und 9 Slots gibt es für Hawaii. Also Geld eingepackt und hin zur Vergabe. Immer wieder schönes Erlebnis, die glücklichen Gesichter zu sehen. Aus 9 wurden 10 Slots, da die AK 70-74 ihren Slot abgab, meine AK die meisten Starter hatte und somit diesen Slot dazu bekam. Dann ging es los, von den ersten 10 in meiner AK wollten 3 Athleten nicht, also rücken die nächsten nach. Platz 11, 12 wollten, der 13. blieb aus und der 14. wollte auch. Unglaublich, denn nach 9:48:48h war diese 14. ganze 11 sec vor mir im Ziel. Da konnte ich bloß noch Lächeln, 11sec,11sec!!!

Neue Motivation - Sveni kurz vorm Ziel - bitte nicht nachmachen!

Naja, war für dieses Jahr eh nicht geplant, also sind wir locker geblieben und haben die restlichen fünf Urlaubstage voll genossen.

Sven & Medaille, Medaille & Sven

..gemeldet habe ich auch schon wieder und werde am 01.12.13 beim IM Cozumel meinen zweiten Auftritt haben, denn dort habe ich noch eine Rechnung offen… 😉

Woran Sven jetzt wohl denkt ...

In diesem Sinne: Immer schön locker bleiben…

:), euer Sveni

>Svens Homepage<

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