Maenner:
Fünf lange Wochen waren seit dem Ligaauftakt am Filzteich vergangen und alle Starter waren hoch motiviert, ihre Leistungen im brandenburgischen Storkow erneut zu bestätigen oder sogar einige Plätzchen weiter vorn in der Wertung zu landen. Team 1 bekam diesmal Verstärkung mit Curt Beck, welcher sich gleich Sven Perschneck gerade im Abschluss ihrer Vorbereitungsphase für den Ironman Frankfurt und damit in Topform befinden. Stammstarter Christian Hoffmann ist stets ein Kandidat für eine Top10-Platzierung. Carsten Neise blickt schon auf eine sehr erfolgreiche Langdistanzsaison zurück und plante hier seinen Wiedereinstieg nach verdienter Erholungspause. Auf die nicht weniger stark einzuschätzenden Michael Enders und Alex Mack ist natürlich immer Verlass, sie komplettierten das Team. Es war also spannend, inwieweit dieses Quintett nach einem leicht verpatzten Saisonstart der Konkurrenz Beine machen kann. Für das nicht minder motivierte Team 2 standen wieder die drei Newcomer Christian Pfeifer, Poul Eger und meine Wenigkeit in den Startlöchern. Alle samt unausgeglichene Athleten, jedoch mit ausgeprägten individuellen Stärken. Diesmal fehlte leider Russland’s Triathlonstar Fjodor Arndt, der sich für ein Abenteuerwochenende in Roth entschied, um sich dort die Hacken abzulaufen (mit Bravour im Übrigen). Für ihn eingesprungen ist Torsten Pawel, der dieses Jahr ebenfalls schon ein sehr gutes Langdistanzergebnis verbuchen konnte. Die Karten konnten also aufgedeckt werden und Team 2 freute sich natürlich wieder auf das vereinsinterne Teamduell ;-).
Bombenwetter mit ca 25°C, viel Sonne und wenig Wind sind die Basis für Topzeiten auf allen Teilstrecken. Na gut, vielleicht nicht beim Schwimmen, denn es wurde Neo-Verbot ausgesprochen. Für mich als miesen Schwimmer vielleicht ein Nachteil, allerdings fühle ich mich in dem Auftriebskörper eh nicht so richtig wohl. Also: Startschuss, rein in die Fluten und wühlen was das Zeug hält! Bis zur ersten Boje kam ich mir vor wie im Whirlpool, die Schlägerei hielt sich jedoch in Grenzen. Eigentlich prima, doch lag es wohl eher daran, dass ich mich schon im Grupetto befand und zum „Feld“ eine verdammt großes Lücke klaffte. Als direkt vor mir auch noch Schwimmartenwechsel praktiziert wurde, half nur noch ein Befreiungsversuch. In gefühlt neuer 400m-Bestzeit an einen ebenbürdigen Alleineschwimmer herangekämpft und auch die zweite Runde an seinen Füßen elegant mitgleitend habe ich mich irgendwann an Land gerettet – endlich. Alle anderen TV’ler meisterten die erste Disziplin bei weitem nicht so blamabel und traten schon längst heftigst in die Pedale, allen voran Topschwimmer Christian. Also nix wie hinterher! Ein prüfender Blick beim Wechsel: Zoltan’s Zeitfahrrad stand noch im Ständer :-). Meine einzige taktische Option, mit ihm auf der Radstrecke zu kooperieren war also noch nicht verspielt. Trotzdem: Keine Zeit verlieren und Vollgas losfahren. Auf zwei Y-förmigen Runden á 20km mit Wendepunkten konnte man alle Teamkollegen, Gegner und Verfolger optimal beobachten. Auf dem leicht welligen Hochgeschwindigkeitskurs war Grüppchenbildung vorprogrammiert. Lokomotive Curt schien mächtig Druck zu haben und hinter ihm balgte sich eine Schar an Athleten um seinen enormen Windschatten. Gleich dahinter Hoffi, Alex und Sven und alle anderen teils allein teils geschickt versteckt und sehr zügig unterwegs. Ab und zu wagte ich einen Blick zurück, um nicht von Zoltan’s Überholvorgang überrascht zu werden. Bis km 25 ließ er auf sich warten, denn dank einiger Aerodynamikoptimierungen rollte meine Maschine heute fast wie von selbst. Und schwupps: Mein Co-Pilot war im Rückspiegel zu erkennen. Einem kritischen Blick beim Überholen folgte ein kurzer, mäßig harter Antritt über die Kuppe – nix Unbekanntes für mich. Ab jetzt hieß es: dran bleiben, ein Mal obligatorische Führungsarbeit leisten, weiter festbeißen und die letzten Kilometer aus Respekt vor dem anstehenden Lauf lieber etwas Tempo raus nehmen. So schnell war der Radpart erledigt, die Beine jedoch ziemlich matschig. Mein Ziel für den Lauf, die aktuelle Position auf der schnellen Wendepunktstrecke zu halten gelang mir gut. Schon nach 2,5 noch etwas eirigen Kilometern fühlte sich der Bewegungsablauf zunehmend flüssiger an und mit Micha, Poul und Torsten im Nacken sowie antreibenden Zurufen unserer Damen und Familie Schroschk-Schmidt konnte ich nochmal die Schrittfrequenz erhöhen. Innerhalb nur sechs Minuten fanden sich alle TV’ler im Ziel ein und konnten direkt zum Fräsen des Buffets und Fachsimpeln übergehen.
In souveräner Weise gewinnt Markus Thomschke vom Team EWAG OSSV Kamenz. Hoffi wird 8., Curt 11., Alex 16., Christian 17., Sven 19., ich 27., Micha 28., Poul 31. und Torsten auf Platz 47. Mit dem zunächst 3. Platz des Team 1 und dem sechsten Platz des zweiten Teams können wir sehr zufrieden sein. Ein Wermutstropfen allerdings: Carsten erhielt wegen Nichteinhalten des Diskretionsabstandes auf der Radstrecke nicht die übliche Zeitstrafe sondern wurde disqualifiziert – mit vernichtender Konsequenz für die Teamwertung, schade :-(.
Aktuelle Pressemeldung: Fjodor ist schon heiß und verkündet sein Comeback bei der 3. Etappe in Havelberg an, um Mannschaft 1 (und natürlich auch alle anderen) platt zu machen. Also seid gespannt!
Euer Andy
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!