27 Sekunden oder eine halbe Ewigkeit

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weiterlesen Was bedeuten 27 Sekunden? Ist ja nicht soviel, mag sich der eine oder andere denken. Aber am gestrigen Samstag wurde beim Barockman aufgezeigt, dass es den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann. Und das nach 9h harter Arbeit, Wahnsinn! Aber der Reihe nach, eine Menge TV'ler fanden sich auf allen Distanzen in Moritzburg wider. (…)

Berichte:

>>Bericht Carsten<< 
>>Bericht Jule<<

Carsten's Bericht:

Samstag früh 5 Uhr klingelt der Wecker, schön geregnet hatte es in der Nacht, was für ein Spaß denke ich mir. Leicht verschlafen schaue ich aus dem Fenster und betrachte die Wolken und hoffe, dass es von nun an trocken bleibt. Kühl wird es also, und windig soll es werden. Na schauen wir mal. Tobi, der Extra aus München angereist kam um mich heute zu unterstützen, kam auch leicht verschlafen aus seiner Höhle hervor. Kaffee und leichte Frühstückskost machten ihn munter. Nach einem kleinen Frühstück ging es dann Richtung Moritzburg, im VW Touran. Nochmal herzlichen Dank dem >>Autohaus Reick<< für die freundliche Unterstützung zur Benutzung übers We!

27 Sekunden, soll man nun lachen oder weinen? Nur noch 2500 Armzüge bis zum Ziel

Um 6 Uhr waren wir dann püntklich am Wettkampfgeschehen.  Tottn und Konrad waren schon da. Beim Check-In bemerkte ich, dass der nächtliche Regen den Helm und das Radel etwas befeuchtet hatte. Also nochmal fix die wesentlichen Dinge trocknen und nachölen. Peter Nowak vom Moritzburger TV begrüßte mich auch gleich mit der Nachricht, dass der Neo heute verboten sei. Aber es sollte anders kommen, wer weiß wo die Wettkampfrichter gemessen haben, aber plötzlich war der Neo erlaubt. Also fix den Neo angezogen, und Richtung Schwimmstart gegangen.

Wer den Moritzburger Teich nicht kennt, muss wissen, dass es nicht lohnt nach Fischen Ausschau zu halten, bei soviel Schlamm im Wasser sieht man sowieso nur 10 cm … Um 7 Uhr war dann der Start, das Wasser war recht gut. Nun galt es, das Training mal umzusetzen. Nach meinem Ausstieg aus der Regionalliga vor 2 Wochen war ich auch etwas verunsichert, und wußte nicht, wo ich stand. Das Schwimmen ging richtig gut los. Ich machte gute meter, verpaßte aber eine kleine Gruppe und gute Füße an der ersten Wendeboje. Von nun schwamm ich die restlichen 2 Runden alleine, und wurde bei der Tunneldurchquerung immer von den ganzen Fans angefeuert (noch konnte ich äußere Einflüße wahrnehmen …). Das Schwimmen verlief bis auf wenige Zick-Zack Passagen sehr gut, und ich stieg nach 56 min aus dem Wasser. Platz 2, der erste hat wohl eine 52er Zeit hingelegt, Respekt, aber vor den anderen 4 getrackten Leuten (siehe. >>Racemap<<).

Alex Biele versucht Roland Ludwig einzuholen ... Alex Biele versucht Roland Ludwig einzuholen ...

Nach gut einer Stunde gings aufs Rad. Ich fuhr sehr konservativ los und musste nun die 6 Runden irgendwie hinter mich bringen. Wind war auch noch keiner da, was sich aber noch ändern sollte (Segelfliegen wäre an dem Tag eine schönere Variante gewesen). Nach dem üblichen schönen Kopfpflasterstück auf dem Zubringer ging es dann los. Der Raddruck war nicht ganz vorhanden, aber ich war auf 5h Kurs und dachte mir das würde schon reichen. Runde um Runde baute sich mehr Wind auf. Am schlimmsten waren Runde 3 und 4. In Runde 5 und 6 hat der Wind leicht gedreht und war stand etwas günstiger. Dennoch hatte man machmal schon sehr fest den Lenker festzuhalten 🙂

In Runde 3 überholte mich der spätere Gewinner Thomas Jänsch wohl mit einem Moped, dadurch wurde mir die Entscheidung relativ früh abgenommen mich an ihn ranzuhängen. Ich kalkulierte einen effektiven Rückstand von 10 min auf der Laufstrecke, was sich in der Tat bewahrheiten sollte, meine Motivation lag nun darin nicht zuviel Zeit zu verlieren und dann die Beine in die Hand zu nehmen. Tobias, der mich immer mit Zwischenzeiten versorgte, sagte mir auch, dass ich auf Torsten keine Zeit gut machte, er also konstant 4 min hinter mir war, das war eigentlich nich so geplant, schließlich ist Torsten ein sehr guter Läufer …

Nach 4:57 stieg ich also vom Rad, alles in allem eine gute Radleistung, 10-12 min eher wäre schöner gewesen, aber mehr ging an dem Tag eben nicht. Im Wechselgarten wurde mir dann der Rückstand von 10 min ausgerufen. Ich sputete mich als die Schuhe zu schnüren und das Mützchen aufzusetzen. Die Laufstrecke hatte ich auch sehr unterschätzt, die geplanten 3h wurden sehr schnell nach oben korrigiert. Hügelig, Kurvig, tiefer Boden, keine Sau da, …, so lief ich die ersten 2-3 Runden fast alleine gegen mich und meine Schmerzen. Mal schauen, ob man den Rückstand in den zu absolvierenden 6 Runden aufholen kann. Ich legte also los wie die Feuerwehr, und machte pro Runde 1.5 – 1 min gut. An alle TV'ler und nicht TV'ler an der Strecke nochmal einen Riesendank, ohne euch wäre diese Aufholjagt ungleich schwerer gewesen!

Carsten beim Wechsel zum Lauf jedes Ründchen gibs ein Bündchen, eins ist grün, das andere ist schwarz, bis man 6 an der Zahl hat!

Knackpunkt war Runde 5, in der ich nur etwa 20 Sekunden gut machte. 2 min und 30 sek auf der letzten Runde, ich hatte mich mit Platz 2 abgefunden. Irgendwie lief ich aber die letzte Runde schneller an, und Marcel meinte dass ich auf den letzten beiden Km nun 40 sek gut gemacht hätte. Neue Motivation: Ich wollte es nochmal wissen. Dann endlich nach sehr hohem Tempo in der letzten Runde, etwa 1.5 Km vor dem Ziel sah ich dann das Führungsfahrzeug samt Thomas. Zunächst ging es auf die fast 1 Km langen Schlußgeraden, Alex Schilling lief neben mir und feuerte mich an. Ich begann den Zielsprint und wurde schneller und scheller, und sah Thomas immer näher kommen. Leider zu spät, etwa 40m vor mir überquerte er die Ziellinie, damit war das Rennen zu Ende. Glückwunsch an Thomas, der hammerhart Rad gefahren ist, und beim Lauf nicht eingebrochen ist! Eine 3:21 auf der schweren Laufstrecke ist aller Ehren Wert! 27 Sekunden später überquerte ich die Ziellinie und gratulierte Thomas und ich war so kaputt, wir legten uns sofort hinter der Ziellinie auf den Boden, sah bestimmt sehr witzig aus. Heute tut mir alles weh, da fragt man sich, warum tut man sich das eigentlich an?

die Gewinnerstaffel mit Alex Tottn in Aktion - nur noch 6 kleine Ründchen :-)

Torsten kam als hervorragender 4.ter, hinter Norbert Hubert, ins Ziel. Er meinte, der Wind hätte ihm den Zahn etwas gezogen, und der Marathon war sehr schwer, und in der letzten Laufrunde musste er öfter etwas dehnen und gehen. Damit waren 2 TV'ler unter den besten 5 beim Barockman. Daneben steht ein Staffelsieg, etliche gute Platzierungen auf der Mitteldistanz. 

Endspurt ganz knapp 2.ter ... Siegerehrung - Barockman

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei >>Jörg<< für seine Trainingspläne und Weißheiten bedanken, bei Tobi für die Motivation und Organisationhilfe, bei Martin und Dirk für etliche Trainingsstunden, bei Micha für selbiges, bei Alex für die letzten 750m Zielsprintbegleitung, bei meinen Eltern, bei meiner Schwester, und bei all den anderen mit denen ich die letzten Jahre zusammen trainieren durfte!

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