Hallo liebe Triathlonvereinsmitglieder,
am kommenden Sonntag darf ich zum ersten Mal für unseren Verein in der 2. Bundesliga in Grimma starten. Ich bin Lasse, noch 15 Jahre alt und ziemlich triathlonverrückt. Da ich seit zwei Jahren am Landesstützpunkt in Leipzig trainiere, kennen mich in Dresden wahrscheinlich noch nicht allzu viele. Das lässt sich ändern – und ich dachte, ich fange einfach mal mit einem Rennbericht an.
Alpe d’Huez Triathlon 2026 (M) – 21 Kehren und ziemlich viel Spaß
Wenn man Berge und Triathlon mag, landet Alpe d’Huez irgendwann ziemlich weit oben auf der Wunschliste. Bei mir jedenfalls. Dieses Jahr durfte ich dort starten. Und um es gleich vorwegzunehmen: Mit Platz 2 in der Altersklasse 18/19 hätte ich vorher wirklich nicht gerechnet.
Schwimmen – erst mal 1.800 Leute sortieren
Los ging es im Lac du Verney auf etwa 770 Metern Höhe. Knapp 1.800 Starter am Ufer sind schon eine Ansage. Und spätestens beim Start merkt man dann auch, dass die nicht nur zum Zuschauen gekommen sind. Also: Platz suchen, möglichst keine fremden Füße im Gesicht haben und irgendwie in den eigenen Rhythmus kommen. Das hat zum Glück ziemlich gut funktioniert. Ich konnte mein Tempo schwimmen, fühlte mich gut und kam nach knapp 24 Minuten aus dem Wasser.
Soweit, so gut. Aber eigentlich wartete ich auf das, weswegen ich gekommen war: den Berg.
Radfahren – endlich bergauf
Über Alpe d’Huez hört man vorher viele Geschichten. Brutal. Legendär. 21 Kehren. Fast 1.500 Höhenmeter. Ziel auf über 2.240 Metern. Klingt schlimm. Ich fand’s ziemlich gut. Ich liebe lange Anstiege. Je länger es hochgeht, desto besser – zumindest meistens. Und schon in den ersten Kehren merkte ich: Heute läuft’s. Die Beine waren gut, die Wattwerte passten und ich konnte einfach mein Rennen fahren.
Natürlich wird Alpe d’Huez trotzdem irgendwann anstrengend. Sehr anstrengend sogar. Die Kehren sind nummeriert und eigentlich denkt man, das sei motivierend. Bis man feststellt, wie langsam diese Zahlen kleiner werden. Aber genau diese Strecke ist einfach genial. Die Straße schraubt sich durch die Berge, überall stehen Zuschauer und feuern einen an, und zwischendurch fühlt man sich ein bisschen wie bei der Tour de France. Nur ohne Tour-de-France-Beine. Die Stimmung am Berg war jedenfalls riesig. Ein bisschen Solarer Berg bei der Challenge Roth – nur sehr viel länger und mit deutlich mehr Höhenmetern. Und während es zunehmend wehtat, hatte ich trotzdem das Gefühl, immer besser ins Rennen zu kommen. Nach 1:25:18 Stunden war ich oben in der Wechselzone.
Anstrengend? Definitiv. Bereut? Keine Sekunde.
Laufen – die Beine kündigen kurz
Dann kam der Lauf. Meine Beine waren der Meinung, dass Radfahren eigentlich völlig gereicht hätte. Ich war anderer Meinung. Also Laufschuhe an und los. Die Strecke führt durch Alpe d’Huez und geht ständig ein bisschen hoch und runter. Nichts Dramatisches – außer man ist vorher gerade nach Alpe d’Huez mit dem Rad hochgefahren.
Die ersten Minuten waren entsprechend zäh. Die Oberschenkel machten dicht und ich dachte nur: Nicht nachdenken. Weiterlaufen. Irgendwann wurde es tatsächlich wieder besser. Kurz vor dem Ziel lief ich auf die zweitplatzierte Pro-Frau auf und konnte nach 28:03 Minuten Laufzeit direkt vor ihr über die Ziellinie laufen. Das war dann ein Moment zum Feiern.
Und am Ende?
Platz 2 in der Altersklasse 18/19. Vor allem aber ein Rennen, das ich so schnell nicht vergessen werde. Schwimmen zwischen 1.800 Leuten, 21 Kehren nach Alpe d’Huez, komplett müde Beine beim Laufen – und trotzdem habe ich unterwegs erstaunlich oft gedacht: Wie cool ist das bitte?
Genau deshalb mache ich Triathlon. Jetzt freue ich mich auf Sonntag und meinen ersten Start für den weltbesten Triathlonverein Dresden in der 2. Bundesliga in Grimma.
Vielleicht kennt mich danach auch in Dresden der eine oder andere.
Bis Sonntag!
Lasse






