Knödeltour am Reformationstag – M&M

die versammelte Meute!

Es war ein gar sehr kalter Morgen im goldenen Herbst des Jahres zwodreizehn, …

…auf den Bohlen der Albertbrücke zeigte sich Reif, der teilweise vom ersten Streueinsatz der nahenden Wintersaison bedeckt wurde. Das übliche Vogelgezwitscher hatte sich in ein klägliches Bibbern gekehrt. Einziger Lichtblick war der prognostizierte ganztägige Sonnenschein und in der Tat stand die Sonne bereits zu früher Stunde am Firmament und zerteilte mit ihren Strahlen den Dunst der vergangenen Nacht.

die versammelte Meute!

Die Kunde von einer Knödeltour ins Nachbarreich war durchs Land getragen worden, worauf sich sieben Gefährten mit ihren prächtigen, strahlenden Rädern zusammen fanden, bis an die Zähne bewaffnet mit guter Laune, Appetit und Vorfreude, auf das was da kommen mochte. Alle Gefährten hatten sich in ihre Winterkleider geworfen. Alle? Nein! Einer kam in kurzer Hose und kurzem Trikot. Um das "Warum?" ranken sich einige Legenden. Rudy-Max-Dax sei als Kind einmal in den Backofen gefallen und hätte zu viel Wärme getankt munkeln die einen. Eine andere Legende besagt, dass eine Blut-zu-Obstler-Transfusion die Ursache seiner Kälteresistenz sei. Wie auch immer, seinen Mitstreitern fröstelte es ob des Anblicks und so wand man den Blick schnell ab und richtete ihn gen Horizont.

Die Wege waren recht leer und so glitten die Gefährten ungestört dahin, man passierte die verschlafenen Orte Pillnitz sowie Pirna und wendete sich sodann Richtung Bahretal. Den beschaulichen Ort Bad Gottleuba-Berggiesshübel lies man rechter Hand liegen und querte alsbald die Landesgrenze. Mit Erstaunen und großem "Ohooohoho" betrachtet man die dargebotenen Kostbarkeiten  und feilgebotenen Waren. Der BlingBling-Effekt zog die Gefährten derart in den Bann, dass fortan jedes Laufrad mit Radkappen verziert war, die so gut poliert waren, dass jede Prinzessin neidisch gewesen wäre. Die andauernden Strapazen, die Berge und der ungenügende Leistungsstand zermürbten die Gruppe. Rudy-Max-Dax, Bezwinger aller Anstiege zwischen Sassnitz und Palermo,  erstürmte im besten Sinne des Wortes die Berge – ein Berg soll sogar geweint haben! Die anderen Stahl-, Carbon- und Aluminiumreiter ließen es geruhsamer angehen. Langsam, aber stetig kam die kleine Gruppe vorwärts. Der Tourenklaus vermeldete so manches mal, dass dies (nun aber wirklich) der letzte Anstieg sei, bevor sich ein weiterer Anstieg vor der Gruppe erhob. Kurzerhand wurde die Quelle der Falschinformationen auf lautlos gestellt.

Knödl & Pivo!

Im idyllischen Krupka angelangt, konnte man Rudy-Max-Dax's Anspannung mit der Streitaxt spalten. Der nun wirklich letzte Anstieg trennte die ausgelaugten, geschundenen Körper von einem schönen Ausblick und vom ersehnten Mittagessen. Lediglich 30 Minuten später waren alle der Wand entstiegen und trafen sich am Gipfel des Mückentürmchens. Hier wartet bereits Micha Grahl, unser Mann fürs Grobe, der seine Füße aber lieber unter Muttis Mittagessentisch stecken wollte und so ließen wir in ziehen. Unsere Leiber fielen in die Bänke und Stühle des dortigen Wirtshauses, während in der Küche bereits die Öfen geheizt und die Messer gewetzt wurden. Nebst Gulasch und Knödeln, gab es zünftigen Tee und wärmendes Bier. Die letzten Energiespeicher wurden mit Palatschinken gefüllt. Nach dem der Wirt seinen Lohn erhalten hatte, schoben sich die trägen Leiber schweren Herzens aus dem Wirtshaus. Der Heimweg gestaltete sich gefühlt kürzer. Im Müglitztal wurden alle Segel in den Wind gespannt, so dass es zügig voran ging. Die Wand von Mühlbach war der letzte Richter des Tages. Von Maxen aus war der süßliche Geruch der Dresdner Heimat bereits zu vernehmen, und auch so manche Stimme der heimischen Weiber, die da riefen, wo man den in Gottesnamen bleibe, es sei schließlich bald dreie und der Tag vorüber.

Und wenn wir keinen Platten haben, geht's (spätestens) im nächsten Frühjahr wieder nach CZ.

Euer Baustel

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert