RL-Ost: Auftakt in Chosebuz
Das waren die Männer:
Nach einjähriger Abstinenz stieg der erste RL-Wettkampf der Saison in diesem Jahr wieder in Cottbus. Mit 3 Bussen machten wir uns am Samstagvormittag auf nach Brandenburg, wobei man schon während der Fahrt erahnen konnte, dass es wohl ganz schön warm werden würde. In Cottbus angekommen freuten sich natürlich alle riesig, auch in diesem Jahr die schicken, passgenauen Badekappen der Regionalliga zusammen mit ihren Startunterlagen in Empfang nehmen zu dürfen. Beim Check-In in die Wechselzone (die sich in Messehalle 2 befand) nahm man es bei der Materialkontrolle nicht ganz so genau, sodass immerhin noch 15min Zeit blieben, um die Wettkampfvorbereitungen abzuschließen, ehe es auch schon in der ein wenig überfüllten Gartenbahn für alle Athleten in Richtung Schwimmstart ging, der sich ca. 2km flussaufwärts befand. So konnten wenigstens schon mal die einzelnen Renntaktiken ausgetauscht werden.
Nachdem fasst jeder Starter seinen Beitrag zum Erhalt des Grundwasserspiegels geleistet hatte und zumindest dieser Teil des Spreewaldes nun hervorragend gedüngt sein dürfte, stürzte sich einer nach dem anderen in die Fluten der Spree, um sich zum Schwimmstart treiben zu lassen. Unter persönlicher Aufsicht von Ligawart Norbert Hennig erfolgte kurz nach 14.00 Uhr der Startschuss, wobei einige Teilnehmer aufgrund der starken Strömung nur mit viel Mühe einen Frühstart verhindern konnten. Die Strömung war auch der Grund, warum die Schwimmstrecke die sonst üblichen 1500m um gut 700m überstieg.
Bedingt durch den engen Flusslauf kam mir die Prügelei zu Beginn des Rennens noch unangenehmer vor als sonst. Nur ganz langsam zog sich das Feld diesmal auseinander. Man war gut beraten, sich möglichst in der Mitte des Flusses aufzuhalten, um in den vollen Genuss der Strömung zu kommen. Auf den Ausstieg auf der rechten Flussseite folgte ein ca. 200m langer Landgang, der in der Messehalle endete, wobei hier wichtig war, den ausgerollten Teppich nicht zu verlassen, denn die Kombination aus nassen Füße und spiegelglattem Messeboden hätte unweigerlich zum Sturz geführt.
Nach dem Schwimmen war der Rückstand auf die Führenden ungewohnt klein- also rauf aufs Rad und hinterher. Zu fahren waren 7 Runden auf einer 2,75km Wendepunktstrecke auf dem 4-spurigen Cottbuser Stadtring. Schon in Runde 1 war das Gedränge recht groß und nur mit Mühe gelang es, den vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten. Als sich im weiteren Rennverlauf jedoch auch noch die später gestarteten Masters und Frauen hinzugesellten, war an ein windschattenfreies
Rennen nicht mehr zu denken. Stattdessen bildeten sich kleine Grüppchen, die nach und nach in sich verschmolzen und zu 2 großen Feldern heranwuchsen, sodass man hätte denken können, die Auftaktetappe der diesjährigen Tour de France sei kurzfristig nach Cottbus verlegt worden. Nun war es auch für die schwächeren Radfahrer überhaupt kein Problem das Tempo zu halten und immer wieder kamen Frauen und Masters locker und leicht vorbeigerollt. Die Kampfrichter hatten das Verteilen von Zeitstrafen zu diesem Zeitpunkt längst aufgegeben und sahen hilflos dem munteren Treiben zu.
Auch wenn es mir an den kurzen Wellen immer wieder gelang aus der Gruppe herauszufahren, musste ich erkennen, dass der Kampf so nicht zu gewinnen war. Es blieb nichts anderes übrig, als mit der Gruppe zu fahren und sich dabei weit vorn aufzuhalten, um so dem zweifelsfrei hohen Sturzrisiko zu entgehen. Nach der letzten Wende nutzte ich jedoch meine Chance und fuhr ca. 15s auf die Verfolger heraus, sodass ich wenigstens in der Wechselzone meine Ruhe hatte. Zum Glück stand jetzt noch die Abschlussdisziplin bevor, sodass ich die Hoffnung hatte, wenigstens einige der sonst radschwachen Athleten noch einzufangen. Da ich leider nur zur 2. Radgruppe gehörte, machte ich mich allein auf die Verfolgung des „Hauptfeldes“. Carsten, Dirk und Andreas hingegen hatten die erste Gruppe erwischt und lagen zu diesem Zeitpunkt viel weiter vorn im Renngeschehen- Ansporn genug für die Mannschaftswertung nochmal Gas zu geben.
Das Thermometer hatte die 30° Grad Marke längst geknackt und die zu laufenden 11km sollten sich als Scharfrichter erweisen. Offenbar machte die Hitze vielen Startern zu schaffen und der Schritt der meisten ließ nichts Gutes erahnen. Ich passierte zahlreiche Läufer und fühlte mich noch erstaunlich gut. Daran sollte sich auch bis zum Zieleinlauf nichts mehr ändern. Dirk und Andreas warteten bereits im Ziel und verpassten nur knapp den Sprung unter die Top-10. Carsten, dem auf dem letzten Stück etwas die Kräfte ausgingen, und Torsten folgten nur wenig später. Unsere Leistung reichte für Platz 3 in der Endabrechnung, was sich durchaus sehen lassen kann und Mut macht, die durchwachsene Vorjahressaison sehr schnell vergessen zu machen. Die nächste Chance dafür bietet in 14 Tagen bereits das Heimspiel in Dresden/Pirna- dann allerdings in veränderter Mannschaftsaufstellung.
Fazit zum Rennen in Cottbus: eigentlich gut organisierter WK, der mit einigen Eigenheiten besticht, wohl aber leider vor allem wegen des höchst umstrittenen Radfahrens noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird. Vielleicht sollte die Liga-Leitung auf solchen Strecken von vornherein ein anderes Rennformat (Windschattenrennen) in Erwägung ziehen. Würde der Attraktivität der Liga sicher ganz gut tun.
Sportliche Grüße,
Poul
>>zum Team<<



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