Der Startschuss fiel genau 7 Uhr und schon ging es los. Anders als bei den mir bekannten Starts in den verschiedenen Ligen der DTU ging es recht gesittet von statten und es wurde gemeinsam von 10 runter gezählt ohne einen offensichtlichen Frühstart. Das oberste Ziel für mich bestand bei der Auftaktdisziplin darin, einen geeigneten Rhythmus zu finden und locker durchzukommen. Als ich nach 54 Minuten dem feuchten Element entsteigen konnte, konnte man dieses Ziel als erreicht ansehen. Max war nur Sekunden vor mir in die Wechselzone gestolpert und schon machten wir uns auf zu einer gemütlichen Radtour. Der längste Tag des Jahres begann für mich bereits am Freitag mit dem Check-In des fahrbaren Untersatzes. Es folgte eine mehr oder weniger entspannte Nacht, welche durch das Schrillen des Weckers bereits vier Uhr morgens beendet wurde. Die Zeit bis zum Start verging dann recht schnell und wurde mit den finalen Vorbereitungen des Wechselplatzes aufgefüllt. Auch hatten sich Martin, Karo und Jörg bereits nach Moritzburg verirrt. Martin sollte an diesem Tag einen kühlen Kopf behalten und mir die notwendigen Infos, sowie Nährstoffe bereitstellen.
Der Startschuss fiel genau 7 Uhr und schon ging es los. Anders als bei den mir bekannten Starts in den verschiedenen Ligen der DTU ging es recht gesittet von statten und es wurde gemeinsam von 10 runter gezählt ohne einen offensichtlichen Frühstart. Das oberste Ziel für mich bestand bei der Auftaktdisziplin darin, einen geeigneten Rhythmus zu finden und locker durchzukommen. Als ich nach 54 Minuten dem feuchten Element entsteigen konnte, konnte man dieses Ziel als erreicht ansehen. Max war nur Sekunden vor mir in die Wechselzone gestolpert und schon machten wir uns auf zu einer gemütlichen Radtour.
Dabei war auch hier das Ziel Rhythmus finden, locker bleiben und schauen wie sich das ganze entwickelt. In Runde vier wurde es dann schlagartig voll auf der Straße, da nun auch die Mitteldistanzstarter zur Fortbewegung auf 2 Rädern übergingen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nach Aussage von Martin einen Rückstand von ca. 4 Minuten auf Max, welcher locker flockig vorne weg knetete. An den Verpflegungsstellen wurde es zunehmend voller und auch das gezielte Werfen der leeren Flaschen in die dafür vorgesehenen Behälter wurde nicht leichter. Nach ca. 5,5 Runden nahm ich dann langsam den Druck von den Pedalen und erhöhte die Frequenz mit dem Ziel die Beine etwas zu entlasten. Es durfte ja schließlich noch ein bisschen gelaufen werden im Anschluss. Beim Abstieg vom Rad merkte ich bereits, dass das Bein nicht so hoch ging wie gewünscht um es locker über den Sattel und die Radflasche zu führen (mein Oberschenkel wollte offensichtlich Pause machen), sodass ein triathlonunkonventionelles Absteigen erfolgen musste. Also auf 0 Km/h herrunterbremsen, einen Fuß aufsetzen, das Rad leicht schräg stellen und den zweiten langsam daneben und dann ab in die Wechselzone.Der Wechsel klappte sehr zufriedenstellend und ich fühlte mich recht gut.
Es waren ja auch „nur“ noch 42 km zu laufen. Aussage von Carsten in zahlreichen Gesprächen war immer wieder: „… das Laufgefühl nach den 180km Rad ist wie Kilometer 36 in einem reinen Marathon.“. Das hatte sich offensichtlich mein Körper sehr gut eingeprägt, denn ziemlich genau nach 6 Laufkilometern waren meine Oberschenkel offensichtlich im Ziel und verweigerten die Weiterarbeit. Es wurde also hart auf den folgenden fünf Runden. Durchschnittlich zweimal pro Runde wurde der Lauf durch krampflösende Bewegungen unterbrochen, wobei das Schlüsselerlebnis nach ca. 4,5 Runden erfolgte. Denn ca. 100 Meter hinter der 2. Verpflegungsstelle im Wald, bin ich mir nicht mehr sicher gewesen, was ich eigentlich hier mache, wie ich diesen Wettkampf beenden sollte, woher ich komme usw. Mit anderen Worten, ich hatte den absoluten Kreuzblick und war gefangen in einem sehr engen Tunnel.
Erst als mich ein bis zu diesem Zeitpunkt mir völlig fremder Starter mit der Nummer 110, Michael Tanner, ansprach und fragte: „Was das hier werden sollte?“ kam ich so langsam wieder in die Realität zurück. Er forderte mich auf die nächsten Meter gemeinsam mit ihm zu laufen und dies tat ich erst einmal, wenn auch schweren Schrittes. So langsam kam ich wieder in einen Laufschritt, schleppte mich erst einmal weiter. Ich bin mir nicht sicher, was passiert wäre, wenn er mich nicht angesprochen und aufgelesen hätte, aber wahrscheinlich wäre ich noch im Wald unterwegs 🙂
An der 3. Verpflegungsstelle bei meiner Familie und Martin vorbei, bat ich diesen mich intensiv auf der letzten Laufrunde zu beobachten, denn ich bin bisher noch nie so nah an meine Grenze gegangen und wusste nicht was noch kommen würde. Ohne große Worte folgte Martin der Aufforderung und ließ mich auf den letzten 7 Kilometern nicht mehr aus den Augen. Nach 9:47:22 konnte auf dem roten Teppich durch den Zielbogen laufen, schlagartig ohne Schmerzen, mit einem Gefühl der Erleichterung und Freude.
Ich kann mit Sicherheit sagen, an diesem Tag bis an meine Grenze gegangen zu sein und möchte mich für die zahlreiche Unterstützung bei Familie, Freunden und Bekannten an der Strecke bedanken. Auch wenn es nicht immer so aussah, aber etwas habe ich davon schon noch mitbekommen. Danke auch an Jörg Bozenhard für den fordernden/fördernden Trainingsplan. Mein größter Dank gilt vor allem Martin. Er hat mich durch so manchen Spruch versucht zu motivieren und mir durch das Reichen von Gels, Wasser usw. versucht meinen Energiehaushalt halbwegs ins Lot zu bringen. Das man an dieser Stelle auch seiner Familie dankt ist hoffentlich selbstverständlich, schließlich haben auch meine zwei Mädels viel zurück stecken müssen und so Einiges in Kauf genommen.
DANKE!!!
Es war mit Sicherheit nicht meine letzte Langdistanz, dazu fühlte ich mich noch zu gut.
Von daher bis zum nächsten Mal.
Sport frei!
Dirk
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