Challenge Roth 10.07.2011
Am Freitag begann die große Reise. Ich wollte mir zuerst die Startunterlagen abholen, um dann auf der Pasta Party eine gute Figur abzugeben. Als ich gegen 1800 Uhr auf der Messe ankam, sah ich Andreas und Michael Raelert, die direkt am Eingang Autogramme gaben. Ich schlug zu. An dieser Stelle Glückwunsch an Andreas für die unglaubliche Zeit und vielen Dank nach Rostock.
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Nun war es soweit. 3:45 Uhr begann der große Tag. Ich fühlte mich super. Ich wusste, ich habe gut trainiert und bin bereit alles zu geben.
Pünktlich 6:30 ist die erste Gruppe mit den Favoriten Andreas Raelert, Sebastian Kienle, Chrissie Wellington und einem TV-Athleten Annett Finger ins Rennen gestartet. Mir war klar, dass es sehr schwer sein wird, die Favoriten beim Schwimmen anzugreifen, denn ich startete erst um 7:00 Uhr. So beschloss ich die erste Disziplin entspannt anzugehen und mich zu schonen, um später beim Laufen Gas zu geben. Und es gelang mir. Nach 3,8km kam ich bei einer Zeit um 56 Minuten aus dem Wasser.
Und nach knapp 59 Minuten saß ich auf dem Fahrrad. Auf den ersten Kilometern versuchte ich viel zu essen und zu trinken. Nach dem Gredinger Berg (35km) begann ich langsam das Tempo zu erhöhen. Die Stimmung am Solaren Berg in Hilpoltstein war gigantisch, das werde ich nicht so schnell vergessen. So drückte ich die 180km in einer Zeit von etwa 5:10h und ging somit nach 6:12h auf die Laufstrecke. Ich war drei Minuten schneller als geplant.
Die ersten 18km verliefen so richtig gut. Keine Magenprobleme und keine Muskelkrämpfe, die Lufttemperatur von 30°C machte mir kaum zu schaffen. Die geplanten 10 Stunden wurden mit einem Mal nicht mehr gut genug. Ich fühlte mich fantastisch und wollte noch mehr. Ich begann von einem Marathon unter 3:30h zu träumen und rechnete mir schnell die Endzeit von 9:40h oder gar 9:35h aus. Es gibt da mal so ein Sprichwort: „Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben“. Zu meinem Bedauern musste ich das hohe Anfangstempo hart bezahlen. Ich verlor allmählich die Kontrolle über meinen Körper. Meine Hände fingen an zu zittern. Als ich versuchte in der Verzweiflung das letzte Gel zu mir zu nehmen, wurde mir auf einen Schlag übel. Alles hat sich innerhalb von wenigen Kilometern verändert. Und ich fühlte mich schlechter denn je. Ich war am Boden. Das Tempo ist währenddessen auf 6:30min pro km gesunken. Die große Rechnerei begann, ob es überhaupt noch für das große Ziel reicht. Noch die soeben erträumte 9:35h wurden in bittere 10:20h korrigiert. Die halbjährige Vorbereitung, die unzähligen Schwimm-, Rad- und Laufkilometer auf diesen einen Tag hin, werden nicht belohnt. Am liebsten wollte ich zu der Zeit wie ein kleiner Junge heulend in den Wald laufen. Es war nur noch der bittere Kampf gegen sich selbst. Ich bereute das hohe Anfangstempo.
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Zum Schluss möchte ich mich noch besonders bei meiner Familie, Vincent, Hagen, Carsten, Andi, Jörg, Curt, Micha, Torsten, Susi, Martin und bei allen anderen, die mir am 10. Juli die Daumen drückten, bedanken. Denn ich habe ein kleines Wunder erlebt. Jetzt seid Ihr dran!






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