Triathlonverein Dresden e.V.

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TWE Malter 2014 - Zur Zeit beisst der Zander

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Vom 11.07. bis zum 13.07. luden Leistungssportwart Martin und der Fuchs von Dipps, Michael Grahl, die Ligasportler des TV Dresden Spitzen Team zum Trainingswochende (TWE) an die Maltertalsperre bei Dippoldiswalde ein.

Freitag

Derartige Maßnahmen wurden bereits im letzten Jahr erfolgreich erprobt. Neben intensivem Kennenlernen, Teambuilding und Motivationstanken, stand qualitativ hochwertiges Training in pittoresk schöner Landschaft im Mittelpunkt der 2 1/2 Tage.

Los ging es Freitag Nachmittag. Nachdem Silvio mit Unterstützung den Tetrishighscore knackte und alle unsere Rucksäcke samt Verpflegung im Auto unterbrachte, rollten wir los Richtung Malter. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten fanden wir unsere Route und fuhren recht hügelig zu unserem Ziel. Alle flehende Blicke gen Himmel halfen leider nur 20 Minuten. Ab dann regnete es mal mehr und mal weniger. Nach knapp 2 1/2 Stunden Fahrzeit und 60 zurück gelegten Kilometern kammen wir dann völlig durchgeweicht in Malter an, wo uns die Sonne begrüßte.

Das Bild entstand zwar an einem anderen Tag aber sonst wäre die Seite so nacksch ;-)

Und was macht ein Triathlet wenn er völlig durchnässt in seiner Zielunterkunft ankommt? Richtig, er zieht sich den Neo an und geht schwimmen. Und so zogen wir noch etwa 1.500m unsere Bahnen durch die Talsperre Malter und nutzten dabei die installierten Wassergroßspielgeräte bei den Wendensprints.

Nach dem Schwimmen ging es an’s Einräumen des Nachtlagers, welches größtenteils aus einem Raum mit Doppelstockbett für 4 Personen pro Lage bestand. Marv und Max fanden dann noch im rustikalen Wohnzimmer nebenan mit original Fliesentisch ihr Schlaflager. Jana bettete sich noch in der Nacht ins Büro der Rettungsschwimmer um.

Die Fischdose

Schön war auch die kompakte Gestaltung der Unterkunft. So befand sich die Dusche hinter einem Vorhang in der Küche und auch das Klo wurde durch eine Tür direkt aus der Küche betreten. Das kommt einem Triathleten, der Effizienz in jeder Lebenslange anstrebt, natürlich sehr entgegen.

Ein sehr wichtiger Baustein eines jeden Trainingslagers ist, wie wir alle wissen, die Ernährung. Die Verpflegung und die Leistungs- und Leidensbereitschaft stehen in einem direkten Zusammenhang. Hier hielt Tina die Fäden in der Hand und hatte mit Hilfe zahlreicher Institute (Danke ans restliche Orgateam) sowie dem wöchentlich erscheinenden Aldi-Prospekt einen ausgeklügelten Speiseplan aufgestellt:

  • Freitag Abend: Kartoffeln mit Quark und Gurkensalat und Knoblauch
  • Samstag Morgen: Frühstück mit Brötchen und Müsli und Knoblauch
  • Samstag Mittag: Nudeln mit Pesto und Knoblauch
  • Samstag Abend: Grillen – Fleisch/Fisch + Salat /Kartoffeln und Knoblauch
  • Sonntag Morgen: Frühstück mit Brötchen und Müsli und Knoblauch

Die Mahlzeit am Freitag Abend schmeckte hervorragend, auch wenn einige außerplanmäßig auf den Genuss der 5 Knollen Knoblauch und der damit einhergehenden Wunderkräfte verzichteten. Nachdem wir den Geschirrspüler bestückt hatten, ließen wir den Abend mit der vorort bereitgestellten Lektüre aus der Mitte der Zweitausender ausklingen. Riesenfreude am nächsten Tag übrigens: Der Geschirrspüler war defekt. Danke an Karo, Silvio, Jule und alle anderen Abwascher.

Die Nachtruhe fiel - wohl wegen des Vollmondes - weniger ruhig aus: Das Ölsardinen-Bett wurde zwischen 12 und 3 Uhr zum Start-und Zielpunkt eines Toiletten-Staffellaufs.


Samstag

Bereits am Frühstückstisch kam es zum Wettstreit der Gladiatoren, beim dem es galt, die beste hausgemachte Marmelade zu küren. In den Ring traten dabei mit ihren Kreationen Silvio & Sophia (Erdbeere), Martin & Karo (Kirsch) und Goldi & Grahlo (auch Erdbeere). Trotz früher „Kernwarnung“ durch Martin kam es zu keinen nennenswerten Gebissschäden. Auch die zu Tisch getragenen Semmeln wurden vom Dorfbäcker noch mit richtigem Mehl gebacken, so dass sogar Martins Mutter gesagt hätte: „Das schmeckt wie früher…!“. Das jedoch nur ein kleines Nutella Glas den Tisch verzierte, konnte Marvin so gar nicht verstehen und griff vorsichtshalber beherzt zu: Was ich esse schadet meinen Sportfreunden nicht.

Gewöhnungsbedürftig war für einige der Knoblauchkonsum, welcher bereits zum Frühstück in Form von kontaminierter Butter (Ursache: nahe Lagerung der Butter neben den Knoblauchzehen im Kühlschrank!) zelebriert wurde, aber die „entzündungshemmende“ Wirkung akzeptierten schließlich alle.

Als Zaisi nach dem Frühstück zu uns stieß, war die Radgruppe komplett und wir brachen uns unter Grahlos Führung Bahn Richtung Altenberg. Inklusive waren, wie im Reiseprospekt beschrieben, eine atemberaubend schöne Landschaft. Selbst Landmuffel und Asphaltanbeter befanden, dass der malerisch anmutende Landstrich im Pöbeltal einen weiteren Besuch in naher Zukunft wert sei. Dem Trainingsplan folgend absolvierten wir außerdem 10 mal 3 Minuten Tempofahrt. So verging die Zeit hinauf ins Erzgebirge kurzweilig und oben angekommen, genossen wir den Ausblick und die Darbietungen der Gruppenfotografen. Kurz vor Schluss teilte sich das Peloton ungewollt, aber wir fanden alle mittags pünktlich zur Unterkunft zurück.

Nach einem kleinen Snack wasserten wir und schwammen wie eine Delfinschule eine Stunde locker in der Malter. Neben Gummi-Eisberg-Erklimmen und Wasserschatten-Schwimmen übten wir uns noch in der Kunst des Neopren-Entkleidens.

Doch die wohl wichtigste Einheit für Muskulatur, Stoffwechsel und den Kopf stand am Nachmittag auf dem Plan: 3*(R: 15km GA1 + L: 4km GA1/2) hatte uns Trainer Jörg B. aufs Brot geschmiert.

Achtung, lieber Leser, es folgt ein willkürlicher Wechsel in den Präsenz. Wir sind hier die Autoren und machen, was unserem künstlerischem Geist gefällt.
Die Radrunde beträgt kuppierte 18km - wir sichern schließlich stabil ab. Das erste Intervall plätschert so vor sich hin, Max darf die gesamte Runde in der Führung fahren und beim Laufen versucht jeder seinen Rhythmus zu finden. Beim ersten Berg des zweiten Intervalls zieht Max am Berg an der Führungsreihe vorbei. Ich versuche ihn zu bremsen und gebe ihm einen Aufgabe: "Max, wenn Tina 5 Meter Abstand im Berg hast, schiebst du sie wieder ran."

Darauf hin verschwindet Max nach hinten. Gut!, denke ich. Häh?!?, denke ich im nächsten Moment als ein Tandem aus Tina und Max links an der Gruppe vorbeifährt, besser gesagt, vorbeifliegt. Auf der restlichen Runde sehen wir beide nur noch als kleinen und lockigen Punkt am Horizont. "Handauflegen!" ist Max' Erklärung für Max Tinas plötzliche Leistungsexplosion. Damit muss sich doch eigentlich Geld verdienen lassen! Der Rest flutscht ganz gut und nach gut 3 Stunden sind wir alle herrlich hinüber.

Die sofort eingeleitete Regenerations-Maßnahme in Form von Nacktrutschen erfrischt die müden Muskeln. Dabei ignorieren wir Grahlos Warnung, dass der Zander zur Zeit beißt - bevorzugt nach kleinen, zappelnden Fischen. Manch einer geht das Riskio bzw. den Nervenkitzel sicherlich auch sehr bewusst ein. Das nudistische Vergnügen kulminiert im Ritt auf der Riesen-Banane, auch hier flutscht es ganz gut.

Zum Glück hat der Zander nicht gebissen ...

Während unserer Kindereien hat Karo bereits den Grill angeheizt. So belohnen wir die leergebrannten Körper anschließend mit viel Protein und Fett vom Rost. Leider schüttet es gerade jetzt kübelweise. Daher sitzen wir im Speisesaal unserer Unterkunft statt den schönen Blick auf den See (wiss. korrekt “Talsperre”) zu genießen. Aber spätestens als sich zum Schmausen noch Familie Grahl an den Tisch gesellt, alle satt sind, die Gummitiertüte geöffnet und Martins Spielonkel-Fähigkeiten bestaunt werden können, wirken alle Gesichter glücklich und zufrieden.

Nachdem wir den Sonnenuntergang über der Malter betrachteten, macht sich allgemeine Müdigkeit breit. So endet dieser schöne Tag.

Wirklich? Nicht für die beiden Lausbuben Marvin und Max, sowie Jana und Carsten, die sich zwecks Dorfdiscobesuch herausgeputzt haben. Unter mysteriösen Umständen finden sich die Kinder der Nacht schließlich gegen Mitternacht auf einem Ruderboot mit Schlagseite in der Mitte der Talsperre. Doch nach einem Besuch bei Sportfreund Dirk und seinen Mannen am jenseitigen Ufer (Danke für die Bewirtung) und einigen Adrenalin-Einheiten gelangen auch sie letztlich wieder in die Sardinenbüchse.

Partey


Sonntag

Um 6:45 klingelt der Wecker … nicht. Eine Stunde später Aufstehen reicht heute aus. Der Plan gibt uns auch ohne Frühschwimmen genug zu knabbern bzw. zum zähen kauen. Der 10km Ga1-Erholungslauf rund um die Talsperre fordert die vom Vortag Gezeichneten ziemlich. Doch nachdem Grahlo zu uns stößt und uns mit seiner unbekümmerten Lebensfreude erheitert, wird es ein richtiger Genusslauf.

Weil wir noch sehr viel Essen übrig haben, gerät das Frühstück zu einem Kampfessen. Jörg hat sich unter dem Vorwand einer unangekündigten Leistungskontrolle auf sein Rad geschwungen und leistet uns nun Gesellschaft.  Danach allgemeine Aufbruchstimmung: Sauber machen und Sachen packen. Die Verabschiedung von Grahlo will kein Ende nehmen, so gut hat das Teambuilding funktioniert. Schlussendlich können wir uns dann doch trennen und so wackelt der eine Richtung See zum Schwimmen und die anderen rollen vom Hof.

Die Rückfahrt wird von Maras Begleitung und herrlichem Sonnenschein versüßt. Einstimmig beschließen wir die Route um einige Höhenmeter zu entschärfen. Dennoch liegt so mancher Hügel im Weg nach Dresden.

So kommt es, das Max erklärt wie weit es noch zum Gipfel eines Berges ist: “Da oben ist man dann oben.” Diese Weisheit kann wohl getrost verallgemeinert werden und darf in keinem seriösen Sportlexikon fehlen. Einen runden Abschluss findet das Trainingswochenende bei mehreren Kugeln Eis unterwegs in Pirna, bevor wir entkräftet und müde zu Hause ankommen.

Danke Martin und Karo, dem Orga.-Team: Tina, Max und Jana, den Fahrern Sophia und Carsten und natürlich Grahlo, auf dessen Misthaufen das TWE erst wachsen konnte.

Es grüßen recht herzlich die Teilnehmer des TWE Malter 2014.

Radtraining

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