Triathlonverein Dresden e.V.

Template_HP-0040.jpg

Fast Five mit Christian Otto

Die kleine Reihe der schnellen 5 geht weiter mit einem weiteren erfolgreichen Jugendgewächs, welches bereits in jungen Jahren ausgehüpft ist, um großes zu vollbringen ... Christian Otto.

 

1. Du rufst in allen 3 Disziplinen ein hohes Leistungslevel ab. Gibt es etwas, was du anders machst als andere um das zu erreichen?

Wie war das noch mal mit der Triathlon Weisheit schlecht hin ? - Du kannst im Schwimmen kein Rennen gewinnen, aber es verlieren! Ganz nach dem Credo trainiere ich auch meine wohl stärkste Disziplin und arbeite immer daran, im Wasser der erste zus ein. Damit kann ich gerade auch in Non-Drafting Rennen meine Gegner früh unter Druck setzen. Denn nichts ist schlimmer, als schon auf den ersten Radkilometern zu überziehen, weil ich die Lücke nach vorn schließen muss. Dann ist da die Sache mit den eigenen Ansprüchen, damit steht und fällt oft das Ergebnis. Wenn du ihnen nicht genügen kannst, dann wirst du auch nicht deine Topleistung im Rennen abliefern. Deswegen rate ich jedem Athleten, sich realistische und klare Ziele zu formulieren die dir gerade mental am Renntag weiter helfen. Aber was mache ich anders ;) Ich habe in den vergangen Jahren sicher sehr viele Stunden trainiert, dabei doch dann nicht immer den maximalen Erfolg gehabt. Ein Grund könnte sein, dass ich chronisch am Limit war. Wenn du in einer Woche 100 Kilometer läufst, 300km Rad fährst, 25-30 Kilometer schwimmst und dazu noch 3-4 Stunden im Kraftraum bist, dann lebst du teilweise nur noch danach, diese Kennziffern umzusetzen. Du misst die wöchentlichen Erfolge daran, ob du die Umfänge erreichst oder nicht. Deine GPS Uhr macht dich glücklich, wenn du die Kilometer geschafft hast. … Das kann nicht Zielführend sein. Ohne Frage, musst du die Umfänge erreichen, wenn du Olympiasieger werden willst. Aber du brauchst eben dafür auch die Belastbarkeit und das nötige Talent. In allen anderen Fällen ist "viel" nicht immer der richtige Weg, sondern du musst das Training adäquat und vor allem individuell anpassen. Mit meinem Studium zum Sportwissenschaftler habe ich einiges gelernt, und dazu kommen eben Erfahrungen aus vielen vielen Kilometern in den Beinen. Training muss vor allem geplant und zielstrebig ablaufen, dass ist das Eine und das Andere ist eben die Trainingssteuerung, und da mache ich vielleicht manches anders und richtig.

2. Die internationale und gerade auch die deutsche Profiszene ist gerade am anwachsen. Selbst Ausnahmeathleten wie Jan Frodeno und Sebastian Kienle müssen Positionen hergeben. Ist das positiv einzuschätzen oder erschwert dies zusätzlich den Existenzkampf angesichts einer recht steilen Prämierungskurve?

Die genannten Athleten haben nach wie vor eine Ausnahmestellung. Ich sehen es eher anders! Es gibt inzwischen viele gut dotierte Rennen. Ich kenne die Zahl nicht, aber du kannst bei unzähligen Ironmanveranstaltungen, noch mal so vielen Challenge Rennen, anderen ungelabelten Veranstaltung in jedem Land starten. Und dazu kommt ein gut gefüllter Rennkalender der ITU. Wenn man das betrachtet fällt für jeden ein Stück vom Kuchen ab, der ein gewissen Niveau an den Tag legt. Aber man kann in Deutschland natürlich nur bedingt davon leben, wobei mir da spontan 10 Deutsche einfallen die es können ;) Also steil ist was anderes ;)

Als Profi machst du sehr viele Rennen im Jahr, um das Geld zu verdienen. Du kannst aber nicht jedes Rennen perfekt trainert an der Startlinie stehen. Jeder der sich etwas mit Ausdauertraining beschäftigt, weiß das. Jeder von den Jungs hat einen anderen Rennkalender und somit einen anderen Schwerpunkt. In Heilbronn ist Andi Böcherer sicher wieder der Topfavorit, in Roth ist es Frodeno, und bei einem anderen Rennen ist es Andi Dreitz… Wenn es jetzt nur 5 Rennen im Jahr gäbe , dann würden da auch immer die besten Athleten starten, so wie es in den nicht olympischen Jahren in der WM-Serie ist. So hast du immer nur den Moment. Auf Hawaii waren es zu letzt die beiden Deutschen. Leider ist der Triathlonsport inzwischen so untransparent, dass sich selbst Andreas Böcherer für Olympia nominieren würde, und das öffentlich kommuniziert, obwohl er es nicht mal in ein Weltcuprennen schaffen würde. Und nur weil man den Ironman Texas gegen 5 Profis gewinnt, die keiner kennt, bin ich noch lange nicht der neue Stern am Triathlon Himmel, ohne die Leistung eines Patrick Lange zu diskreditieren. Inflationär ist eher die Breite der Profiszene in Deutschland die nicht davon leben können. Die, weil sie einfach nicht das Niveau haben um regelmäßig die Preisgelder erreichen, es aber denn machen, weil es einfach der günstigste Weg ist, eine tolle Sportart zu betreiben…Nur sind es keine Profis - sie haben dann nur diese Lizenz gekauft. Im Übrigen, schätze ich mich auch nicht wirklich als Profi ein, denn auch ich muss mein Lebensunterhalt anders verdienen ;)

3. Was ist dein wichtigstes Einzelziel in den kommenden 2 Jahren?

Schmerzfrei Triathlon betreiben und wirtschaftlich unabhängiger zu werden! Dabei betrifft das wirtschaftliche, durch ein besseres Marketing einfach regional präsenter zu werden und neue Partner zu finden. Aber eben auch meine Projekte für die andern Sportler voran zu treiben. Mit dem Schwimmseminar und dem Angebot der Trainingsplanung ist das ein erster Schritt. Und natürlich nur, wenn die Gesundheit es ermöglicht, kann man erfolgreich Triathlon treiben ;)

4. Mit welcher Disziplin ist aktuell am ehesten eine Mitteldistanz zu gewinnen?

Radfahren ist sicher eine Schlüsseldisziplin, gerade wenn es allein im Wind um schnelle Zeiten geht. Dabei gelingt es mir leider bisher selten dort die Bestzeit zu setzen. Doch das muss ich in der Regel auch nicht. Wenn du vorn bist, kannst du dein Rennen machen, das macht vor allem im Kopf stark und bringt dich auch zu einem guten Bikespilt. Die Erfahrung mit dem Kopf musste ich leider auch gerade in den letzten beiden Rennen machen. Im Schwimmen und im Laufen brauchst du ohne Zweifel ein gutes Niveau, aber im Gegensatz zur Olympischen Distanz ist es hier nicht so dominant. Allerdings ist es quatsch zu sagen, dass man das Rennen in einer Disziplin gewinnt - das klappt vielleicht in Moritzburg, aber in Heilbronn gilt es schon wieder nicht mehr.

5. Zusammen mit Partnern vermittelst du Sportlern Ressourcen um in der Auftaktdisziplin eine Entwicklung anstoßen zu köffnen. Sind diese Sportler nach einem Kurzseminar in der Regel in der Lage all die gegebenen Informationen umzusetzen und was ist der wichtigste, bzw. häufigste Hinweis, den ihr gebt!

Ja, wir haben in Leipzig mit dem Technik Tripel eine schöne Sache auf die Beine gestellt und viele zufriedene Gesichter erlebt. Aber wir machen auch immer wieder ganz klar deutlich, dass es im Schwimmen mit einer einmaligen Sache nicht zum großen Durchbruch kommt. Da sind wir aber auch sehr transparent! Wir werden die Technik auch nicht an drei Tagen ändern können, das ist einfach ein langfristiger Prozess, den wir anstoßen wollen. Uns geht es darum den aktuellen Stand der Technik zu analysieren und dann mit gezielten Übungen das Wassergefühl zu Schulen, welches für das tägliche Training wichtig ist. Natürlich bekommen die Sportler mit dem Ströumgskanal und den damit verbunden Möglichkeiten ganz neue Einblicke in ihren Schwimmstil. Dazu bekommt ein Sportler auch immer alle Videos an die Hand und eine individuelle Einschätzung und Tipps von mir, um zuhause weiter daran zu arbeiten. Wir hoffen, dass wir damit eine Regelmäßigkeit erzeugen können und die Sportler vielleicht einmal jährlich wieder kommen. Aber man muss auch sagen, beim Schwimmen gehört ein Schwimmtrainer an den Beckenrand, der auch dem Triathleten täglich Korrekturen geben kann. Ich persönlich schwimme nach wie vor im Schwimmverein, mehrmals die Woche. Denn im Triathlon gibt es leider keine kompetenten Schwimmtrainer. Neben dem betreuten Schwimmtraining ist mir der Hinweis wichtig, dass im Training auch mal auf das Kraulschwimmen verzichtet werden sollte und Paddels und Poolbuoye eben kein täglicher Begleiter sein sollten ;)

Sport frei, Christian

Radtraining

Resultate

aktuell: ebm-Seiffen

Sponsoren