Triathlonverein Dresden e.V.

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Regionalligafinale in Jena

Unter Kennern der Szene ist es längst ein offenes Geheimnis. Egal ob Drama, Krimi, Actionthriller oder Komödie: Wer sich zwischen den Genres nicht entscheiden kann, sollte sich mal Team-Triathlon näher anschauen.

Und wenn man das alles im Serienformat mag, darf man auf keinen Fall die Triathlon Regionalliga Ost verpassen. Leider ist die aktuelle Staffel letztes Wochenende ausgelaufen, denn Liga-Rennen Nr. 5 von 5, das Finale dieser Saison, fand am vergangenen Wochenende in Jena statt. Aus Insiderkreisen des MDRäh... TV Dresden hört man zwar, dass die nächste Staffel in Vorbereitung ist, doch bis zur Neuauflage wird wohl ein halbes Jahr vergehen. Ich will bis dahin vertrösten und für die Fans der Serie erst mal ein kleines Resümee der Finalfolge #Auswärtssieg@Jena ziehen.

Zum besseren Verständnis: Was geschah bisher? Kurz gesagt, nach 4 Rennen behaupteten die Männer ihre Verfolgerstellung trotz Ausrutscher als Tabellen-Zweiter. hinter dem BSV Friesen. Die Frauen lagen in ihrer Wertung hauchdünn vorne. Bei den Masters war die Leistungskurve eigentlich vielversprechend, doch kurz vor dem Finale fehlten die (Team-)Leistungswilligen und der Krankheitsteufel hatte zugeschlagen.

Für vertiefende Hintergründe und Analysen verweise ich auf die jeweiligen Rennberichte, besonders der Essay unseres Ligawarts Martin über das Männerteam und den #Auswärtssieg in Berlin sei Euch (und nicht nur den hartgesottenen Fans) ans Herz gelegt.

 

RLO Platzierungen vor Jena

Team

Rennen

Rackwitz

Schneeberg

Havelberg

Berlin

Damen

1.

2.

4.

3.

Herren

2.

2.

8.

1.

Masters

2.

1.

6.

4.

 

 

Für Jena ergab sich aus dieser Vorgeschichte dann folgende Dramaturgie:

- Nach dem „Triumph von Berlin“ waren die Erwartungen exorbitant, die Männer sollten sich in Bestform präsentieren, das hieß, Auswärtssieg Nr. 2 musste her.

- Verteidigung des knappen Vorsprungs und Eroberung des Damen-Siegertreppchens.

- Die Masters beendeten die Saison gemäß dem klassischen Drama, wenigstens meine Deutschlehrerin hätte sich darüber gefreut:

(Bildquelle: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Regeldrama#/image/Datei:Regeldrama_Aristoteles.jpg).

 

Die Akteure hatten sich deshalb trotz Sommerloch und Urlaub mindestens genauso akribisch auf das Finale vorbereitet wie auf die Rennen davor, ja womöglich morgens mal vor um 10 oder gar früher das Bett zum trainieren verlassen und gemessen an den Wettkampfstrecken astronomische Umfänge geschrubbt. Die waren ziemlich überschaubar, hatten es aber in sich: Die Vorgabe der Jenaer Regie war im 1. Akt ein Aquathlon über 0,25/2,5km in 5 Startwellen und nach der Sektpause ein Team-Bike&Run über 20/5km. Diese interessante Mischung wurde noch mit einem Bonuszeitensystem für den 1. Teil verkompliziert.

 

Die in Berlin bewährte und gar nicht von anderen Teams abgeschaute Strategie der Professionalisierung und viralen Offensive, verfolgte die TV-Öffentlichkeitsarbeit mit einer Social- Media-Kampagne, exklusiven Stirnbändchen für das Männerteam und einem eignen Betreuerstab und Fotoreportage–Team.

 

Einleitung

Nach einer Anreise im Starkregen kamen wir im feuchten Jena an und begutachteten den Ort des Geschehens: Ein erfrischend-kühler See, ein matschig-rutschiger Rasen-Slalom und eine abgesperrte Stadtautobahn am Rande des Ernst- Abbe Sportparks bei starken 16° Luft. So weit, so gemütlich. Nach dem Hinstellen der Laufschuhe für den Auathlon, Besuch der sanitären Anlagen und Einlaufen, fieberten wir der 1. Startwelle unter dem Vereinspavillon („Zwingerimitat“) entgegen.

Erster Akt

Mörg machte den Anfang und legte als Erster aus dem Wasser, fulminant wechselnd und als Startwellen-Zweiter gut vor. Für solch super kurze Schwimmen hatte er die neueste Entwicklung eines Neoprenherstellers eingepackt: Das Neopren reicht nur bis zu den Knien und soll somit einen hyperschnellen Wechsel ermöglichen. Das das Gerät wie ein 10Jahre alter Neopren mit halb abgeschnitten Beinen aussah, war wahrscheinlich nur Tarnung seitens des Herstellers. Als Nächster war ich an der Reihe, gelangte mit selten schweren Armen aus dem See und lief dem Ersten meiner Startwelle keuchend ins Ziel hinterher. Dann packte Martin seine imaginären Flossen aus und schwammlief durch den See und Matschrasen mit einer klasse Endzeit.

Grahlo demoralisierte die Konkurrenz ohne sich selbst zu übertriebener Eile zu hetzen. Marvin kämpfte sich ohne Kälteschutzanzug bis in die Wechselzone durch und erwischte dann leider keinen optimalen Lauf, lieferte aber eine stabilisierende Zeit fürs Team-Ergebnis. Am Ende stand der 2. Platz für die Männer nach Addition der vier besten Zeiten des Teams. Die rosaroten Panter aus Berlin war um 33 Sekunden schneller.

Leider hatten die Damen trotz ebenso guter Einzelergebnisse an diesem Tag einfach nur Pech. Den Hauptgewinn des Tages zog Antje, als sie in Führung und in einer sehr guten Zeit „eine Runde um den See“ lief, wie man ihr vertrauensvoll zugeflüstert hatte und sie dann ihr Glück im Ziel nicht fassen konnte, als ihr jemand Vertrauenswürdigeres den Hinweis gab, dass zwei Runden zu laufen wären. Unterm Strich reichte es „nur“ zum 5. Platz.

Im Ziel entschädigte dann immerhin das Kuchenbuffet für Einiges und das Lachen und Kalauern unter dem Vereinspavillon, gemeinsames Kuscheln, sowie die hervorscheinende Sonne sorgten für eine angenehme Atmosphäre im TV-Lager. Doch wurde darauf geachtet eine gewisse Spannung aufrecht zu erhalten und in der Wohlfühlstimmung nicht komplett zu versacken. Besonders wir Männer hatten heute ja noch was vor.

Zweiter Akt

Der Start des 20km Teamzeitfahrens erfolgte auf einem vollgesperrten Teil des Jenaer Stadtrings mit den Abständen, die sich aus den Differenz der Teamzeiten des Aquathlons und der Bonuszeiten ergaben.

Leider nur theoretisch, denn praktisch lies uns über eine halbe Minute zu früh hinter der BSV Friesen-Truppe starten. Das warf leider die Taktik über den Haufen den Rückstand von 48 Sekunden auf dem Rad herauszufahren und ihn dann bequem beim Lauf abzusichern. So fuhren wir schon 15 Sekunden später als die Blau- Pinken überrascht und chaotisch los. Mörgs Anwesenheit beschränkte sich wie geplant auf den ersten Kilometer, aber sein Antritt bleibt unvergessen.

Als wir sehr bald in die Verfolgerrolle hineingefunden hatten und schnell auf die von uns Gejagten aufgefahren waren, hatten wir für einen Moment fast gedacht, das sei alles richtig so und wir lägen schon in gut im Rennen. Als der Kampfrichter auf dem Motorrad, den Jörg klugerweise losgeschickt hatte, uns dann aufklärte, platzte diese Wunsch-Blase leider. Nun wechselte unsere Rolle vom Jäger zum Gejagten. Leider gelang es uns nicht, die Friesen nennenswert abzuschütteln.

Nach einer verwinkelten Abfahrt von der Radrunde Richtung Wechselgarten und einem immer noch verbesserungswürdigen Wechsel, hatten wir also die BSV-Jungs an den Fersen und 4 Laufrunden á 1,25Km vor uns.

Es ging dann aber besser als gedacht. Wir konnten alsbald unseren Rhythmus finden und die Verfolger in Schach halten. Die Zusammenarbeit im Team klappte formidabel, zu viert liefen wir in den berühmten Team-Tunnel.

Den Ausgang, das Licht am anderen Ende sichtbar vor Augen, pushten wir uns dem Ziel entgegen. Endlich dort, hefteten sich 4 paar Augen auf die Digitalanzeige, die unseren Vorsprung herunter zählte. Ein erstes Grinsen auf den Gesichtern machte sich breit als die notwendigen 33Sekunden, die wir beim Rad zu früh losgeschickt worden waren, verstrichen und die vier Panther noch nicht übers Ziel gejuckelt waren.

Nach einem herzlichen Shake-Hands, dem Austausch von Schweiss und einem gemeinsamen Fotoshooting mit unserer Lieblingskonkurrenz waren wir überwältigt, als #Auswärtssiege #2 offiziell wurde. 13 Sekunden Vorsprung hatten dafür auch wirklich gereicht.

In der Gesamtabrechnung heißt das für uns einen sicheren 2. Platz in der Regionalliga Ost vor dem Team aus Erfurt und hinter dem verdienten zukünftigen 2. Bundesligisten vom BSV Friesen.

 

Die Damen verpassten das Podium nur knapp mit 6 Sekunden Rückstand auf die 3. Damenkonkurrenz, stieg bei der Gesamtsiegerehrung der Regionalliga aber verdient aufs Treppchen zum 2. Platz hinter den Leipziger Triathletinnen und vor den Damen aus Neukölln. Symptomatisch für das Pech des Tages fiel leider der Glaspokal vor der Ehrung zu Boden – aber Scherben bringen Glück, hoffentlich für die nächste Saison!

 

Die Masters müssen nach einer langen Saison, die sehr gut begann, die Früchte der Arbeit kampflos hergeben. Platz 4 steht am Ende für sie im Buche. Ohne euch fehlt etwas beim Liga-Wettkampf. Eure alten Knochen bringen immer eine gute Portion Lockerheit mit ins Geschehen!

 

Viele Grüße,

Euer Max

 

 

Danksagung

Ehre wem Ehre gebührt: Danke, Danke Martin fürs Kümmern und Organisieren und Planen, Danke Trainingsplanschreiber Jörg. Und natürlich allen Engagierten im Verein, sei es beim Training, den Trainingslagern, Wettkampftotografie oder jeder andern Art von Unterstützung.

Ohne Euch wären wir nie soweit gekommen – Dank allen Sportlerfamilien, den Ehepartnern und Freundinnen, Kindern und Freunden.

Ohne Euch wäre alles viel, viel schwieriger - Dank an die Sponsoren, für Ihre Hilfestellungen und Beiträge.

 

Redaktion: Martin&Max

 

Gallerie: alle Bilder ansehen mit herzlichem Dank an unsere beiden Fotografinnen Martha und Franzi.

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