Triathlonverein Dresden e.V.

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Duathlon DM in Cottbus - Max

Es ist Wettkampftag in Cottbus und wie vorher angekündigt, hat sich ein stattliches Aufgebot Dresdener am Austragungsort der Kurzdistanz-DM im Duathlon 2014 eingefunden.

Auf vielfache Empfehlung, Einladung, wenn nicht gar Drängen des Leistungssport-Verantwortlichen Martin haben viele die Chance nun tatsächlich ergriffen, bei einer prestigeträchtigen DM im „Dresdner Umland“ (die mit dem Radtacho gemessene Distanz lässt ja die Bezeichnung zu) dabei zu sein.

Nachdem wir auf unterschiedlichen Wegen angereist sind, treffen wir uns zwischen vollgesperrtem Stadtring (Radstrecke) und Spreeauenpark (Laufstrecke) an der Cottbusser Messehalle (T1&T2) beim Check-In.

Manche unter uns haben bereits gute, teils sehr gute Erinnerungen an das Duathlon-Großereignis  im Gepäck und einige wie ich, noch nicht, sind aber ziemlich scharf drauf.

„Ziemlich scharf“ achtet man hier auch auf die DTU- Regularien. Bei der Anmeldung muss ich wie Carsten letztes Jahr ein Sümmchen berappen, weil meine Startpass-Nummer hochoffiziell nachgeschlagen werden muss - nun gut, wie die Dopingkontrollen und die prima Organisation insgesamt bestätigen wird - es muss ein Zeichen von Professionalität der Veranstaltung sein.

Bereits am Vormittag waren die Jugend und Junioren gestartet - auch die jungen Talente aus Dresden. So bekamen wir beim Ankommen gerade noch mit, wie Anna den Grundstein für Ihren späteren Juniorinnen-Sieg auf dem Rad legte - Gratulation! Natürlich auch ein großes Lob an die restliche Jugend für Ihre Anstrengungen!

Wir Altersklasse-Starter haben nun ersteinmal die üblichen Wk-Vorbereitungen, Einchecken, Einlaufen, Toilettenbesuch und sich-gegenseiteig-sein-Leid-klagen vor uns. Wobei sich letzteres heute glücklicherweise kaum auf den schlechten Trainingszustand und Wehwechen bezieht, sondern mehr auf das kühle Wetter, und den sich ergebenden Dresscode. Ob kurz-kurz, lang-kurz, kurz-lang oder lang-lang zu tragen erübrigt sich aber eigentlich mit Blick auf die Sonnentrahlen, die vor dem Start durch die Wolken herablächeln.

Um 12:40 Uhr stehen wir - Jana, Jule, Micha, Martin, Marsten und Max nebst Nico  - am Start, hören uns die Nationalhymne an und rennen los. Die Warnung von Martin, nicht zu schnell anzugehen, beachte ich etwa 500m. Dann fixiere ich das bekannte Kamenz-Dress, in dem Nico anfängt gute Tempoarbeit zu machen und zwei Läufer hinter sich herzuziehen. Einer davon, der Titelverteidiger Carsten ist ein weiterer Orientierungspunkt, der zwischenzeitlich auch die Führung übernimmt. Ich bleibe zunächst in der großen Verfolgergruppe hinter den Dreien - wir halten den Abstand.

Nach Runde 2 von 6 wird er größer und ich fühlte mich überraschend fit, einen Vorstoß nach vorne zu wagen. Bei Runde 3 werde ich leicht übermütig und überlegte, die Führung zu übernehmen – was ich ab Runde 4 schnell verwerfe. So wie auch Carsten kann ich einfach nicht mit Nico und seinem Verfolger Schritt halten - Carsten lässt sich zurückfallen und ich versuche mit Mühe den Abstand nach vorne zu begrenzen. Ein Überholer gegen Ende der 9,6 km macht das mental nicht leichter. Eigentlich bin ich aber doch von mir selber etwas überrascht. Mir wird bewusst, dass wenn der Abstand zu Nico nicht zu groß wird, ich gute Chancen habe, auf dem Rad Aufzufahren und einen Vorsprung - vielleicht – einen entscheidenden aus den Oberschenkeln zu zaubern. Als 4. komme ich schließlich 40sek. hinter Nico in die Messehalle gestürmt und wechsle auf mein geschätztes Gefährt. Auf der Strecke ist es windig und es geht immer wieder über flache, aber langgezogene Anstiege. Hier wird mir wohler ums Herz. Bald bin ich Nico und seinem direkter Verfolger, einem Dortmunder Athlet, sehr nahe und übernehme vor ihm die Führung. Nico als Dritter versucht am Dortmunder dranzubleiben - und ich von den beiden davonzukommen. Mein Verfolger ist aber auf den ersten Runden für so manche Attacke zu haben, und so bleibt es spannend. Ich schätze ihn viel laufstärker als mich ein und kämpfe daher um jeden Meter Vorsprung. Daran scheitere ich beihnahe, als ich Wadenkrämpfe bekomme, doch wie es aussieht habe nicht nur meine Waden nichts gegen eine Tempoentspannung. Schließlich festige ich die Führung und komme mit 27Sek „Polster“ ins Ziel. Nach einem eher chaotischen Wechsel wird mir klar, dass es ziemlich unbequem wird, sich auf diesem dünnen Polster in einen fulminanten Siegeslauf zu knien. Aber der Geruch von Ruhm und Bratwurst aus dem Zielbereich, die Anfeuerungsrufe und ein drängelnder Fahrradbgeleiter werden mir trotz Schnappatmung schon Beine machen. Auch die Vorstellung einer etwaigen Standpredigt des TV-Leistungsverantwortlichen, wenn ich jetzt den Sieg nicht heim hole, lässt mich mindestens 30sek/km schneller Laufen. Ich rechne jeden Moment damit, überholt zu werden und renne am Anschlag, bis ich die Ziellinie überquere. Tatsächlich als erster. Glück gehabt! Ich bin zunächst noch etwas ungläubig, doch spätestens als ich zur Dopingkontrolle gebeten werde, ändert sich das.

Max über allen!

Etwa im Halb-Minuten Takt tröpfeln schließlich meine Verfolger ins Ziel. Darunter bekannte Gesichter aus Sachsen: Nico als 4. und Ak- Gewinner, Robin Duha,  5. und Ak-Zweiter. , Rene Gruner, 14. und dann die Vereinsjungs: Carsten 18. , Michael „Grahlo“ 21. und Ak-Zweiter, Holm 24. und Ak-Gewinner , Martin als 27. und Bernhard auf Platz 50 in einem Gesamtfeld von 130 Startern. Chapeau!

Die Herren können sich für 2015 gerne unsere Damen als Vorbild nehmen: Jule gewann die Ak 2 als 6. , Virginie wurde Ak 3. auf Platz 17 und Jana … nun,  Ihrem Beispiel sollte man folgen, wenn: Man im Wettkampf alles gegeben hat und man anschließend erfährt, dass man disqualifiziert wurde. Wenn man sich korrekt verhalten hat und auf die frage nach dem Warum, dann erfährt, dass man nicht seine eigenen Schuhe anhat, sondern das Paar seines Wechselplatz-Nachbarn. Dass bis auf die Schuhgröße die Schuhe vollkommen identisch sind. Dass dieses Versehen eigentlich keine gravierenden Auswirkungen haben konnte, weil der Andere ein zweites Paar Schuhe hatte.

Jule & Max - ganz oben

Jana wäre 5. und Ak-Zweite geworden und blieb innerlich unerschütterlich Gelassen. Respekt.

Nachdem wir mit Blumen und Trophäen ausgiebig geehrt wurden, verfolgten wir noch das spannende Rennen der Elite-Starter mit dem draufgängerischen Lokalmatador Zoltan und der neuen Dresdner Hoffnung Marvin, dessen mitreißender Verlauf noch auf dem Heimweg diskutiert wurde.

Ich bin überglücklich und danke meinen Trainingskameraden, allen Engagierten im Verein und besonders meiner Familie.

Allen eine Gute Erholung und Glückwunsch zum gelungenen Formtest. Wir dürfen gespannt sein auf die kommende Saison!

Viele Grüße,

Max

>Ergebnisse<

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