Triathlonverein Dresden e.V.

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Filzteich Triathlon 2013 in Schneeberg – Volles Podium für das Dresdner Spitzen Triathlon Team

Bericht der „neuen“ Masters

Schon in seiner Ankündigung zum ersten Wettkampf der Regionalliga Ost in Schneeberg lancierte unser Chief Communications Officer (CCO), Heiko, geschickt erste Informationen zu personellen Veränderungen des Masters Teams – Schlagworte wie „Verjüngung“ und „weibliche Verstärkung“ verunsichern die Konkurrenz und machen Neugierig auf den ersten öffentlichen Auftritt der neuen Masters des Dresdner Spitzen Teams. Beide Aussagen treffen natürlich ohne Einschränkungen auf Jana Clement zu, die nicht nur durch Ihre sportlichen Leistungen eine echte Bereicherung für die Masters ist. Wenngleich optisch nicht vordergründig eine Verjüngung in der Riege der ausgezerrten Langstreckenathleten, so sorgt Sven als weiterer Zugang zweifellos für eine stilsichere und modisch wegweisende Aussendarstellung der Mannschaft, vor, während und nach dem Wettkampf. Seine sportliche Performance unterstreicht unsere selbstbewusste Ankündigung an die Konkurrenz.

Die neuen Masters zeichnen sich jedoch nicht allein durch die Neuzugänge aus, sondern auch durch eine Wandelung des Mannschaftsverständnisses insgesamt. Unser Chief Strategic Officer (CSO), Holm, hat zu Saisonbeginn treffend analysiert, dass Triathlon bei den Masters in der Regionalliga schon lange die Bereiche des einfachen Hobbysports verlassen hat. Beeindruckend ist nicht nur die hohe Leistungsfähigkeit einzelner Sportler in der Liga, sondern die inzwischen sehr hohe Leistungsdichte über die Mehrzahl der Mannschaften und dies in allen drei Disziplinen. In dieser Erkenntnis, dass einzelne Spitzenleistungen für den Weg auf das Treppchen nicht mehr ausreichen könnten, wurden erstmals die ehernen Regeln der Kommunikation einer Mastersmannschaft - Reden ist Blech, E-Mail-Beantworten ist Silber und Gar-Nicht-Reagieren das einzig Goldene - nachhaltig gebrochen und es fanden wiederholt Kontaktaufnahmen für gemeinsames Training und Austausch von Wettkampfstrategien statt. Gegenseitige Tipps, Einsichten in die Trainingsgeheimnisse der Anderen und auch die bessere Einschätzung des eigenen Leistungsstandes sind positive Erfahrungen, die Lust auf mehr machen.

Triathlon in Schneeberg, das bedeutet Heilschwimmen in gesundem Moorwasser, Radfahren auf leicht profilierter Strecke und schnelles Laufen durch die Rapsfelder. Der letzte Wettkampf 2011 hier hatte mit Hitze und Höhenmetern teilweise nachhaltige Narben in der Athletenseele hinterlassen. Trotz des Unbehagens angesichts einer möglichen Wiederholung dieser unangenehmen Erfahrungen bestand insgeheim aber bei allen auch eine gewisse Erwartungshaltung auf eine gute Mannschaftsplatzierung. Jana war durch konsequentes und ehrgeiziges Training perfekt vorbereitet, Sven stand nach seinem Topergebnis beim Ironman in Nizza ohnehin noch voll im Saft, Holm hatte ebenfalls durch Podiumsplatzierungen in dieser Saison schon seine gute Form nachgewiesen. Aus den gemeinsamen Trainingseinheiten wusste ich, dass Toralf auf dem Rad und beim Lauf eine sichere Bank ist, er ist ohnehin immer dann in Bestform, wenn er eigentlich gar keine Zeit zum Training hatte.

Aber auch die Regionalliga-Teams der Damen und der Herren der Dresdner Spitzen haben sich für die neue Saison ambitionierte Ziele gesetzt. Eine harmonische Vereinsführung unter unserem Präsidenten, Jörg, unserem Chief Vergnügungs- und Leistungs-Officer (CVLO), Martin, sowie unseres Chief Frauen Officer (CFO), Katja, und Chief Irgendwas Officer (CIO), Carsten, hat durch vorausschauende Personalpolitik, neue Trainingsmethoden und gute mentale Vorbereitung in gemeinsamen Trainingscamps für Teambuilding gesorgt und perfekte Voraussetzungen für den Kampf um die Podiumsplätze geschaffen.

Die Damen, seit Jahren ein anerkannter Favorit im Kampf um den Gesamtsieg, meldeten in Schneeberg mit Anna und Eva Lamm, Katja und Juliane eine Mannschaft, die schon im ersten Wettkampf Hoffnungen der Konkurrenz auf Zeichen von Schwäche von vornherein ausschloss. Die Männer dagegen waren in der vergangenen Saison angreifbar, blieben in einigen Wettkämpfen hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Sie wollen in dieser Saison angreifen. Der Falke ist wieder heiß – dieses Gerücht hält sich seit einigen Wochen hartnäckig in der Szene – und wer Carsten kennt, weiß dies als ernste Kampfansage einzuordnen. Max war rechtzeitig von seiner langwierigen Verletzung genesen und vervollständigte mit Martin und Poul ein Team ohne individuelle Schwachstellen in allen drei Disziplinen. Die Party konnte beginnen!

Entsprechend positiv vorgespannt begannen dann die unmittelbaren Vorbereitungen auf den Wettkampf mit einem weiteren Novum bei den Masters: Einem gemeinsamen Einlaufen, Materialcheck und Wechselplatzaufbau. Die Geschlossenheit im Auftreten fand jedoch ihre ersten Risse nach der Ankündigung des „Neoprenverbots“ für das Schwimmen. Während ein Teil der Mannschaft diese Entscheidung der Wettkampfleitung durchaus begrüßte, bildete sich eine zweite Gruppe, die nachhaltig an den offiziellen Temperaturmessungen zweifelte und hierzu eine eher ablehnende Einstellung entwickelte. Holm und Toralf gehörten nicht zur ersten Gruppe, Jana positionierte sich neutral – es kommt, wie es kommt. Aus den Teams der Damen und Herren sind keine Stellungnahmen hierzu bekannt.

Toralfs Skepsis erhielt zusätzlichen Nährboden beim Einstieg in das Wasser zum Schwimmstart: „Schon frisch“, waren die ersten Gedanken – aber Triathlon ist ja auch kein FunSport. Sven verließ das Wasser als bester Schwimmer unserer Masters-Mannschaft nach gut 25 Minuten unter den ersten fünf, ich kam am Ende der Gruppe als zweiter unserer Mannschaft aus dem Wasser. Anfangs noch mit gutem Gefühl sorgte der Blick auf die Uhr für einen ersten Schock: 27 Minuten für 1500 m, unglaublich langsam. Svens Aufzeichnungen seiner GPS-Uhr zeigten später, dass die Strecke rund 280 m länger war, ein Highlight war das Schwimmen damit trotzdem nicht. Toralf, die Attitude eines echten Gentlemans tief verinnerlicht, gewährte Jana auch im härtesten Wettkampfgetümmel den Vortritt am Ausstieg aus dem Wasser – Chapeau, soviel Zeit muss sein. Holm verfolgte seine erprobte Wettkampfstrategie, die zunächst auf einem kontrollierten Schwimmen mit dann folgendem Crescendo bei Rad und Lauf aufbaut.

Sven auf dem Rad

Auf dem Rad waren vier Runden mit einer Länge von jeweils 10km und zwei Wendepunkten zu fahren. Wie in der Wettkampfausschreibung angekündigt, war das Streckenprofil mit einigen Höhenmetern erwartet selektiv und ließ wenig Spielraum für taktische Überlegungen – entweder man kam die Berge zügig hoch, oder eben nicht. Durch die Streckenführung mit den Wendepunkten konnten wir regelmäßig die Abstände zu den vor und hinter uns fahrenden Konkurrenten abgleichen und behielten so einen guten Überblick über die Wettkampfentwicklung. Insgesamt bestätigte sich der im gemeinsamen Training gewonnene gute Formeindruck für die gesamte Mannschaft. In der dritten Runde zog Toralf schließlich noch an mir vorbei. Wir wechselten also in der neuen Reihenfolge Sven, Toralf, ich, Holm und dann Jana in die Laufschuhe.

Sven lief das Rennen nun an zweiter Stelle an der Spitze sicher nach Hause. In seiner Paradedisziplin, dem Laufen, setzte Holm ebenfalls zum großen Finale an, zog bald mit einigen aufmunternden Worten an mir vorbei und eröffnete seine Jagd auf den vor ihm liegenden Toralf, dem er Stück für Stück näher kam. In gegenseitigem Sichtkontakt entwickelte sich zwischen den beiden auf den letzten Runden ein harter Kampf um die interne Rangliste, den Toralf mit wenigen Sekunden Vorsprung noch zu seinen Gunsten entschied und später mit einem zufriedenen „yes - das erste Mal vor Holm im Ziel“ genoss. Ich bekam dagegen zunächst Seitenstiche und mußte einen Teil der ersten Runde gehen – das kostet mühsam erarbeitete Plätze! Trotzdem konnte ich dann den Lauf gut zu Ende bringen und auch Jana folgte nur kurz danach im Zieleinlauf.

Die Erwartungshaltung war insgeheim hoch, das Gefühl im Ziel sagte uns, es muss für einen Platz auf dem Podium gereicht haben. Trotzdem war unsere erste Reaktion auf die Ergebnisse dann eine Mischung aus Freude, Respekt und Ratlosigkeit: Freude, weil wir hinter den starken Berlinern vom TuS Neukölln und vor dem Triathlon Team Berlin auf dem zweiten Platz gewertet wurden und damit unserem Saisonziel, einen Platz auf dem Podium in der Gesamtwertung zu erreichen, einen ersten Schritt näher gekommen sind. Respekt und Ratlosigkeit aber angesichts des enormen Abstands zu den Siegern, die mit einem Gesamtvorsprung von 25 Minuten derzeit in einer anderen Leistungsklasse unterwegs sind – und das, obwohl alle Starter des TuS Neukölln der AK 50 angehören!

Das Frauenteam

Unsere Herren waren noch vor den Masters als erste gestartet und führten einen insgesamt sehr konzentrierten und mannschaftlich geschlossenen Wettkampf. Im Abstand von wenig über zwei Minuten liefen sie in der Reihenfolge Carsten, Max, Martin und Poul ins Ziel. Endlich wieder auf dem Podium, machte Carsten seiner Freude über den dritten Platz der Mannschaft Luft und unterstrich damit gleichzeitig deutlich, dass nicht nur der Falke weiter heiß auf die bevorstehenden Wettkämpfe ist. In der Männerwertung gewannen das Team vom Berliner Cycling Club 2012 vor dem Team EWAG OSSV Kamenz.

conDas Herrenteam

Vergleichbar beeindruckend wie der TuS Neukölln bei den Masters dominieren derzeit die Dresdner Spitzen Damen ihre Liga. In der Reihenfolge Anna, Katja, Eva und Juliane mit allen vier Starterinnen unter den Top 10 des Feldes blieb tatsächlich wenig Luft für die Konkurrenz. Der Vorsprung von fast 6 Minuten auf den zweitplatzierten HSV Weimar Triathlon und das Potsdamer Zeppelin Team ist deutlich.

Die Masters

1. Platz: Damen, 2. Platz Masters, 3. Platz: Herren - Volles Podium für das Dresdner Spitzen Triathlon Team in Schneeberg 2013 – Glückwunsch an alle.

Alle Teilnehmer des TV Dresden

Auch das sind die neuen Masters: Bei einem gemeinsamen „Ausstehen“ im flachen Wasser des Filzteichs wurde unmittelbar die Regenerationsphase mit einer Kältebehandlung eingeleitet und bereits die Vorbereitung auf den Triathlon in Havelberg mit einer intensiven Auswertung des absolvierten Wettkampfs begonnen.

Es bleibt spannend! Sascha

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