Triathlon das ist ja per Definition eine Einzelsportart, d.h. man trainiert allein, man gewinnt allein und man verliert auch allein. Mit zunehmender Leistungsorientierung nimmt oftmals auch die Anzahl der Trainingsbuddys und der sozialen Kontakte außerhalb des Sport ab. Klingt einsam und macht einsam. Aber halt, nicht gleich wegrennen und beim Fußball anmelden. Auch Triathlon kann man als Teamsport betreiben - und sollte es auch. Einen Aspekt möchte ich im folgenden Bericht beleuchten.

Wie in vielen anderen Sportarten gibt es auch im Triathlon ein Ligasystem mit Landes- und  Regionalligen und den darüber angesiedelten 1. und 2. Bundesligen. Jede dieser Ligen ist eine Serie von vier bis sechs Wettkämpfen, die man als Mannschaft bestreitet. Je Wettkampf starten vier bis fünf Athlet:innen pro Mannschaft (je nach Regelwerk der Liga) und die Aufstellung kann von Wettkampf zu Wettkampf variieren. Die Wettkämpfe an sich  unterscheiden sich in Format und Distanz. Neben den klassischen Einzelrennen über Sprint- und Olympische Distanz, gibt es auch Staffel- und verschiedene Teamrennen. Jede Athletin und jeder Athlet tragen durch ihre individuelle Leistung zum Mannschaftsergebnis bei. Nun haben die meisten Ligamannschaften eine breite Basis in einem Triathlonverein und sind alles andere als professionelle Super-Duper-Profi-Teams. Sie leben nicht von den Sponsoringunsummen austauschbarer, globaler Unternehmen, Wurst+Bier-, Ticket- Trikotverkäufen, sondern vom Teamspirit und vom Engagement einzelner Menschen. Die Motivation der Athletinnen und Athleten an den Ligarennen teilzunehmen ist demnach nicht monetärer Natur. Es geht ihnen um spannende, gut besetzte Rennen, im Training für gemeinsame Ziele zu arbeiten und diese zu verfolgen, zusammen zu Rennen zu reisen, Austausch und Teilhabe. Die zwei “e”s in Triathlonliga stehen im Grunde für “Erlebnisse” und “Emotionen”.

Triathlon als Liga- und Teamsport hat eine lange Historie im weltbesten Triathlonverein Dresden e.V. Mit sieben Mannschaften in vier Ligen sind wir seit vielen Jahren einer der präsentesten Vereine im Ligageschäft. Und auch hier wollen wir einen Schritt weiter gehen und verstehen es nicht als sieben Einzelmannschaften, die isoliert nebeneinander existieren. Vielmehr wollen wir einen aktiven Austausch zwischen den Mannschaften, zwischen erfahrenen Leistungssportlern, erfolgshungrigen Nachwuchsathleten, ambitionierten Breitensportlern und blutigen Beginnern fördern.

Sogenannte Trainingswochenenden (TWE) bieten sich hierfür an. Neben gemeinsamen Trainings stehen gemeinschaftliche Aktivitäten im Vordergrund der Bemühungen an diesen Wochenenden. Am zweiten Mai-Wochenende war es dann endlich wieder soweit und das zweite TWE der Saison stand an. Leider mussten mehrere Bundesligaathletinnen kurzfristig  krankheitsbedingt passen. Dafür war die Jugendabteilung umso aktiver vertreten und mischte die bunte Truppe mit Athletinnen und Athleten aller Ligamannschaften auf.

Das TWE startete am Freitagnachmittag mit einer lockeren Radausfahrt auf dem Elberadweg vorbei an malerischen Rapsfeldern in Richtung Meißen. In Meißen nahmen wir dann mit drei Teams am legendären Meißner Nachtpaarlauf teil. Dieser führt die Zweierteams über 16 Runden durch die Meißner Altstadt und es wird jede Runde gewechselt. Die 1,1 km langen Runden sind recht profiliert, aber dafür auch mit bestem historischem Kopfsteinpflaster ausgelegt. Am meisten über unser Erscheinen freute sich offenbar Conny König, die mal wieder eine tolle Moderation machte.

Start_Nachtlauf
Start zum Nachtlauf
Tim
Tim läuft los.
Pauline feuert Marco an
Pauline feuert Marco an.

Die beiden TV-Teams mit Caro Pohle und Tim Wüstefeld sowie Pauline und Marco Kühne konnten sich vom restlichen Mixedfeld lösen und lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Das bessere Stehvermögen hatten nach etwas über einer Stunde Renndauer Caro und Tim. Das Team Kühne freute sich über den zweiten Platz.

Das dritte TV-Team besetzen Pauline Feußner und Clara Nitschmann. Hier hatte sich das Kampfgericht aber offenbar auch für einen Start in der Mixed-Wertung entschieden. Mit Platz 7 waren sie das beste Frau-Frau-Team in der Mixed-Wertung und hätten damit auch die Sieg-Pflastersteine in der Frau-Frau-Wertung verdient gehabt. Naja, so ist das Leben bei kleineren Veranstaltungen halt manchmal - perfekt unperfekt :-D Während Tim mit seinem Rennrad den Heimweg nach Dresden durch die lauschige Nacht antrat, kehrte der Rest im Vereinsbus nach Dresden zurück.

Durch die Nacht
Clara läuft durch die Nacht.
Siegerehrung
Siegerehrung der Mixed-Wertung: Caro und Tim gewinnen vor dem Team Kühne.

Nach einer lockeren Laufeinheit am Samstagmorgen trafen wir uns zum Schwimmtraining. Alle Sportlerinnen und Sportler gaben sich sichtbar Mühe und insbesondere der Nachwuchs legte sich mächtig ins Zeug, um die Vorgaben von Trainer Jörg zu unterbieten.

Am Nachmittag trafen wir uns in großer Gruppe zum Radfahren. Der wesentliche Inhalt sollte Rad- und Kurventechnik-Training sein. Wer zum Training zugelassen werden wollte, musste eine lockere Einführungsrunde im Süd-Westlichen Stadtrandgebiet mit zahlreichen Schienenquerungen und weiteren Hindernissen überstehen. Lobenswerterweise schafften alle die Hürde :-D

Im Anschluss wurden die Rad- und Kurventechnik (neudeutsch “bike handling skills”) trainiert. Mit jeder Kurve wurden die Athletinnen und Athleten sicherer und es war ein klarer Fortschritt zu sehen. Wo die Reifen zwar noch Traktion boten, aber die Pedalkörper nicht genug Bodenfreiheit, wurde die Asphaltraspel eingesetzt und mehr Bodenfreiheit geschaffen. Nach getaner Arbeit rollten die Athletinnen und Athleten nach Hause bzw. direkt in den Bischofsweg - Grillen, Dumm quatschen und gemütliches Beisammensein standen als letzter Tagesordnungspunkt an.

Radtechnik
Radtechnik-Training.
Stabil
Stabil!
Kurvenfahren
Anett düst um die Kurven.
Kurven
Naja rast durch die Schikane.

In Windeseile waren Grill und Biertische aufgebaut, mehrere Kilogramm Gemüse auf Spieße gespießt und und schon konnte das erste alk. freie Bier die Kehle runterlaufen. Nach dem alle satt und zufrieden war, zog es die meisten nach Hause ins Bett. Allein der Nachwuchs war noch hell wach und so zogen wir bei Margrit und Jörg ein, um die Zusammenfassung des ersten Rennens der World Triathlon Series 2022 zu schauen. Kurz vor Mitternacht verließen wir das präsidiale Wohnzimmer Richtung Nachbarwohnung und fielen in die Betten.

Am Sonntag um 10 Uhr traf sich eine sehr große Runde zum Radtraining im Bischofsweg. Till hatte die Route ersonnen, die uns auf idyllischen Straßen über die Dörfer im Norden von Dresden führte. Für Pauline und mich klang das Wochenende mit einem kurzen Koppellauf aus.

Die krankheitsbedingten Absagen von Athletinnen und Athleten waren schade. In Summe war es aber ein gelungenes TWE mit viel Austausch, gutem Training und reichlich Spaß. Ich freue mich schon auf das nächste TWE :-D

Sportliche Grüße

Martin

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