Triathlonverein Dresden e.V.

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1. Bundesliga in Tübingen – Die Wilde 13 und das Dresdner Spitzen Triathlon Team

Am Sonntag, dem 21. Juni, fand in Tübingen das dritte und damit vorletzte Rennen der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga statt.

Dem guten Auftakt im Kraichgau mit Platz 12, folgte – trotz großartigem Einsatz der Athletinnen und Betreuer - ein ernüchternder 15. Platz in Düsseldorf. Damit rutschte das Dresdner Spitzen Triathlon Team in der Tabelle ebenfalls auf den 15. Rang ab und befand sich im Abstiegskampf. Zur Einordnung: Es gibt 16 Startplätze und die letzten beiden Mannschaften steigen ab, sofern aus der 2. Bundesliga Nord und Süd Mannschaften aufsteigen wollen. In dieser Saison ist ein Startplatz nicht besetzt, so dass quasi nur eine Mannschaft absteigen wird/würde/müsste. Wichtiger ist aber: Mit Platz 14 und besser ist die Mannschaft auf der sicheren Seite!

Mit entsprechend viel Motivation reisten die Athletinnen und Betreuer des Dresdner Spitzen Triathlon Teams zum dritten Rennen in Tübingen an. Neben Stine und Helene, die beide bereits in Kraichgau Bundesligaluft geschnuppert hatten, und Anna, die in Düsseldorf ihren Einstand gab, würde Jana ins Rennen gehen. Sie stand bereits vor vielen Jahren mit der Mannschaft von TriSport Wurzen an der Bundesliga-Startlinie. Seither war sie etwas älter und das Schwimmen im Allgemeinen noch wichtiger geworden. Trotzdem sollte sie die Chance bekommen sich auszuprobieren. Und auch auf der anderen Seite des blauen Teppichs nutzen wir diese erste Saison im Oberhaus zum Testen: In Kraichgau hatte ich Marco Mola-Koch an meiner Seite als Betreuer. Nach Düsseldorf kamen meine beiden Lieblingsmenschen Karo und Friedrich mit und in Tübingen hatten wir Sebastian, Annas Freund, an Bord. Sebastian arbeitet in den Wintermonaten bei einer Skiwachsfirma und ist für diese im Umfeld der Langlauf-Weltcups unterwegs, um die Eliteläufer mit dem richtigen Wachs zu versorgen. Und was soll ich sagen: Es lief wie geschmiert mit ihm :-)

An dieser Stelle möchte ich einen herzlichen Dank an Marco, Karo und Friedrich und Sebastian, sowie allen Menschen im Hintergrund loswerden, die zu diesem Abenteuer positiv beitragen. Was vorne herum wie eine Rennstunde Triathlon auf hohem Niveau aussieht, ist vor dem Check-In und hinter der Ziellinie richtig viel Arbeit. Danke, wir wissen eure Unterstützung echt zu schätzen und ohne euch ginge es nicht!

Das Bundesligawochenende begann für mich mit der Abholung des Kleinbusses an der Margon Arena. Den Weg nutzte ich gleich für einen Dauerlauf, wie man das als Triathlet halt so macht. Wieder zu Hause würgte ich noch eine Wanne Kaffee hinunter und warf Sack und Pack ins Auto. Mit quietschenden Reifen und lauter Technomusik düste ich los. In Plauen stiegen Jana, Anna und Sebastian ins blaue Taxi ein und weiter ging die muntere Fahrt. Im beschauliche Tübingen war am Samstagnachmittag überraschend viel los - wegen der Triathlonbundesliga? Nachdem wir vor Ort Stine und Helene aufgesammelt hatten, schauten wir uns die Radstrecke an. Okay, der Gulli ist ziemlich tief, der auch und der auch. Also, etwas Achtsamkeit würde helfen beim Radfahren im Rennen. Ansonsten war die Strecke recht einfach: zwei Wendepunkte markierten eine fünfmal zu Fahrende Runde. Mit zu vernachlässigenden Höhenmeter würde man hier das große Blatt dauerhaft stehen lassen können. Im Anschluss sprangen wir in den Neckar zum testen der Begebenheiten auf der Schwimmstrecke. Der rege Gondol- und Tretbootverkehr beirrte uns nicht. Erstaunte Blicke werden in Motivation umgewandelt. Das Wasser schmeckte ganz passabel, wenn auch die Sicht recht trübe war. In der Mitte des Flusses konnte man sogar stehen, was den Wasserstart erleichtern würde. Die Laufstrecke sparten wir uns als Reanimationseinheit für Sonntagfrüh auf. Während Sebastian und die Athletinnen die Unterkunft bezogen, begab ich mich zum Stelldichein der Teamleiterinnen und Teamleiter zur entsprechenden Sitzung.

Die Disziplin "Vorrennpizza" absolvierten wir zusammen mit den Athleten und Betreuern der Mannschaft "Weimarer Ingenieure". Das bietet die Möglichkeit zum Austausch der neusten Neuigkeiten aus dem Triathlonmikrokosmos und von taktischen Erwägungen, und zum Dessert werden Anekdoten aus längst vergessen A3K-Tagen ausgepackt. Herrlich, so muss das! Danach hieß es "Zähneputzen, pullern und ab ins Bett".

Wie geschrieben wurden die Reanimierung der Triathlonleiber am Renntag mit einem lockeren Lauf inklusive Besichtigung der Laufstrecke gestartet. Mein lieber Herr Scholli - heftiges Ding! Hoch, runter, rechts, links, und vor allem Kopfsteinpflaster soweit das Auge recht. Das würde ein Knaller werden! Die Taktikbesprechung fand mit marmeladenbrötchenvollen Mund beim Frühstück statt. Im Gegensatz zu den Mannschaften aus Krefeld und Buschhütten, hatten wir nur einen Satz im Hausaufgabenheft stehen: Feuer frei! Na gut, etwas ausgefeilter waren die Überlegungen schon. Die Betriebsgeheimnisse werden hier aber nicht ausgebreitet.

Okay, wie ging's weiter? Sachen packen, Auto umparken, Check-In, Warm-Up, Line-Up, letztes Abklatschen und ab dafür. So, mit dieser literarischen Abkürzung stehen wir am Ufer des Neckars und sehen die Startlinie in 50 Metern Entfernung. Die Bundesligamusik läuft bereits, während Jana, Stine, Helene und Anna noch in Position schwimmen. Ihnen bleibt, wegen der roten Laterne in der Tabelle, keine Wahl der Startbox. Eine Entscheidung weniger, die getroffen werden muss. Im Wesentlichen reihen sich die Mannschaften von ganz rechts nach links auf. Ganz links liegen unsere Athletinnen auf dem Wasser, weil es hier zu tief ist. PENG! Eine Waschmaschine mit 240 Gliedmaßen und 8000 Watt setzt sich in Bewegung. Am äußersten rechten Rad ist es offenbar so flach, dass die Favoritinnen um Emma Jeffcoat (AUS) mit Delfinsprüngen die ersten hundert Meter absolvieren. Ei, das wird für reichlich Diskussionsstoff unter den Aktiven und Teamleitern sorgen. Stine, Helene, Jana und Anna kommen ganz passabel weg, müssen aber bis zur Wende einmal durch die komplette Breite des Neckars inkl. Gegenströmung schwimmen. Das hätte sich nur mit einer besseren Tabellenplatzierung vermeiden lassen. Arg viel erkennt man jetzt von außen nicht mehr, also düse ich Richtung Wasserausstieg. Der Wechselgarten wurde auf der Brücke über den Neckar sehr zentral und einem Highlight gerecht aufgebaut. Da kommt schon die erste Athleten. Es ist Caro Pohle aus Leipzig, die für den Krefelder Kanu Klub startet und erst vor wenigen Tagen bei der Weltserie in Hamburg mit Platz 19 auf sich aufmerksam machte. Mit etwas Abstand geht es Schlag auf Schlag. Stine und Helene spurten die Treppe zum Wechselgarten hoch. Huch, kurzer Herzstillstand bei mir: Helene muss 10 Sekunden still am Rad unter Beobachtung eines Kampfrichters stehen bleiben. Sie nimmt die Zeitstrafe ziemlich unbeeindruckt zur Kenntnis. Stine wechselt fix weiter und ist weg. Das Hauptfeld ist durch. Jetzt kommt Anna mit einer kleineren Gruppe in die Wechselzone. Puh, wo bleibt Jana? Nervosität. Daniel Unger heizt den Zuschauern via Mikrophon ein: "Die ersten und die letzten bekommen den meisten Applaus." Das Publikum nimmt das sofort auf. Und da saust Jana auch schon zum Rad, tatsächlich als letzte des Feldes, aber mindestens so motiviert wie die anderen 59 Athletinnen. Auf dem Rad wird sie noch ein paar Athletinnen einsammeln und am Ende mit einem Lächeln und einem High-Five vom ehemaligen Weltmeister Daniel Unger als 56. ins Ziel kommen. Das ist aus meiner Sicht enorm respektabel.

An der Spitze des Feldes hat Caro Pohle weiter den Gashahn auf. Zusammen mit Emma Jeffcoat fährt sie einen brauchbaren Vorsprung zum Hauptfeld heraus. Dahinter kommt eine kleinere Gruppe mit zahlreichen Elite-Athletinnen und dann das große Hauptfeld. Hier fahren Stine und Helene stabil in den vorderen Reihen, um Gefahrsituationen zu entgehen. Annas Gruppe verliert trotz engagierter Nachführarbeit Zeit auf jeder der fünf Runden. Ähnlich wird es eine Stunde bei den Männern sein. In Düsseldorf konnten die Verfolger bei vergleichbarer Ausgangslage noch Zeit auf das Hauptfeld gutmachen. So unterschiedlich kann die Renndynamik sein...

So, das Radfahren nähert sich dem Ende, was man daran erkennt, dass die Zuschauer- und Betreuermassen in hektische Bewegung geraten und Richtung Laufstrecke strömen. Nach dem zweiten Wechsel läuft Caro bei Emma Jeffcoat auf Hüfthöhe mit. Sieht noch kontrolliert aus - geht da noch mehr? Das Hauptfeld wird von der Französin Emmie Charayron angeführt, die am Ende die schnellste Laufzeit für sich verbuchen kann. Stine läuft auf Position 30 an mir vorbei. Helene folgt kurz dahinter. Sebastian und ich rufen, schreien, motivieren, fotografieren, zählen Positionen und messen Abstände. Annas Gruppe startet zum Laufen. Der Abstand auf das Hauptfeld zu groß, um noch krass viele Plätze gut zu machen. Wie wir später sehen werden, würde eine zwei Minuten bessere Laufzeit nur sieben Plätze ausmachen. Bei dieser Leistungsdichte ist das quasi nichts. Anna versucht ihre langen Beine insbesondere bei den Bergabpassagen gewinnbringend einzusetzen. Inzwischen hat Emmie Charayron die Spitze übernommen und an ihren Hacken? Caro Pohle! Wow, das ist eine geile Show! Dahinter kämpfen alle Athletinnen verbissen mit dem schwierigen Kurs, der Hitze und der Konkurrenz. Helene kommt hinten raus immer besser zu recht und kann sich noch bis auf Platz 34 nach vorne schieben. Stine überzeugt und finisht auf Platz 30. Anna kommt als 50. des Feldes ins Ziel und bringt die fehlenden Wertungspunkte für die Mannschaft ein. Auf dem Rad hat Jana noch ein paar Athletinnen eingesammelt und am Ende kommt sie mit einem Lächeln und einem High-Five vom ehemaligen Weltmeister Daniel Unger als 56te ins Ziel. Bereits zu aktiver Zeit war Daniel einer der Sportler, die diesen Sport enorm positiv be/gelebt haben. Als Moderator führt er das fort und ist er eine enorme Bereicherung für alle Aktiven, sowie Zuschauer und neugierige Passanten. Jana ist froh, dass sie nicht überrundet wurde und das Rennen beenden konnte. Aus meiner Sicht ist ihre Leistung enorm respektabel. Chapeau! 

So, jetzt sind alle Schäfchen im Ziel. Gesund und munter, keine Stürze, keine Ausfälle. Die Platzierungen lassen auf einen besseres Ergebnis als Platz 15 hoffen. Erstmal durchatmen und Flüssigkeit ins System bringen.

Ergebnisse! Hängt dort nicht jemand Ergebnisse aus? Los! Buschhütten siegt mit nur einer Platzziffer vor der Mannschaft aus Krefeld. Und das war sogar noch enger als es sich anhört: Es gab einen Sprint zwischen Andrea Hewitt (Buschhütten) und Sian Rainsley (Krefeld), die jeweils beide das dritte Wertungsergebnis für ihre Mannschaft einbrachten. Zwischen Sieg und Platz zwei liegen heute also weniger als eine Sekunde! Und wir? Platz 13! Punktgleich geteilt mit der Heimmannschaft aus Tübingen. Na feini. Das passt. In der Tabelle rutschen wir einen Platz hoch und liegen vor dem Finale in Berlin nun zwei Punkte vor Hagen. Zwei Punkte auf die Abstiegsränge klingt komfortabel. Sicherheit fühlt sich aber anders an. Zwei Punkte bedeuten aber auch die reelle Chance den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu realisieren. Das war heute also ein ganz wichtiges Ergebnis und gibt uns viel Zuversicht und Motivation für Berlin. 

Das Finale der 1. 0,0% Bitburger Triathlon-Bundesliga findet am 3. und 4. August im Rahmen von "Die Finals 2019" in Berlin statt. Hier treffen sich zehn olympische Sportarten an einem Ort um ihre Deutschen Meisterschaften auszutragen. Das ist ein ziemliches cooles Konzept und eine große Chance für den Triathlonsport. In Berlin wird die Mannschaft in nominell bester Besetzung mit Pauline Neidel, Helene Geßner, Stine Henning und Anna Harbo an den Start gehen. Das Rennen in Berlin ist gleichzeitig auch Deutsche Meisterschaft Elite. Hierfür wurde Anna Heyder (TV Dresden) nominiert, die damit das Team unterstützen wird. 

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