Triathlonverein Dresden e.V.

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Regenschlacht beim Duathlon 70.3 auf Rügen

Beim IRONMAN 70.3 Rügen hat der TV Dresden ordentlich abgesahnt und schickt 3 Athlen nächstes Jahr zur IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft nach Zell am See (Österreich).

Als ich Ende letzten Jahres auf Facebook gelesen hatte, dass dieses Jahr auf Rügen das 1. Mal ein IRONMAN 70.3 stattfindet, hatte ich sofort entschlossen mich dort anzumelden, um den Wettkampf als würdigen Saison-Abschluss durchzuführen. Kombiniert wurde das Ganze mit einem 2-wöchigen Urlaub, die 1. Woche diente dabei als Vorbereitung und die 2. zur Regeneration und zum Abschalten. Durch Mund zu Mund-Propaganda hatten sich auch einige andere Athleten des TV Dresden, des Moritzburger Triathlonvereins und des Team Endurance Radebeul zu Deutschland's größter Insel aufgemacht.

Da dies mein 1. Start unter dem IRONMAN-Label war, musste ich mich zunächst mit dem neuen Wettkampf-Format vertraut machen: Da wären z. B. die Sache mit den 3 Muscheln ... äh Beuteln, das Wechselzelt und der Rad-Checkin am Vortag. Anders wie bei den bisherigen Triathlons durften die ganzen Ausrüstungsgegenstände nicht direkt am Wechselplatz deponiert werden, sondern für jeden Wechsel gab es einen eigenen Beutel (Schwimmen -> Rad, Rad -> Lauf, Wechselsachen nach dem Wettkampf), der am Vortag abgegeben werden musste. Zum Glück wurde dies bei der obligatorischen Wettkampfbesprechung sehr gut erklärt.

Da sich das Wetter mit dem näher rückenden Wettkampf zusehends verschlechtere, wurde bei der Wettkampfbesprechung auch schon auf die Möglichkeit eines Duathlons hingewiesen, was sich am Morgen des Wettkampftages dann leider auch bestätigte. Der Wellengang war einfach zu hoch. So wurde der IRONMAN 70.3 als Duathlon mit 5 km Laufen, 90 km Rad fahren und dem obligatorischen Abschluss-Halbmarathon durchgeführt. Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Wechselstrategie. Wollte man mit nur einem Paar Laufschuhe antreten, so musste man diese nach dem 1. Wechseln noch in den Beutel für den 2. Wechsel stecken, das hieß also erst mal den 2. Beutel suchen, aufschnüren, Schuhe rein und wieder zurückhängen. Den Wechsel außerdem erschwert hat die Tatsache, dass der Umkleidebereich direkt am Strand ohne Abdeckung auf Sand eingerichtet wurde. Wie geht man also mit Socken und sandigen Schuhen um?

Ich hatte mich entschieden, mit 2 Paar Laufschuhen anzutreten um mir so den 2. Wechsel zu erleichtern. Also wurden die Beutel entsprechend gepackt und am Vortag zusammen mit dem Rad eingecheckt. Am Rad durften sich nur Helm + Brille, Startnummer und die eingeklickten Schuhe befinden. Da es auch schon am Vortag regnete, hatte ich, wie die Meisten, auf das Einklicken verzichtet und erst am Morgen des Wettkampftages durchgeführt. Dies war auch dadurch bedingt, dass die Powerbar-Regenüberzieher für's Rad wegen möglicher Sturmböhen nicht ausgeteilt wurden. So standen die Räder über Nacht im Regen.

Am Rennmorgen ging es dann mit Regen und etwa 16 Grad Lufttemperatur los. Als Rennbekleidung hatte ich mich für meinen blauen Sailfish-Einteiler mit weißen Ärmlingen, Socken und mein 2. Paar Laufschuhe entschieden. Nach dem abschließenden Einrichten der Wechselzone ging es langsam zum Start. Da ich mich schon früh meiner warmen Bekleidung für den 3. Beutel entledigen musste, war ich froh, dass der Veranstalter Wärmeschutzfolien ausgeteilt hatte.

Um 11:00 Uhr ging es dann als letztes Startfeld los, welches die AK M35-39 und die Staffeln enthielt. In strömendem Regen ging es so auf die 1.5 km die 1 Runde des final zu durchlaufenden Halbmarathons entsprach. Zur Erleichterung des Ganzen erfolgte die Startreihenfolge anhand der eigenen Einschätzung der Laufleistung, die ich mit etwa 20 Minuten bezifferte, außerdem wurde nach Nettozeit gewertet. So hielt sich das Gedränge des recht schmalen Startkorridors in Grenzen. Zunächst bestand die Laufstrecke aus ca. 2 km Pflasterstein direkt auf der Strandpromende in Binz. Zum Glück war sie nicht so rutschig wie befürchtet. Dann wurde eine kleine Schleife in einem Waldstück gedreht, dass bedingt durch den Regen recht matschig und mit vielen Pfützen versehen war. Zunächst hatte ich noch versucht den Tümpeln auszuweichen, aber irgendwann sagte ich mir, ich habe für den Halbmarathon sowieso ein anderes paar Schuhe, sodass ich dann nur noch geradeaus durch die Pfützen durchgerannt bin. Das Rennen glich nun eher einem Tough- als einem Ironman.

Nach 21 Minuten war ich als 29. AK zurück in der Wechselzone. Jetzt hieß es schnell den eigenen Beutel unter hunderten anderen zu finden, was mir recht gut geglückt ist, ins Wechselzelt zu laufen und sich umzuziehen. Das Umziehen hieß bei mir nur, die Laufschuhe in den Beutel zu werfen und danach den Beuten am offiziellen Drop-Off abzuwerfen. Dann ging es in Socken durch Sand zum Rad. Dies hieß für mich wiederum erst mal 300 m durch die langgezogene Wechselzone zu laufen, stellenweise mit Pflastersteinen.

Helm auf, Rad nehmen und los ging die wilde fahrt. Der Regen hatte gefühlt noch zugenommen aber durch die Erfahrung beim Knappenman störte mich das nicht weiter. Gefahren wurden 2 Runden. Zunächst ging es am Koloss von Prora vorbei, dann nach Links Richtung Bergen, weiter nach Putbus und wieder zurück. Von oben betrachtet glich der Kurs einem Schmetterling und hatte ein leichtes Wellenprofil. Auf dem Rad konnte ich gut Boden gut machen und überholte am laufenden Band noch einige aus meiner AK und natürlich die bereits früher gestarteten Wellen. Natürlich blieb es nicht aus, dass die Profi-Athleten, die 1 Stunden früher gestartet waren, dann auch an mir vorbei zogen.

In Bergen war dann die 1. Verpflegungsstelle. Mein Plan war hier eine Flasche Iso und 1 Riegel aufzunehmen. Durch das ungeübte Handling mit der Flasche habe ich den Riegel aber dummerweise verpasst. Das wäre zwar kein Problem gewesen, da ich auch welche dabei hatte, aber die hatte ich vorher nicht aufgeschnitten, weil ich auf die Veranstaltungsverpflegung gesetzt hatte. Mit meinen kalten Fingern habe ich meine eigenen Riegel leider nicht geöffnet bekommen. Zum Glück hatte ich noch 1 Gel dabei aber optimal war das dadurch nicht. Hier habe ich eine wichtige Lektion gelernt, nur die eigene Verpflegung vorzubereiten und die vom Veranstalter nur zum Nachfüllen zu verwenden.

Nach der Verpflegung ging es dann in Bergen schön über Kopfsteinpflaster auf dem Einige ihre neuen Radflaschen gleich wieder verloren. Im weiteren Verlauf des Rennens hatte der Regen dann auch stellenweise nachgelassen und so ging es recht unspäktakulär weiter. Kurz vor dem Ende der Radrunde ging es einen steilen Berg hinauf und dann Schuss durch die Menschenmenge in Binz. Auf der 2. Runde gab es einen schweren Unfall in Putbus bei dem 1 Teilnehmer in einer scharfen Kurve offenbar zu schnell unterwegs war. Abgesehen davon glich die 2. Runde aber der 1.

Nach 2h:32m hatte ich dann die 91 Strecken-Kilometer hinter mich gebracht und auf den 14. Platz AK vorgeschoben. Mit kalten und nassen Füßen war es dann deutlich schwerer die 350 m lange Radwechselzone zu durchlaufen. Am Ende stand dann wieder Beutel schnappen und ins sandige Wechselzelt. Da ich im 2. Beutel ein 2. paar Socken hatte, hatte ich mich des 1. sandigen Paares entledigt und konnte so mit relativ sauberen Füßen in die Laufschuhe wechseln. So hatte ich auf dem Halbmarathon keine Probleme, dass mir der Sand in den Schuhen scheuert.

Mit viel Elan ging es dann auf die Laufstrecke mit überwältigender Stimmung am Wendepunkt in Binz. Bei meiner ersten Halbdistanz in Moritzburg konnte ich wegen Problemen mit meinem linken Fuß nur recht langsam laufen, was mittlerweile zum Glück überstanden war. So konnte ich die 4 Runden zählende Laufstrecke mit meinen anvisierten 4:30 min/km angehen. Etwa 8 km vor dem Ziel ging mir dann allerdings schrittweise die Puste aus, wahrscheinlich auch wegen der 1. verpatzten Verpflegungsstelle auf der Radstrecke, sodass es am Ende knapp 5:30 min/km wurden. Während das Laufens wurde das Wetter dann auch langsam besser und teilweise schien sogar die Sonne.

Nach 4h:47m war ich dann als 21. AK überglücklich bei meiner 2. Mitteldistanz im Ziel. Hier erwartete mich dann ein üppiges All-you-can-eat-Buffet :-)

Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Veranstaltung trotz des schlechten Wetters viel Spass und Lust auf Me(e/h)r gemacht hat. Auch wenn ein Startplatz beim Veranstalter IRONMAN recht viel Geld kostet so muss man doch sagen, dass dies durch die super Organisation und das reichaltige Welcome- und Abschluss-Buffet wett gemacht wird. Natürlich wurde das Wetter am Folgetag schlagartig besser, sodass wir die 2. Urlaubswoche bei strahlendem Sonnenschein auf Rügen verbringen durften.

Insgesamt hat der TV Dresden mit seinen 7 angetretenen Startern ordentlich abgeräumt. Sowohl Jana als auch Max, Holm und Michael konnten sich für die IM70.3 WM 2015 qualifizieren, wovon Michael seinen Startplatz allerdings ausschlug.

  • Jana Clement belegte mit 5h:14m den 3. Platz ihrer AK
  • Max Gaumnitz belegte mit 4h:16m den 3. Platz seiner AK
  • Holm Große belegte mit 4h:33m den 2. Platz seiner AK
  • Michael Grahl belegte mit 4h:31m den 4. Platz seiner AK
  • Silvio Glöckner belegt mit 4h:47m den 21. Platz seiner AK
  • Ringo Beulig belegt mit 5h:49m den 94. Platz seiner AK

Alexander Schilling wurde leider disqualifiziert, weil er das Absitzen der Zeitstrafe für Blockieren auf der Radstrecke verpasst hatte.

Sportliche Grüße und vielen Dank an die Fotografen und Helfern die dem Wetter trotzten
Silvio Glöckner

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