Triathlonverein Dresden e.V.

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Quadrathlon WM Sprint Berlinman

Eigentlich hatte ich mit dem Thema Quadrathlon, zu mindest für dieses Jahr, nach dem Deutschen Meistertitel an der Kober schon abgeschlossen,

da die Anmeldung für die WM in Berlin schon lange geschlossen bzw. die Veranstaltung ausgebucht war. Da mal wieder alles anders kommt, als man denkt…durfte ich mich aufgrund meiner Leistung doch noch nachmelden…also doch noch ein Quadrathlon dieses Jahr :-) Nun hatte ich aber einige Probleme. Das Boot musste Freitag schon in den Wechselgarten geschafft werden und Samstag früh war der Start…Ohne geeignetes Auto und ohne Betreuer wäre ich aufgeschmissen…das Boot hatte ich wenigstens schon wieder klar gemacht. Das Auto wurde mir großzügigerweise vom Autohaus Reick zur Verfügung gestellt (Ja, Dieter. Du bekommst dein Autogramm noch ;-)). Und nun noch zum Betreuer. Meine Schwester mit Freund und Kind sind in den Urlaub gefahren…Torsten konnte ja eh nicht, weil er sich relativ spontan für die Langdistanz beim Knappenman entschied…also fragte ich Curt. Auch wenn Jule erst nicht amused war, dass er schon wieder weg war (er war vorher einige Tage auf der Messe am Bodensee), durfte er trotzdem mit…worüber ich echt happy war! Danke Jule!

Also verschwand ich Freitag etwas eher von Arbeit, nachdem ich von meinen lieben Kollegen „getauft“ wurde. Packte fix die Sachen zusammen, fuhr mit dem Radel durch den Regen zum Autohaus (war ja heute noch nicht nass genug geworden), bekam dann noch nen Schnellkurs, wie man mit der Automatikschaltung umgeht, Radel ins Auto, ab nach Hause Taschen und Zeitfahrradel rein, dann zum Curt auf Arbeit, dann nach Laubegast das Boot aufladen und dann endlich mit schon einer Stunde dem Plan hinterherhinkend ab auf die Autobahn. Freitags durch Dresden ist unmöglich! Problem war, dass die Pflichtwettkampfbesprechung laut Info aus dem Internet 19 Uhr beginnt…

Curt jammerte indes rum, dass er nur Radiomusik und nicht seine „ordentliche“ Mucke hören konnte…das Leben ist schon echt hart ;-) Wir wurden noch von einem Stau aufgehalten, den Curt aber gekonnt umfuhr…und so kamen wir verrückterweise Punkt 19 Uhr an der Jugendherberge an, wo die Wettkampfbesprechung stattfinden sollte. Natürlich war die Info im Internet falsch…die Besprechung für die Quadrathleten war bereits 18:30 Uhr und wir waren genauso schlau wie vorher…Klasse! Das kann ja was werden! Die nötigsten Infos bekamen wir dann von einer Berlinerin, die gleich um die Ecke wohnte und uns auch wegen unserer Übernachtung half. Wir fuhren dann ins Wannseebad und luden das Boot ab, um danach noch „fix“ etwas Nahrung für den morgigen Tag zu besorgen (die Kassiererin war etwas überfordert…mit sich und der Welt…) und auch noch um etwas zu Abend zu essen…ein Döner für Curt und eine türkische Pizza mit Salat für mich :-) Wir fuhren dann zu unserem Schlafplatz…wie die Berlinerin sagte sieht es dort so aus, wie man sich eine Entführerstraße vorstellt…perfekt! Wir bauten dann mal hin und mal her, eh wir beschlossen, dass wir vorne einfach die Sitze nach hinten machen…fertig ist das Schlafmobil ;-) Nach einer schlafreichen Nacht und nur leichten Rückenschmerzen aßen wir lecker Frühstück, ich machte mein Radel fertig und dann spazierten wir auch schon los zum Wettkampfgeschehen.

Gleich in den Wechselgarten alles fertig gemacht, noch nen Riegel in den Kopf und runter zum Strand…hab mich dann nochmal kurz eingepaddelt, weil der Wannsee extrem flach reingeht…gar nicht so einfach das Paddel so flach einzusetzen! Ich durfte mein Boot dann noch in die erste Reihe legen…und dann nun auf zum Schwimmstart…der war am anderen Ende vom Bad…die Zeit wurde knapp…ich ließ mir noch mal die Wege erklären, nicht, dass ich was falsch mache…und somit sinnlos Zeit verlieren würde. Ich sah schon von weiten, dass alle schon im Wasser standen…also schnell den Neo an, fix ins kühle Wasser gerannt, dann bis zum Start geschwommen, und dann ging’s auch schon los ;-)

Bis zur ersten Boje waren es nur etwa 100 m, dann folgte eine 170°-Kurve nach links und dann immer geradeaus parallel zum Strand. Auf den ersten 50 m war mächtiges Gewühl, aber an der Boje hatte ich glücklicherweise Platz und dann konnte ich mein Ding schwimmen…fühlte sich gut an und ich überholte einige. So kam ich nach 750 m als 4. Frau hinter Kerstin, Lisa und Antje aus dem Wasser. Ich stapfte durch den tiefen Sand zum Boot, kämpfte mich aus dem Neo und schnappte mir mein Paddel und das Boot und los ging’s. Durch das Schwimmen war das Gefühl in den Fingern weg und der Wind und die Wellen machten es nicht wirklich einfacher…erst mal Ruhe bewahren und vorsichtig anfangen. An der ersten Boje lag auch schon der erste im Wasser…Einen knappen Kilometer (von vieren) habe ich gebraucht, eh ich richtig loslegen konnte…wirklich keine einfache Angelegenheit heute…da sah ich auch schon Antje. Ich überholte sie in der Kurve, die sie zu weit ausfuhr, und gab ihr damit keine Möglichkeit auf meiner Welle mitzufahren. Kurz darauf überholte ich auch Lisa, die es fairerweise nicht mal probierte. Jetzt hatte ich noch eine Runde Zeit meinen Vorsprung zu den beiden auszubauen. Die erste Frau, Kerstin, sah ich zwar, kam aber nicht näher. Also wieder an den Strand, vorsichtig, weil flach, Boot abgelegt und nun hieß es knapp 90 Stufen hoch zur Wechselzone…Jippie! Ich stieg hinauf und lief dann zum Radel, Helm auf und los…Schon nach den ersten Kilometern sah ich nun Kerstin, ich kam schnell näher und schwupp war ich nun die Führende. Ich fuhr die 24 km sehr kontrolliert, wollte nichts übers Bein brechen, da ich ordentlich Respekt vor dem Lauf hatte, der die letzten Wettkämpfe eher nicht so fluffig war. Ich kam also nach dem Rad, was nicht flach und nicht bergig war, aber gut selektiv, als erste in den Wechselgarten. Fix die Laufschuhe an, Mütze geschnappt und los. Und gleich schon als ich loslief, merkte ich, dass es heute gut geht. Ich war froh und hoffte nun, dass der Vorsprung reichen würde. Die Strecke führte erst etwas durch den Wald, dann auf dem Fußweg parallel zur Radstrecke und dann noch eine elend lange Gerade durch den Wald…da werden die 5 km mächtig lang…und mein Magen machte sich nun bemerkbar…am Ende der Geraden, als ich mich nochmal umschaute und Antje nicht sah, wusste ich, dass ich es geschafft hatte…die letzten paar Meter waren dann Gänsehaut pur! Die ganzen Leute, die einen lautstark anfeuerten, mein Name, der gerufen wurde…schon ganz schön schön :-D Einige paar Minuten später meldete sich dann mein Magen zwar noch mal und ich rief den Ulf an, aber egal! WELTMEISTERIN! Echt komisch, das zu sagen! Antje lief 1 Minute und Lisa über 3 Minuten nach mir ins Ziel.

12 Uhr gab’s eine kleine Siegerehrung und 17:30 Uhr dann die richtige…Ja, 5,5 Stunden später. Wir dachten, wir könnten nach 12 Uhr gleich zum Knappenman düsen, um unsere Liebsten noch zu sehen…Pustekuchen! Wir nahmen also etwas Marschverpflegung und schlichen uns noch schnell ins Strandbad, bevor das Hintertürchen geschlossen wurde. Wir setzten uns illegalerweise in einen Strandkorb und ruhten vor uns hin. Curt nutzte noch die Gelegenheit, um Baden und Rutschen zu gehen, auch wenn kein Badewetter war…er hatte doch aber extra die Badehose eingepackt! Dann fütterten wir noch die Kamikaze-Enten, die sich gegenseitig pisakten, um etwas abzubekommen. Als es dann etwas zuzog und einer umherlief, um die Strandkorbgebühr einzutreiben, packten wir unsere Sachen zusammen und gingen. Wir aßen noch lecker Nudeln in der Stadt und erschienen pünktlich zur Siegerehrung. Neben einem Plastepokal mit Rechtschreibfehlern gab es eine leckere Torte, eine Blechmedaille, eine Umhängetasche mit Berlinman-Symbol und ein Weltmeistertrikot, was wirklich gut gelungen ist und sogar passt.

Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung, die sehr gut organisiert war. Nur die falschen Infos im Netz und die lange Wartezeit auf die Siegerehrung hab ich nicht verstanden. Aber wer versteht schon die Berliner ;-D Schade war auch, dass nur 130 Starter zugelassen waren und fast nur Deutsche da waren. Aber wenn man den logistischen sowie finanziellen Aufwand sieht, der dahintersteht, dann ist das leider so. Mal schauen, wenn es nächstes Jahr wieder so passt, dann mach ich sicher so etwas wieder mit ;-)

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