Triathlonverein Dresden e.V.

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O-See-Challenge 2014 - XTERRA - Rainer war dabei

Flaues Gefühl in der Magengegend nach mäßig gutem Schlaf. Es regnete die ganze Nacht.

Frühstück mit Müsli in Ruhe gegessen, Sachen zusammen gepackt und ab zum Check-In. Platz suchen, Equipment deponieren und der Drang, unbedingt noch mal wohin zu müssen.

Der Ordner fordert mich in deutsch und englisch dazu auf, den Wechselgarten zu verlassen. Alles dabei? Wo ist meine Schwimmbrille? Keine dabei! Sie befindet sich 1000 m von hier in meiner Reisetasche. Kerstiiin. Sie gibt alles in ihren wasserfesten Wanderschuhen. Nach einigen  bangen Minuten drücke ich Brille und Kerstin fest an mich. An der Startlinie. Ein ca. 30-jähriger Mann neben mir, im Neo, zittert deutlich vor sich hin. Da bin ich wesentlich entspannter im Moment.

Zwei Runden schwimmen mit einem Landgang dazwischen. Los geht's! Das Wasser ist angenehm warm an Händen, Füßen und Gesicht. Trotz vorsichtiger Schwimmweise gibt es in der zweiten Runde an den Bojen immer noch Körperkontakt zu einigen anderen Athleten. Sehr gut für meine Psyche. Da hab ich doch gleich einen viel entspannteren Wechsel aufs Rad und die komische rote Brücke kann mich mal.

Der touristische Teil der Radstrecke ist schnell vorbei – jetzt geht es zur Sache. Wurzeln, Steine, Gras, Schotter, Schlammlöcher, Zweige und Geröll kommen nun unter die Räder, an den Körper oder ins Gesicht. Geht der Vordermann vom Rad, hat man kaum eine Chance auszuweichen und  muss auch raus aus den Pedalen. An besonders steilen Stellen schiebe ich mein Rad, auch bergab, und bin dabei nicht der einzige, der das macht. Den Beifall der Zuschauer gibt es trotzdem. Einfach schön. Als mich dann aus der Menge heraus Susi und Torsten Pawel anfeuern, ist bei mir die Freude groß. Von den Beiden habe ich im letzten Winter viel über den Umgang mit dem MTB gelernt. Einen herzlichen  Dank an Euch!

Ein schmaler, steiler Weg endet auf einem Plateau mit vielen Zuschauern. Was gibt es hier zu sehen? In diesem Moment hab ich schon keine Zeit mehr, darüber nachzudenken. Zwanzig Meter im gefühlt freien Fall geht es abwärts über eine Wiese. Rechts von mir hebt ein Biker vom Boden ab und trennt sich in der Luft  von seinem Rad. Bloß nicht dort hin steuern, links bleiben, nach hinten lehnen und versuchen ein bisschen zu bremsen - das ist alles was ich machen kann. Geschafft - die Wiese ist zu Ende und ich schreie vor Freude und Aufregung. Noch mal gut gegangen! Der Weg vom Radzielstrich bis zum Radplatz ist weit. Bin ganz schön platt und das weiterlaufen fällt mir schwer.

Erst nach ca. zwei Kilometern tritt körperliche  Besserung ein. Der Wassergraben ist jetzt kein ernstes Hindernis für mich. Absprung - Landung alles top. Doch wo ist mein rechter Schuh? Der steckt im Schlamm fest - auch das noch! Ein paar hundert Meter weiter trete ich in einer Rechtskurve auf eine im Boden vergrabene Bahnschwelle. Mir zieht es die Beine weg und ich lande auf dem rechten Oberschenkel und Ellenbogen. AUA... das tat weh. Ab jetzt kein Risiko mehr. Vor mir wälzt sich ein Athlet über das letzte große Hindernis. Da geht doch noch was! Ich ziehe den Strohballen mit langen Schritten unter mir durch, nehme den Straßengraben im Galopp und bin vorbei. So glücklich wie heute hab ich noch keinen Olympischen zu Ende gebracht. Klingt zwar etwas blöd, aber es war so: so richtig geil!

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