Triathlonverein Dresden e.V.

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2Much4You - 24h-Rennen im Zittauer Gebirge

Die Pawels trumpften am ersten Juliwochende als Einzelstarter beim 2Much4You groß auf. Eric aus dem Betreuerstab weiß Abenteuerliches zu berichten...

24 Stunden Mountainbike Rennen...... auf jeden Fall 2 much 4 me! Aber nicht für Susi und Torsten. Als die beiden uns vor ein paar Monaten fragten, ob wir sie dabei unterstützen könnten als Einzelstarter teilzunehmen, sagten wir spontan zu. Eine Woche vor dem Rennen noch ein kurzes Treffen, bei dem wir abgesprochen haben, was wir mitbringen und schon war der Samstag da. Ach ja. Torsten sagte bei dem Vorbereitungstreffen noch folgenden Satz zu Tina: „Ja, ich will bei dem Rennen mal so richtig meine Grenzen ausloten." Dieser, eher locker flockig daher gesagte Satz, wird noch eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Samstag 9.30 Uhr: Ankommen in der Nähe von Oybin. Tolles Gelände, Susi und Torsten waren schon einen Tag früher da und haben einen perfekten Claim direkt an der Rennstrecke abgesteckt. Ruck zuck war unser Zelt aufgebaut - natürlich zuerst mit dem Ausgang zur falschen Seite, dann das Vorzelt professionell von Heiko an den Felgen unserer Autos befestigt -voila- Sturm du kannst uns mal!
Strom verlegt, Wasser besorgt, Tisch und Stühle aufgestellt, wir waren so weit: Ach ja: Es gab ja auch noch ein wenig Equipment: 4 Mountainbikes, kistenweise Liquids und Riegel, literweise Wasser, Wasser und nochmal Wasser, dosenweise Iso, Tees, Kartoffelbrei, Obst, Brötchen, Waffeln, taschenfüllende Mengen an Radtrikots und Hosen, etc., Werkzeug für Heiko, sollte etwas repariert werden müssen, Ersatzschuhe, Ersatzhelme, Ersatzakkus, Ersatzmäntel, und, und, und trotzdem war nichts Überflüssiges rund um unser Zelt.

Ok, wir wussten welche Vorlieben Susi bei ihren Isomischungen hatte, wir wussten, dass es Torsten auch schon mal nach einem kernigen Mettbrötchen gelüstet, 3...2...1…und schon waren es nur noch 23 Stunden 59 Minuten und 59 Sekunden. Das Wetter war toll und schnell wurde deutlich, dass Susi auf einer von Torsten verschiedenen Strategie unterwegs war. Sie spulte die ersten Runden in einem unglaublichen Tempo runter, so dass Torsten schon nach 5 Runden feststellte: „Meiner Frau geht’s wohl richtig gut, was?!" Nach 8 Runden á 5,1 km fragte Torsten uns Betreuer: „Susi hat bestimmt schon 4 Minuten vor, oder?" Hm, leider konnten wir nur mit einem müden Lächeln antworten, denn es waren bestimmt schon 8 Minuten. Machte aber alles nichts, denn letztlich ist seine Taktik, gleichmäßig zu fahren, aber dafür länger als andere auf der Strecke zu bleiben, ja aufgegangen. Sein erster Turn war 8 Stunden!!!! In Worten: acht Stunden. Sorry, aber so lange habe ich noch nie am Stück auf einem bequemen Rennradsattel gesessen. Ok, Susi und Torsten rollten sich ein, das Betreuerteam hatte Zeit, sich auch mal die Strecke anzuschauen. Diese stellte sich als wirklich heftig heraus. Von Hochgeschwindigkeitsabfahrten über Steine bis steile Anstiege über stufige und technisch sehr anspruchsvolle Abfahrten war alles dabei. Das ist nicht nur anstrengend für die Muskulatur, sondern auch für den Kopf. Wir sahen öfter mal welche straucheln. Aber nicht umsonst ist es das härteste 24-Stunden-MTB-Rennen, was es in Deutschland gibt!!!

3 Betreuer auf 2 Sportler: super Verhältnis! Unsere Beiden auf der Strecke tranken genug, aßen auch genug, Torsten pendelte sich relativ schnell auf Platz 4 bei den Männern ein, Susi fuhr alle Frauen in Grund und Boden und es war sehr schnell klar ohne Defekt oder körperliche Beschwerden, hält die hier und heute keine auf. Apropos Defekt, immer wieder kam es vor, dass ich dachte: „Mensch, wo bleiben die denn, die müssten doch nun kommen. Bilder von gerissenen Ketten und Plattfüßen machten sich in meinem Kopf breit, es liefen ja auch ständig Sportler mit Plattfüßen vor meinen Augen in die Wechselzone, aber bis auf eine Wanderlampe an Susi‘s Rad in der Nacht, die ich dann mit ner Tonne Panzertape fixiert habe, alles ok.

Die Kommunikation zwischen Susi und Torsten und uns Betreuern war dann auch in der Nacht zweckmäßig knapp: „Flasche" oder „Banane" oder „Riegel" oder „Wasser" oder „Mettbrötchen"…um das bereitzustellen hatten wir dann immer noch knapp 40 Sekunden, das reichte, alles super. Erste längere Pause um 21 Uhr, da musste dann die Beleuchtung ans Fahrrad montiert werden. Susi vorn liegend und Torsten mittlerweile an Platz 3, sahen gut aus.
Das Rennen war dann für Susi schnell gelaufen, sie hatte im Schnitt 10 bis 14 Runden Vorsprung, das waren dann mal eben bei einer Rundenzeit von 18 Minuten, 240 Minuten, also schlanke 4 Stunden!!!!!! Da soll sich Mensch noch motivieren?!? Torsten‘s neidische Blicke auf seine auf dem Stuhl ruhende Frau, blieben uns nicht verborgen und entlockten uns immer wieder ein Schmunzeln.
Mitten in der Nacht wurde ich dann von einer angeregten Unterhaltung von Torsten und Tina geweckt. Toll, Betreuer zu sein! Ich konnte mal ne Stunde schlafen. Irgendwie schien Torsten in ein kleines Motivationsloch zu fallen und sagte: „Hm, also entweder schlaf ich jetzt auch mal was oder fahr dann doch noch zeitnah raus." Gut, dass Tina auf der Höhe war und Torsten an seine eigenen Worte erinnerte: „Wolltest du nicht hier deine Grenzen ausloten, waren das nicht vorgestern deine Worte???" Ja, ja. Das waren sie, also saubere Radlhose an und raus mit dir, auch wenn‘s eher widerwillig war.

Torsten fuhr dann nochmal ein unglaubliches Set von 9 Stunden, Susi hatte zu diesem Zeitpunkt schon lange genial abgeliefert und konnte entspannt ihrem Sieg entgegen sehen. Eigentlich wollte sie auch noch mehr fahren, allerdings zwang ihr Darm sie, die Pause zu verlängern und zwischen Dixi und Zelt umher zu spazieren. 3 Stunden vor Ende des Wettkampfes sah ich an den Rundenzeiten, dass der an Platz 2 liegende Tscheche schwächelte. Aus ehemals 31 Minuten Vorsprung vor Torsten waren 16 geworden, dann 11 und dann 8. Wir überlegten, ob wir das Torsten sagen sollten, der nur noch damit beschäftigt war, einen an Platz 4 liegenden und um sein Leben radelnden Konkurrenten in Schach zu halten. Als es nur noch 6 Minuten waren, sagten wir es ihm. Noch 1 Stunde und 39 Minuten Zeit. Jaaaaa! Da war er wieder, dieser Ehrgeiz! Wenn da noch was nach vorne geht…aus 6 Minuten 3,5 gemacht, dann 1,5. 20 Minuten vor Ende des Rennens 30 Sekunden, jetzt hat er ihn!!!!

Das Ende von 24 Stunden: Susi Pawel 1 (5. gesamt!!!)..... Torsten Pawel 2...... und 3 Betreuer stolz wie Oskar!!!!

Stress gab es nur einmal. Das war dann kurz vor der Abreise, als wir es zu fünft nicht geschafft haben, unser tolles Zelt wieder einzupacken…hat dann aber auch noch geklappt. Ich war froh, dass ich etwas schlafen konnte, so konnte ich Tina und mich noch sicher nach Hause fahren, mir zu Haus ne Pizza kommen lassen, um dann direkt von 5 Uhr nachmittags bis nachts um 1 Uhr auf dem Sofa einzuschlafen.

 

Not to much 4 me, but 2 wenig Schlaf!

Eric

 

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