Triathlonverein Dresden e.V.

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Stolpernd zum KnappenMan XL

Nach meinem Sturz bei der O-See-Challenge, dem Flicken des Einteilers und einem weiteren Sinnlos-Sturz am Freitag (unfertiger Kabelkanal auf dem noch leeren Hechtfest) mit nochmals aufgerissenen aber getrockneten Schürfwunden, stand der Teilnahme an der diesjährigen Knappenman-Halbdistanz nichts mehr im Wege.

Ein Blick auf den Wetterbericht am Vorabend ließ mir als Schönwetterradfahrer das Grinsen und Schaudern zugleich ins Gesicht zaubern: 34°C bei wolkenlosem Himmel!

Das Schwimmen ohne Neoprenanzug zu Beginn war da noch eine willkommene Abkühlung, bevor die Reise knapp vier Stunden auf dem Rad und zu Fuß weiter gehen sollte. Bei der Auftaktdisziplin konnte ich mich an eine gute Gruppe hängen und es wurde für meine Verhältnisse zügig und auf direktem Wege geschwommen.

Halb taumelnd ging es von der Waagerechten in die Senkrechte beziehungsweise auf das Zweirad meines Vertrauens. Von Anfang an konnte ich ganz guten Druck aufs Pedalwerk bringen und einen nach dem anderen überholen. 40 Kilometer in 58 Minuten: läuft. Jan Frodeno scheint Recht zu haben – der freut sich nämlich immer über heiße Temperaturen und den damit verbundenen geringeren Windwiderständen. Ich freue mich wenn dann über Letzteres, denn der Dauerfön von vorn war extrem kräfteraubend und leider hat man dies erst zeitverzögert zu spüren bekommen.

Irgendwann am Ende der zweiten Runde waren es dann nur noch Langdistanzler oder Überrundungen, es wurde recht einsam und ich versuchte mich erstmalig im Feld beim Wendepunkt zu orientieren. Dies war schwieriger als gedacht, denn der Anzug des aktuellen Ironman Weltmeisters sowie rot-weiße Einteiler mit großem „Erdinger Alkoholfrei“-Aufdruck scheinen in der Szene gerade ziemlich hip zu sein. Meine sportliche Konkurrenz hatte es da einfacher denn zum ersten Mal trug ich sogenannte neonfarbene Rennsocken. Dies stellte sich als recht probates Mittel zur Wiedererkennung am Streckenrand heraus und außerdem wollen wir nicht vergessen, dass Totten im letzten Jahr nur mit solchen Dingern die 9-Stunden-Langdistanzschallmauer knacken konnte! Am Ende musste ich auch mit Hinblick auf den anstehenden Halbmarathon etwas Tempo herausnehmen aber war mit dem Bikesplit (2:08h) sehr zufrieden.

Eigentlich kommt jetzt meine stärkste Disziplin, doch bereits beim ersten Laufkilometer merkte ich, dass das noch eine ganz harte Nummer werden wird. Um die Hitze zu beschreiben, bedürfte es schon einiger Superlative, Vergleiche und Metaphern in einem riesigen Schachtelsatz aneinandergereiht – davon gibt es in meinem Bericht aber schon genug. Die damit verbundene extrem hohe Flüssigkeitszufuhr nötigte jedenfalls den Magen zu regelrechten Höchstleistungen und das bedeutete nicht immer Schmerzfreiheit im Gastrobereich.

Motivationsmäßig besonders schwierig war das „Energy-Lab“ alias „Wurmfortsatz“, also dem Teil der Laufstrecke, welcher kurz einen Abstecher ins Tagebau-Outback macht und bei welchem der Veranstalter heimlich eine Fußbodenheizung hat verlegen lassen, um den Wettkampf „anspruchsvoller“ zu gestalten. Irgendwann überholte ich Silvio und erblickte halb verschwommen erst ein Bändchen an seinem Arm, was wiederum meine eigenen Qualen sofort relativierte. Respekt vor seiner Leistung bei diesen Bedingungen!


Rein taktisch habe ich erst gar nicht den Versuch aufkommen lassen, meine Normalpace anzuschlagen und war froh, dass mir im Gegensatz zu vielen anderen der Wandertag erspart geblieben ist und ich eine Art Rhythmus finden konnte. So überholte ich noch zwei oder drei Läufer (zählen war nicht mehr möglich), ließ dabei nach hinten nichts mehr anbrennen und hatte mein Ziel in die Top Ten zu kommen mit Gesamtplatz 7 in 4:18h (2. Platz AK) total erschöpft aber freudestrahlend erreicht. Ich habe definitiv kein einziges Körnchen Kraft im Backofen auf der Strecke liegen gelassen und nehme es am Ende auch gelassen, dass gar nicht mal so viel bis zum Treppchen gefehlt hat. 

Alles in allem war es wieder ein super Wettkampf mit richtigem Heimspielcharakter. Besonders gefreut haben mich dabei die lautstarken Anfeuerungen zahlreicher Unterstützer vom Verein auf und neben der Strecke!

Sportliche Grüße
Stephan

Radtraining

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