Triathlonverein Dresden e.V.

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Rennbericht vom ITU World Triathlon Hamburg

Bei einem der ganz großen Triathlons weltweit zu starten, so war mein Wunsch für diese Saison.

Die Wahl fiel dabei auf Hamburg und tatsächlich konnte ich einen der rund 4000 Startplätze ergattern, die wie immer in wenigen Minuten ausverkauft waren. Um den Wettkampf auch richtig auskosten zu können, entschied ich mich für die Olympische Distanz (1,5 – 40 -10). Da ich Hamburg als einen meiner Saisonhöhepunkte festgelegt hatte, war ich gut vorbereitet und voller Vorfreude auf den Wettkampftag. Ein gewöhnlicher Wettkampf ist eine Veranstaltung mit derartigem Ausmaß gewiss nicht, doch gewöhnlich sollte auch mein Tag nicht werden.


Zwei Wochen vor Start bekam ich die letzten Wettkampfinfos. Startwelle … A!!! Als erster auf die Strecke zu gehen ist natürlich spitzenmäßig. Einziger Wehmutstropfen war die Startzeit: 07.00 Uhr, morgens versteht sich. Zwei Tage vor Start dann die Anreise, zusammen mit Rene ging es im Auto ab in die Hansestadt. Startunterlagen abholen und den Profis bei ihrem Auftritt zuschauen war das Programm für Samstag. Dann endlich war es soweit, Wettkampftag!

Der Wecker klingelt, es ist 04.20h, also beste Zeit um aufzustehen. Frühstücken und dann auf zur U-Bahn. Danach direkt weiter zum Check-In und den Wechselplatz einrichten. Die Bedingungen waren traumhaft. 17 °C und leichter Regen, so wünscht sich das jeder Triathlet. Viel Zeit war nicht mehr, also rein in den Neoprenanzug und auf zum Start. 3, 2, 1, Go! Schnell anschwimmen und in den Rhythmus finden, soweit lief alles gut. Das Feld war sehr schnell weit gestreckt und ich kam gefühlt ganz gut voran. Nach ein wenig Badespaß in der Alster war dann der Ausstieg in Sicht. Raus aus der Suppe und ab zum Rad. Der Weg dahin war ewig lang, ein guter halber Kilometer barfuß im Neo bis zum Rad rennen, eine ganz neue Erfahrung. Als 19. meiner Welle kam ich aus dem Wasser, soweit ganz ok, denn jetzt kommt ja meine stärkste Disziplin – das Radfahren.

Wie erwartet konnte ich nach wenigen Metern schon Plätze gut machen und mich in die Top Ten vorarbeiten. Die Strecke war unerwartet hügelig. Nach 12km dann der ernüchternde Rückschlag: platter Hinterreifen. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Da fährt man tausende Kilometer Rad im Jahr, hat nie ein Problem und dann das. Ich fuhr sofort rechts ran, Hinterrad raus, Reifen runterziehen und neuen Schlauch rein. Was ist das denn? Ich kann den Schlauch nicht aufpumpen, das Ventil ist zu kurz! Wenn es mal schief geht, dann aber gleich richtig. Tatsache war, ich hatte einen Schlauch mit zu kurzem Ventil dabei. In aller Eile kam diese Erkenntnis jedoch recht spät. Also den alten Schlauch flicken und wieder aufpumpen. Jeder der mal in dieser Situation gesteckt hat weiß wie viel Kraft und Nerven diese Minuten fressen. Mir wurde relativ schnell klar, dass die Zeit hinüber ist. Aber ich wollte nicht aufgeben, unbedingt die Ziellinie überqueren. Nach 26 Minuten konnte ich die Fahrt fortsetzen. Die Strecke war in der Zwischenzeit gut gefüllt. Mit jeder Menge Wut im Bauch ging es jetzt richtig zur Sache. Auf dem Rad überholte mich niemand mehr, im Gegenteil ich zog mit hohem Tempo an ganzen Kolonnen von Radfahrern vorbei. Ein kleiner Stein fiel mir dann vom Herzen, als ich die Wechselzone nach langen 40km erreichte.

Auf der Laufstrecke wollte ich es trotz allem Pech, oder gerade deswegen jetzt richtig krachen lassen. Ab in die Schuhe und dann laufen bis der Zielstrick da ist. Ich kam ganz gut in Tritt und flog über die Strecke. Mein Ziel war es jetzt mich wirklich bis auf das letzte Quäntchen auszuquetschen. Die 10km waren jedoch sehr lang und ein permanenter Kampf mit mir selbst. Ab Kilometer 8 waren die Beine dann wirklich extrem schwer, doch gerade dort wurde die Stimmung immer besser. Je näher man dem Ziel kam, desto mehr Menschen standen an der Strecke. Die letzten Meter sind rückblickend sehr schwer zu beschreiben, Gefühlschaos trifft es glaube ich ganz gut. Einerseits enttäuscht durch den Defekt, andererseits absolut begeistert von der Atmosphäre und ganz nebenbei einfach auch völlig am Ende.

Das Fazit fällt trotzdem relativ gut aus. Rad und Laufleistung waren sehr zufriedenstellend. Beim Schwimmen muss ich nur im Zick Zack geschwommen sein, anders kann ich mir die Zeit nicht ganz erklären. Die Panne war natürlich sehr bitter. Auf der Strecke war ich jedoch leider bei weitem nicht der Einzige. Geradezu alle 500m standen Athleten am Rand und versuchten ihr Rad wieder in Gang zu bringen, die Strecke war also im wahrsten Sinne des Wortes ein Minenfeld. Ich hoffe das hat der Veranstalter beim nächsten Mal besser im Griff. Zum Schluss bleibt mir dann nur noch eines zu sagen: Hamburg, ich komme wieder!

Euer Björn

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