Triathlonverein Dresden e.V.

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Im Spreewald ist's auch schön

Gute drei Wochen nach dem 100km­Duathlon nahm ich den Zug in Richtung Spreewald.

Andi Koch hatte mir den kleinen, feinen Spreewald­-Duathlon empfohlen und zufällig einen Startplatz abzugeben. Die Streckenlängen sollten beim langen Wettbewerb 19km­84km­5km betragen. Ich schluckte zwar, sagte aber zu. Kleine Vorgeschichte: Seit der Infektion mit einem mysteriösen Virus letzten Sommer hatte ich zwar kaum trainiert.

Immerhin hatte ich meine geringen verbleibenden Kräfte in kleinen Dosierungen ins Laufen investiert. Nachdem die Auswirkungen des Infekts allmählich im April abzuflauen begannen, entpuppte sich die Laufform sogar als ganz passabel. Nach erfolgreichen (Lauf­)Tests beim TTT, Oberelbe­10km­Lauf und dem 100km­Duathlon keimte in mir die Hoffnung, dieses Jahr auch wieder an Triathlons teilnehmen zu können. Dazu müsste ich nur wieder regelmäßiger Schwimmen... und Radfahren .

So musste der Spreewald­Duathlon als intensiv­Trainig herhalten. Natürlich sollte die Bezeichnung „Training“ ein Lippenbekenntnis bleiben und konnte die wahre Absicht, mal wieder im Wettkampfmodus einen rauszuhauen, nicht mal vor der besorgten Freundin verschleiern.

Der Plan, am Vortag anzureisen und auf dem benachbarten Campingplatz zu zelten erwies als ideal. Am schönen Briesensee gelegen, war der Platz in unmittelbarer Nähe zur Wechselzone und dem Start­/Zielbereich. Mit ohnehin entspannter Startzeit um 11Uhr wurde der Wettkampfmorgen durch diese Nähe noch entspannter. Vielleicht sogar zu entspannt. Ein sehr warmer Tag brach an. Obwohl am Vortag nichts als ein paar Absperrbänder auf eine Veranstaltung mit über 200 Sportlern hindeutete und wir uns schon fragten, ob wir am falschen See säßen, war am Morgen ab 8 Uhr schon eine Bühne, Zelte, ein Imbiss­Stand und der Wechselgarten aufgebaut.

Auch die, für das das ganze gedacht war, ließen sich 2­3 Stunden vor dem Start zahlreich blicken. Ich konnte mich auch gleich über ein paar vertraute Gesichter freuen. Neben Lars und René vom TSV Cottbus gingen auch die Vereinskollegen Christian Schröter und Alexander Mack sowie Sportfreunde André Zais und Romy Stotz aus Dresden, Kollege Bernd Kloppsch vom OSSV und Herrn Kummich aus Leipzig hochmotiviert an den Start. Der verlief reibungslos, die Läufer ­Menge wurde vom ersten Wegstück auf einer Landstraße gut kanalisiert. Anschließend ging es auf 2 Laufrunden auf kleineren Wegen durch den sandigen Kiefernwald in der Umgebung.

Das Tempo an der Spitze gefiel mir 3km lang sehr gut, bis Magenkrämpfe mich die restlichen 16km zwangen, kürzer zu treten. Das ärgerte mich sehr, hatte ich doch diesmal bei der Ernährung vor dem Wettkampf alles richtig machen und genau dies vermeiden wollen. Wahrscheinlich machten mir die Kombination aus einem bereits gereizten Verdauungstrakt und einem vorher nicht verwendeten Iso­Getränk einen Strich durch die Rechnung. Als Vierter gelangte ich an mein Rad, nahm Witterung der Vorausfahrenden auf und stürzte mich in die Verfolgungsjagd. Um es vorwegzunehmen: Tatsächlich gurkte ich auf meinem Carbongeschoss durch den Spreewald, als ob es einen Gurken­Wettbewerb zu gewinnen gäbe. Aufgrund meiner Übersäuerung hätte ich vermutlich nicht mal da gut abgeschnitten.

Die liebe Konkurrenz fuhr derweil von hinten auf mich auf bzw. einfach zügig vorbei. Die 2 Runden á 42km zogen sich ins unermessliche. Krämpfe und eine einzige Verpflegungstation zwischendurch sorgten für wenig Abwechslung. Wenigsten flauten die Magenbeschwerden auf dem Rad ab. Und: Selten vorher so erlebt, Freude auf den Abschlusslauf machte sich bemerkbar.

Die kurzen 5km auf ­ Duathlon­Gottseisgelobtundgepriesen ­ schattiger Wendepunktstrecke stimmten mich am Ende dann versöhnlich. Ich blieb zwar nicht wie gehofft unter der 20 Minuten-Grenze, kratze aber ein wenig daran. Diesmal klappte es mit der Aufholjagd auch ein wenig, sodass ich als 6.­platzierter im Ziel meiner besten Unterstützerin um den Hals fiel.

Bis auf ein knappes Prozent des Athletenfeldes, zu dem leider René gehörte, trudelten alle anderen im Minutentakt ein. Das übliche After­-Race-­Geplaudere und ein Bad im Briesensee vertrieb uns die Zeit bis zur Siegerehrung. Gesamt­und die Altersklassen­Wertung ermöglichte es vielen Athleten, mal aufs Podium zu steigen.

Fazit: Familiär organisiertes Traditionsrennen mit leicht profilierten Laufstrecken auf gelenkschonendem Untergrund. Die Radrunde ist zum schnell radeln gut geeignet, leicht wellig und hat leider nur eine Wasser­und Bananen­-Station. Einen mit dem Termin verbundener angenehmen Kurz­Urlaub am Badestrand des Briesensees auf dem ruhigen Campingplatz können wir nur empfehlen. Mein persöniches Resumé fällt eindeutig aus: Die Mittwochs­Radrunde mit den Vereins­jungs muss dringend wiederbelebt werden!

Mit sportlichen Grüßen, Euer Max

Ergebnisse: http://www.spreewald­triathlon.de/index.php/195­ergebnisse­2016­dua­lang 

Bild: von Lienhard Schulz aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY­SA 3.0

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