Triathlonverein Dresden e.V.

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Maui/ Hawaii - XTerra World Championship 2015

Ein unvergessliches Abenteuer…

Nachdem die Entscheidung gefallen war, die einzigartige Chance wahrzunehmen, an der XTerra-WM auf Maui teilzunehmen, begannen die anscheinend endlosen Vorbereitungen. Die Klärung der Freistellung von der Arbeit war der Anfang und das wichtigste. Des weiteren  mussten Kreditkarten beantragt werden, ein neuer Reisepass musste her, die Registrierung und Bezahlung für den Wettkampf musste pünktlich gemacht werden, die Flüge sowie die Unterkunft gebucht werden, die ESTA-Formulare mussten wir online ausfüllen, ein zweiter großer Radkoffer musste her…und vieles mehr! Ach ja, und trainieren mussten wir auch noch. Schwimmen, MTBen und Laufen…und das zu der Zeit, wo die Saison eigentlich schon lange vorbei ist und sich die Triathleten maximal noch diesem oder jenem Lauf widmen! Für uns stand noch für viele Wochen das komplette Programm auf dem Plan…angesichts des kühler werdenden Wetters, der kurzen Tage, der anstehenden Hochzeit von Curt & Jule, der vielen organisatorischen Vorbereitungen und der rundherum kränkelnden Menschen, war die Zeit bis zum Abflug eine wahnsinnig stressige Herausforderung! Doch das Ziel war die ganze Zeit vor Augen, so dass wir diese auf unerklärliche Weise dennoch gut überstanden. Am Samstagmorgen, den 24.10., einem 30-minütigem Powernap nach der Hochzeitsfeier, packten wir das Corsale voll und rollten 2:15 Uhr Richtung Prag. Nachdem wir unterwegs mal anhalten mussten, weil der Motor komische Geräusche machte und wir schon Angst hatten, dass das alles hier nicht sein sollte, fanden wir dennoch den abenteuerlichen und unbeschilderten Weg zu dem bewachten Parkplatz irgendwo im nirgendwo. So langsam registrierten wir, dass es ernst wird…die Reise hat begonnen.

Wir wurden samt Gepäck zum Flughafen Prag geshuttelt…checkten ein, bezahlten mehr für die Radkoffer, als wir wollten und dann hob der Flieger gen London ab. Von London ging es nach Los Angeles, dort sollten wir das Gepäck erstmal wieder bekommen…die Amis halt…naja, dort waren die Radkoffer schon nicht mehr dabei…die verweilten wohl noch etwas in London :-) In Los Angeles trafen wir noch auf zwei Bekannte aus Zittau, die ihre Tochter in Hawaii besucht hatten und uns noch von den derzeitigen Bedingungen auf Teilen der Wettkampfstrecke per Video zeigen konnten. So klein ist die Welt ;-)

Nach dem letzten Flug, der etwa 5 Stunden dauerte, und den wir nun ganz schön fertig nur schlafend erlebten, kamen wir endlich auf Maui an. Wir nahmen unser nun schmales Gepäck und shuttleten zur Autovermietung, ging alles ruckizucki und schon standen die letzten Meilen bis zum lang ersehnten Schlafen im Bett an. Angekommen, brachten wir nur fix die Taschen rein und machten uns gleich auf den Weg, um noch etwas zu essen für jetzt und den nächsten Morgen zu besorgen…und da passierte es! Torsten ramponierte ein anderes Auto beim Ausparken…die Kaputtigkeit und die riesen Autos waren Schuld :-( Als wir wieder da waren, saßen wir dann in völliger Dunkelheit auf der Terrasse, genossen Toastbrot mit Erdnussbutter, lauschten dem Meeresrauschen und waren unheimlich glücklich und beseelt jetzt und hier nach all dem Stress tatsächlich angekommen zu sein. Der Aloha-State hatte uns wieder! Was für ein unglaubliches Gefühl!

Die ersten Tage stand das Einleben, Akklimatisieren und Aktivieren auf dem Plan. Nach dem Lebensmitteleinkauf (ein Wagen voll zum Preis von 3-4), dem Erkunden unserer Umgebung, lockerem Joggen und Schwimmen im Meer, konnten wir Dienstag auf den unteren Teil der Radstrecke. Die Räder waren Montag unbeschadet angekommen und wir hatten nun die volle Ausrüstung bei uns. Da es die letzten Tage in der Nacht immer wieder mal etwas geregnet hatte und durch die allgemein sehr hohe Luftfeuchtigkeit die Wege schlecht abtrockneten, war es sehr schmierig! Die ersten Meilen, die auch für die Laufstrecke sein werden, ist geprägt von engen Kurven, Wurzeln, uneinsehbaren Kurven, kurzen steilen Anstiegen…ziemlich crosscountrymäßig! Durch den glitschigen Untergrund kam man so gut wie gar nicht voran, weder fahrend noch laufend…die Stimmung ging steil nach unten! Später stürzte ich zweimal, was die Stimmung nicht wirklich hob. Da wir ja nur einen Teil abfahren konnten, nahmen wir nun noch die Laufstrecke in Angriff. Wir brauchten für die 10,5 km eine unglaubliche Stunde…so eng, steil, schwierig & hart war die!

Nach dem Schock mussten wir uns erstmal am Wettkampfstrand abkühlen. Allerdings war das heute keine gute Idee! Es waren megahohe Wellen…wir versuchten rauszuschwimmen…und es gelang uns nicht. Immer wieder kam eine Welle und riss uns wieder an den Strand zurück. Wir gaben nicht auf. Beim dritten Versuch schafften wir es…allerdings unter hohem Kraftaufwand. Wir schwammen etwas raus und probierten dann noch den Landgang…die Wellen hatten so eine wahnsinnige Kraft! Man hatte null Kontrolle, man wurde unter Wasser gedrückt, umher gewirbelt, mir rutschte die Brille von den Augen…da kam richtige Panik auf! Lange Luft anhalten, Orientierung behalten und darauf hoffen, dass alles gut geht. Wenn man denkt, man hat es geschafft, dann zog einen der Sog wieder in die Welle rein. Das war schon echt der Horror! Aber das ist Crosstriathlon! Da ist nix mit nem glatten See ;-) Nach einer Pause probierten wir das gleiche noch einmal, Torsten musste auf dem Rückweg Pause machen, weil er sich durch das Geschaukel und das Salzwasser dreimal übergeben musste…das war absolut kein Spaß! Das einzige, was uns Mut machte, war, dass es den anderen ja genau so ging…es waren einige da, die es ebenfalls probierten…und scheiterten! Aber hier kamen schon auch Zweifel auf: War das wirklich so eine gute Idee, hier zu starten? Sind wir bereit für diese Strecken? Mental hatten wir echt zu knabbern!

Donnerstag dann holten wir die Startunterlagen und nahmen nun die gesamte Radstrecke in Angriff. Die Strecke war trocken und bot dadurch ein völlig anderes Bild wie Dienstag! Wenn es so am Wettkampftag ist, dann kann es gut werden. Weiter oben waren dann einige feuchte Stellen bis hin zu megalangen & tiefen Matschlöchern, die nach Jauche stanken…widerlich! Es gab sehr lange Anstiege, die teilweise sehr steil waren…die Meilenschilder waren bereits angebracht, so bekam man mit, dass man gefühlt so gut wie nicht vorwärts kam. Das tropische Klima gab uns den Rest. Als man relativ weit oben war, ging es lange bergab. Allerdings nicht ungefährlich, der glitschige rote Sand war überall…und besonders in den Kurven und auf Steinen und Wurzeln bestand die Gefahr wegzurutschen. - Apropos: Uta (die Mittwochabend angereist war) erzählte uns später, dass sie einem Mann Erste Hilfe leisten musste, da er stürzte und sich den Kiefer mehrfach brach! - Später führte die Strecke wieder nach oben zum höchstem Punkt…dort bot sich uns ein unglaublicher Ausblick! Wir sind die Strecke zwar relativ locker abgefahren, aber danach waren wir ganz schön im Eimer! Nach dem Bikewash sind wir nochmal ins Meer, diesmal waren die Wellen auch nicht mehr so hoch…Dank Uta hatte Torsten auch keine Probleme mit der Übelkeit…alles wird gut!

Freitagmorgen hatten wir die Möglichkeit mit den XTerra-Pros Ben Allen und Jacqui Slack Schwimmen zu gehen. Sie gaben uns Hinweise, wie wir mit den Wellen umgehen sollen…in Theorie und Praxis. Feine Sache! Abends war dann das Champions Dinner, wo es lecker und reichlich Essen vom Hotel Ritz Carlton gab und ein Einblick auf die letzten 19 Jahre XTerra gegeben wurde.

Am Pre-Race-Day aktivierten wir uns mit nem kurzen Radeln mit Koppellauf und nem kurzen Schwimmen. Nach der Wettkampfbesprechung ging es nach Hause, ich dehnte mich ausgiebig und blackrollte meinen Unrumpf. Nebenher quatschte ich immer wieder mal mit den urlaubenden Housewives, die das alles total crazy fanden und an uns denken werden, wenn sie mit nem Cocktail am Strand liegen :-D Wir fingen an unsere Sachen vorzubereiten und machten mit Uta & Ayse unsere persönliche Pastaparty :-) Als wir weiter packen wollten, fanden wir unsere CO²-Kartuschen nicht mehr. Nach kurzer Überlegungszeit kamen wir zu dem Entschluss, dass wir sie bestimmt im Taco Bell haben liegen lassen…Ans Telefon ging da keiner, also fuhren wir hin…aber keine Chance! W wie weg :-( Egal, fix nach Hause, ab in die Heia. Morgen wird es dort schon noch welche geben.

Raceday!!! Geschlafen haben wir echt guddi, 5:30 Uhr war die Nacht zu Ende. Wir bereiteten die Trinkrucksäcke und die Radflaschen vor, während wir nebenbei etwas Toast frühstückten…sofern es ging. Ich war mächtig aufgeregt und hatte zu kämpfen, dass das Essen in mir blieb. Wir brachten dann noch die Startnummerntattoos an und 7 Uhr radelten wir nach Kapalua. Ganz entspannt kamen wir an, suchten unseren Wechselplatz und richteten ihn ein…die Stimmung war extrem gelassen…sie spielten Musik von Israel Kamakawiwo’ole, der Sprecher begrüßte alle…da kam dann schon Gänsehaut auf…da hieß es tief durchatmen! Torsten besorgte noch die Kartuschen und dann gingen wir auch schon zum Strand runter. Auf dem Weg nach unten bekamen wir noch die richtigen Badekappen und das Band für den Chip. Am Strand saßen wir erstmal auf einer Bank und beobachteten das Treiben. Einige schwammen sich schon ein, einige dehnten sich, einige liefen sich etwas ein, viele ließen sich noch segnen…wenn ich nicht so aufgeregt gewesen wäre, dann hätte ich das auch gemacht, aber das war mir alles zu viel ;-) Nach einem kurzen Einschwimmen ging es nun also bald los…der Start der Profis…noch 10 min…der Start der Männer…noch 5 min…endlich! Die letzten Tage waren echt hart, man wollte, dass es endlich los geht!

-----Torstens Rennbericht-----

Eins vorweg - verdammt GEIL war‘s!

So langsam stieg dann aber auch die Aufregung. Immer mehr Sportler kamen zum Strand und der Gedanke an den Schwimmstart … arg viele Starter! Die Zeit verging und der Start rückte näher. 3…2…1… und los ging’s auch schon. Hat voll Spaß gemacht. Konnte mich recht gut aus dem Gedränge raushalten und richtig gut mein Ding schwimmen. Ohne große Probleme (was die Zeit für mich auch zeigt) konnte ich aus dem Wasser steigen und mich Richtung Wechsel begeben. Alles supi, dachte ich bei mir. Auf dem Rad dann merkte ich aber recht schnell an der Art und Weise wie recht viele über die Strecke regelrecht flogen, dass die Stecke nicht für mich gemacht ist. Der erste und der letzte Teil bestand aus kurzen verwinkelten Singletrails mit Wurzeln und giftigen Anstiegen. Macht voll Spaß, aber wenn ich das paar Mal flott mache, komm ich nicht weit. Man kennt seinen Körper und weiß was einem liegt oder eher  nicht. Mir nicht! Leider!!! Tja… leider wurde der mittlere Teil für mich nicht besser. Einfach nur steil. Wer mich kennt, weiß, dass ich da eher ein Hindernis bin für andere. Auf dem Rückweg konnte ich noch recht gut zum Wechsel rollen. Hab noch schön den Lauf mit trinken vorbereitet und gehofft, dass es jetzt los geht. Lauf geht doch immer… dachte ich. Falsch gedacht! Für mich einfach nur zu steil und das dauernd. Keine Möglichkeit mal nen langen Schritt zu ziehen um Meter zu machen. Nur steigen. Schon sehr zeitig, hab ich angefangen die Berge zu gehen… und das mach ich echt nie! Dachte schon, ich komm nicht durch. Hab paar Mal an Susi gedacht - oje oje - dat wird hart für sie! Am Ende hab ich nur noch das Ziel herbeigesehnt und wollte die Sache abhaken. Da wusste ich ja noch nix von der Laufzeit. Echt traurig!

Alles zusammen war die ganze Sache trotzdem voll genial. Die Strecke ist einer WM absolut würdig und die Organisation regelrecht perfekt! Ich selbst bin natürlich nicht zufrieden. Schwimmen war mein bestes Einzelergebnis und 10 min. schneller hätten es wenigstens sein sollen und können… muss ich wohl noch  biss´l üben!!! -----

 

-----Susis Rennbericht-----

Ich stellte mich gleich vorne in die erste Reihe…dann kam der Startschuss! Los geht’s! Ich rannte ins Wasser, Kopfsprung, noch ein Delphinsprung und los geht’s. Schwimmen…die ersten paar Meter hatte ich Ruhe, dann kamen die anderen Mädels plötzlich von links und rechts und von hinten, ich schluckte sehr viel Salzwasser. Aber jetzt war keine Zeit zu jammern, ich ließ mich davon nicht beeindrucken und schwamm weiter, dann hatte ich auch Platz und fand meinen Rhythmus. Ich fand ein paar Füße zum mitschwimmen, schon vor der ersten Boje überholten wir die ersten bzw. letzten Männer! An der Boje wurde es eng und unübersichtlich, die Füße verlor ich. Egal, weiter! Der Strand kam näher, ich schwamm nun ohne Übersicht. Raus aus dem Wasser, um die Fahnen rum und ab zur zweiten Schleife. Nun sah ich ein Meer aus grünen Badekappen vor mir. Das war ein ganz schöner Kampf durch die Männer zu schwimmen, links, rechts…aber den anderen Frauen erging es ebenso. Die ganze Zeit dachte ich schon an das bevorstehende Radfahren und den Lauf, ich sparte in der ersten Disziplin schon einiges an Kraft. Um die letzte Boje kam ich sehr gut, der Rückweg zum Strand erschien nochmal ganz schön weit, hier war die Strömung schon zu spüren, aber ich schwamm einfach links an den Männern vorbei geradewegs zum Ausstieg. Geschafft! Brille vom Kopf, durch den Sand, hoch in den Wechselgarten, ab zum Fahrrad, Helm auf, Schuhe an, ich hab zwar versucht, den Sand etwas von den Füßen zu bekommen, aber ich sah die anderen meiner Altersklasse und dachte, dass das auch so geht, alles Zeit! Rucksack auf, Schnallen zu, Handschuh an und nun weiter berghoch zum Ausgang mit dem Rad in der Hand. Nun rauf auf’s Rad, vorbei an einigen Männern, gleich was getrunken, Energie nachgefüllt. Neben dem Golfplatz ging es die Asphaltstraße hoch, durch den Tunnel und dann ging es erst links und dann rechts in den Wald…und ich sah eine lange Schlange Radler vor mir…Oje! Ich blieb ruhig, wenn ich vorbei wollte, wurde auch Platz gemacht…an einigen Stellen war es sehr eng und somit sehr schwierig vorbei zu kommen. Manchmal musste man lange warten, ehe man die Möglichkeit hatte zu überholen. Jeder hatte auch seine Altersklasse als Tattoo auf der linken Wade, so hatte man einen guten Überblick, wenn man Frauen überholte. Als mich eine Frau überholte, überlegte ich, ob ich mitfahren sollte…sie war aber AK 25, also ließ ich sie fahren…die Altersklassenwertung hat oberste Priorität und die Strecke ist noch wahnsinnig lang und hart, Kraft sparen ist angesagt. Langsam war weniger los auf der Strecke, es bildeten sich Gruppen, ich kämpfte mich nach vorne von Gruppe zu Gruppe. Die vielen Leute auf der Strecke hatten aber auch seine Vorteile. Erstens: Man fuhr nicht zu schnell, weil es nicht ging. Und zweitens: Man war abgelenkt…die Meilen vergingen recht zügig! Die Beine waren richtig gut, bergauf hat richtig Spaß gemacht, ich übertrieb es zu keiner Zeit…Kraft sparen für die weiteren Radkilometer und den Lauf…Einige Male dachte ich mir: Och, eigentlich geht’s doch mit der Hitze! Aber irgendwie löste der Gedanke einen extremen Hitzeschub aus…ich schwitzte wie sonst was, plötzlich fand man sich in der bloßen Sonne wieder, mannshohe Gräser links und rechts, wo der Wind keine Chance hatte und die Luft stand…ich sehnte mich nach einer Verpflegungsstelle…es gab nur zwei. Dann kam auch endlich die erste und ich wählte eine Flasche mit Wasser und schüttete sie mir über den Kopf…welch Wonne! Bei der kommenden Abfahrt waren dann einige Männer im Weg und dort war auch kein Platz zum Überholen…da hing ich dann ne ganze Weile fest, später kam ich aber vorbei und radelte davon…nun ging es wieder hoch…als man rechts schon die ersten serpentinenartig runterfahren sah, zog sich der lange steile Anstieg noch ewig dahin, bis man endlich oben war…nun bergab, hier konnte ich alleine und damit selbstbestimmt runter düsen…kurz antreten, anbremsen, um die Kurve, antreten, bremsen…das hat Spaß gemacht! Nun war es zwar noch ein ganzes Stück, aber die harten Berganpassagen waren geschafft! Energie zuführen nicht vergessen…das härteste kommt ja erst noch. Bei der zweiten Verpflegung gab’s wieder ne Ladung Wasser über den Kopf und ein Helfer hat mir noch den Körper bespritzt: sehr geil! Der Rest der Strecke war dann im Gegensatz zu der Bisherigen recht chillig. Auf den letzten Meilen fuhr ich an eine Gruppe ran, da waren dann auch noch zwei Mädels drin, allerdings andere Altersklassen. Nun rollten wir die Asphaltstraße runter zum Wechselgarten…Schuhe aufdrehen…Radfahren ohne Stürze oder andere Katastrophen überstanden…yeah! Runter vom Rad, die Wiese runter…wo ist mein Wechselplatz? Upps, ein Stückchen zu weit, wieder zurück, das Rad von der anderen Seite reingeschoben unter der Stange durch zu meinen Sachen (das wurde in der Wettkampfbesprechung ausdrücklich erlaubt), Helm ab, Handschuhe aus, Rucksack runter, Radschuhe aus, Laufschuhe an, Startnummer inkl. Liquids um, Laufmütze in die Hand und ab geht’s…nur bergauf…mal mehr, mal weniger…meine Beine fühlten sich immer noch gut an…die zwei Mädels hatte ich überwechselt und sie überholten mich nun wieder. Aber egal, nicht meine AK. Der Weg ist noch weit. Alle Meile kam eine Verpflegungsstelle…und die waren auch absolut nötig. Immer wenn man kurz vorm „Ich will nicht mehr!“ war, kam die nächste. Die Hitze und die Anstiege waren echt brutal! Wenn es zu steil war, dann nahm ich den Tipp von der Wettkampfbesprechung wahr, ich ging und konnte dann oben, wenn es mal weniger bergauf ging auch wieder etwas Fahrt aufnehmen. Es war echt krass, wie viele Männer ich überholte und zwar junge Männer…auch hier hatte man zu kämpfen, um an denen vorbei zu kommen, es war alles sehr eng. Auch hier lief ich noch an ein paar Frauen vorbei, auch an der schnellen Radfahrerin…sie hatte wohl auf dem Rad zu viel investiert! Ich hatte beim Laufen nochmal richtig Spaß, musste aber aufpassen nicht zu überzocken. Die Strecke war anspruchsvoll, man musste aufpassen…Wurzeln, Baumstämme, etwas Schlamm, auch Äste, die über den Weg hingen und man unten durch musste…wenn man hier zu müde ist, kommt man schnell vom Weg ab. Auch hier wieder enge Kurven, links, rechts…man kam gar nicht richtig ins Laufen…viele hatten nicht mehr die Power nach nem Anstieg wieder anzulaufen, sie resignierten regelrecht. Ich zählte die Verpflegungsstationen rückwärts, vor der letzten kam noch ein megaharter steiler Asphaltanstieg auf den ich schon die ganze Zeit gewartet hatte…ich dachte, der kommt eher…egal, hochgegangen, wieder losgelaufen, an der Aidstation nochmal getrunken und Kopf gekühlt und nun bin ich mit nem innerlichen Grinsen gelaufen. Jetzt war klar, dass ich ins Ziel komme…die letzten 2 km schaff ich auch noch…ich habe aber nicht locker gelassen, eher nochmal angezogen, nicht, dass von hinten noch jemand kommt! Nach der Straßenüberquerung nochmal in den Wald, dann die nächste Straße, der Strand ist in Sicht…dann durch den Sand, das zog sich ganz schön…da rief mir Hasi auch schon was zu…jetzt noch durch den tieferen Sand hoch Richtung Ziel, die letzten Meter leicht bergan auf der Wiese…Geschafft!!! Was für ein Gefühl!!! I’m a survivor!!! Im Ziel gab’s gleich die Finisher-Medaille, ein Lei (Blütenkranz), ein kaltnasses Handtuch, um die Körpertemperatur nach unten zu bekommen und ne Wasserflasche. Ich aß etwas Melone und ging zu Torsten…wir berichteten einander die ersten Eindrücke…Torsten wollte dann, weil er über seine Leistung etwas enttäuscht war, gleich an den Strand runter, um Uta zu empfangen. Ich aber wollte das Ergebnis wissen. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich ganz gut im Rennen war und es vielleicht für einen Podestplatz in der AK reichen könnte. Als ich dann meine Finisherkarte in den Händen hielt und ich gecheckt hatte, was die 1 dort bedeutet, war ich total perplex! Wer hätte das gedacht? Ich auf keinen Fall! Der Wahnsinn!!!

Nun, auf Wolke 7 schwebend sind wir an den Strand, haben uns abgeduscht und Uta auf den letzten Metern mit Anfeuerungen begleitet…

Später, nach der Flowerceremony der Profis, sind wir nach Hause geradelt…am Bikewash anstehen hatten wir keine Muse mehr. Bei mir kam dann der Mann mit dem Hammer…es ging zwar fast nur bergab, aber die kleinen Hügel, die es hoch ging, kam ich fast nicht mehr hoch…kein Druck mehr auf der Pedale…ich hab gezittert und war völlig unterzuckert…vor lauter Freude hatte ich vergessen zu Essen…zum Glück war es nicht weit und ich hab mich dann auch schnell wieder erholt ;-)

Abends fand dann die standesgemäße Siegerehrung bei einem Award Dinner statt. Lecker essen mit super netten Leuten, Unterhaltung, tollen Fotos, verrückten Sportlern und wirklich schönen Präsenten…ein würdiger Abschluss von einer so was von toll organisierten WM! Einige frönten noch der Halloweenparty…wir gingen fröhlich ins Bettchen und standen 2:15 Uhr schon wieder auf. Warum? Wir fuhren mit dem Auto mit Uta & Ayse auf den Haleakala, um den Sonnenaufgang zu betrachten…es hat sich gelohnt! Als wir dort oben waren, war für Torsten und mich klar, dass wir mit dem Rad hier noch hoch fahren müssen! Genau das haben wir dann auch zwei Tage später gemacht. Heftig, aber geil! 55 km von Paia bis nach ganz oben. Von null bis auf 3055 Hm, nur bergauf, keine Ruhe für die Beine. Umso höher man kam, desto kühler wurde es und vor allem windiger bzw. stürmiger! Das letzte Stück musste man sich am Lenker festkrallen und man kam nur noch mit max. 3 km/h vorwärts. Nach 4:45 h kamen wir oben an…das war ein schönes Gefühl, das geschafft zu haben! Das unterstrichen uns auch die Touris, die oben waren (mit dem Auto), die uns für absolut verrückt und unglaublich hielten :-D

Die restlichen Tage waren allesamt sehr schön und viel zu schnell vorbei. Um euch nicht noch weiter zu strapazieren erspare ich euch ausführliche Details, aber es sei kurz erwähnt, dass wir mit Badeschlappen Lavafelder erkundet haben, noch einmal einen Schnorchelausflug gemacht haben, dabei viele Fischis gesehen haben und auch Schildkröten. Bei dem ersten hatten wir ja Delphine gesehen! Auch habe ich mich mit dem Bodyboard in die Fluten gestürzt und hatte einen Heidenspaß…bis die Lippen blau waren :-D In Kihei bekamen wir dann noch etwas von dem abendlichen hawaiianischen Sportlerlifestyle mit, echt chillig! Als dann der letzte Tag anbrach und wir noch einmal nach Lahaina und später nach Paia fuhren, kam schon ganz schön Wehmut auf…einige Tränen wurden verdrückt und flossen dann doch…wir hatten eine wunderschöne Zeit, die wir garantiert nicht vergessen werden. Auch wenn ich mich da wiederhole: Dass wir das alles so erleben konnten, haben wir unseren Freunden, Familien, Bekannten und sogar unbekannten Gönnern zu verdanken. Vielen liebsten Dank dafür! Ein herzlichstes Aloha an alle Unterstützer.

 

 

 

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