Triathlonverein Dresden e.V.

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Aus der Kalten … Mein Knappenman 2015

Da ich (Daniel Mann, Anm. d. Red.) mir die letzten Jahre immer vorgenommen hatte endlich mal beim Knappenman zu starten, (Schulanfänge oder Krankheit hinderte mich bisher) sollte es nun endlich dieses Jahr terminmässig damit klappen.

Jedenfalls hatte ich mich rechtzeitig angemeldet und den Plan für die zweite Saisonhälfte festgelegt, Start Anfang August beim Bornsdorftriathlon über die Sprintdistanz und dann sollte der  Knappenmantriathlon folgen. Doch leider kommt es halt doch anders als man sich das so vorstellt, denn nach einer von vielen sportlichen Aktivitäten geprägten ersten Jahreshälfte, kam dann Mitte Juli der Höhepunkt mit der Teilnahme am 24 h Radrennen in Kelheim dazu (Teamwertung). Danach ging es sofort in den Sommerurlaub und den wollte ich ausgiebig bei Ostseeluft zum Trainieren nutzen, aber irgendwie ging mein Körper komplett in den Ruhemodus und kam da so schnell nicht mehr raus. Die Sommerhitze und andere arbeitsbedingte Umstände taten ihr Übriges dazu, nicht so zu trainieren, wie ich es sollte.

Ich wußte- der Knappenman rückt näher, aber „Training“ immer noch Fehlanzeige, mehr als ein paar sporadische Laufeinheiten waren einfach nicht drin. Da stand ja erstmal der Bornsdorfer Triathlon an, mal gucken wie es dort so läuft dachte ich, bei Temperaturen über 35 Grad war das Schwimmen noch das Angenehme, aber trotz allem ging es doch recht gut, allerdings beim Lauf merkte ich schon, das alles schwerer ging als gewohnt. Ich schob es auf die Hitze, einer muss ja Schuld haben ^^.

Da waren es nur noch drei Wochen bis zum Start am Dreiweiberner See. Irgendwie konnte ich meinen Körper und meinen Kopf nicht zum Training überreden. Ich zweifelte, haderte, sollte man so eine Distanz mehr oder weniger aus der Kalten bestreiten? (mittlerweile meine 4. Halbdistanz) Ich wollte eigentlich absagen und die Saison für mich beenden, aber das wäre dann der 3. Versuch einer Knappenmanteilnahme und das hätte mich dann doch sicher geärgert. Ich war gesund und hatte auch sonst keine weiteren Verpflichtungen an diesem Wochenende. Ich entschloss mich alles so zu belassen und einfach zu starten, eine Woche Gewalttraining noch eingeschoben - „war zu spät“ ja klar, ich weiß! ...aber fürs Gewissen.

Dann war es soweit, das Wetter sollte laut Wetterbericht richtig toll werden, so wurde es dann auch- die Sonne strahlte vom Himmel. Ich reiste mit Familie und Wohnwagen auf dem Campingplatz am Freitag an und fuhr die Laufstrecke am selben Abend mit dem Rad ab. Alles „flach“, gut so dachte ich.

Am Samstagmorgen um 6 Uhr erwachte ich und konnte dann den Schwimmstart der Langdistanz um sieben mit verfolgen. Mich beschlich in dem Moment langsam ein etwas mulmiges Gefühl als ich an meinen Start dachte, ob das wohl alles gut gehen sollte, was ich mir hier vorgenommen hatte? Um meiner Nervosität nicht viel Raum zu lassen, ging ich nach dem Frühstück dann um 10.30 Uhr zum Einschwimmen, bekam dann mit einem Ohr per Durchsage noch mit, das wohl bei „irgendeinem  Daniel“ der Reifen geplatzt sei, aber der konnte ich ja auf keinen Fall sein, hatte doch mein Rad gerade in die Wechselzone gebracht und es war top in Ordnung (Danke nochmal an die Heinzelmännchen Robert und Markus, die während ich meine Schwimmdistanz absolvierte mein Laufrad getauscht haben, weil sie dachten: „Gehen lieber mal nach „Daniels“ Rad schauen“ so viele Daniels kanns ja nicht geben….. bestens!)

Dann war es fast soweit - um 11 Uhr erfolgte der Start, kurz noch in der Startzone Heiko (Kummer) und Maurice (Hubain) getroffenen und schnell noch die üblichen Vorstartgespräche, dann 3,2,1 Startschuss und los ging es! Das Schwimmen nach wie vor noch nicht so meins, ging aber eigentlich gefühlt ganz in Ordnung. Ich fand meinen Schwimmrhythmus relativ schnell, trotz der anfänglich üblichen Körperkontakte schwamm ich gut und ruhig.

Dann aber nach dem Wasserausstieg  hatte ich sofort mit krampfenden Beinen zu kämpfen - was das schnelle Erreichen der Wechselzone und ein „freundliches Gesicht“ dabei zu machen erheblich erschwerte. Der erste Wechsel verlief dann trotz des Krampfes relativ problemlos - doch dann sah ich, das mein vorderes Laufrad sich irgendwie verändert hatte, ich bekam beim Lauf durch die Wechselzone noch zugerufen „Dein Tacho funktioniert nun nicht mehr“! Da fiel mir ein ... Ich war doch der Daniel mit geplatztem Laufrad! Naja egal, rauf auf den Hobel und los geht es ohne Tacho.

Die ersten zwei Runden rollten gut, Druck war da, von irgendwelchen Krämpfen keine Spur mehr. Ich dachte bloß nicht überpacen“ und es lief recht gut ... aber plötzlich: in der dritten Runde bei ca. 70 km war es, als hätte jemand den Stecker gezogen, ich hatte keine Energie mehr. Leider hatte ich mich auch in meiner Verpflegung, insbesondere der Trinkversorgung verkalkuliert und war auf der Strecke immer nur am Sparen mit meinem Trinkvorrat, da es vom Veranstalter nur kleine Trinkflaschen gab und die teilweise auch noch nicht mal richtig voll waren. Egal dachte ich weiter, mal sehen was der Körper noch so hergibt. Die letzte Radrunde war dann eigentlich nur noch „Radwandern“.

Irgendwann kam ich dann doch zum zweiten Wechsel, wo ich dachte: „Durst! Ich hab Durst!“ ... der nächste Verpflegungsstand kam dann aber erst bei Laufkilometer 2 oder 3 (vielleicht sollte sich der Veranstalter dort mal Gedanken machen, einen Stand zu Beginn der Laufstrecke hinzubauen). Dann wurde ich noch auf den ersten Kilometern von krampfenden Beinen geplagt, ich sagte mir immer wieder: „Schööön locker laufen und insgeheim wusste ich, das wird heute nicht ganz leicht auf der Laufstrecke. Rückblickend war das Laufen eigentlich von Anfang bis Ende ein Kampf- immer wieder auftretenden Krämpfe und sehr hohe Temperaturen auf der asphaltierten Laufstrecke machten mir zu schaffen, 2 km halbwegs laufen dann wieder 500 m gehen.

Aber aufgeben war nie eine Option für mich. Das ganze wurde kopfmässig noch zusätzlich erschwert, da ich nach jeder Laufrunde am Campingplatz, einen Meter neben meinem eigenen Campingwagen vorbei laufen musste und ich praktisch die Möglichkeit hatte, einfach abzubiegen und am gedeckten Tisch beim kühlen Drink zu sitzen, die müden Beine baumeln zu lassen ... da hieß es stark sein und weiter durchhalten!!! Durch das Anfeuern meiner Familie und Freunde dort an der Strecke am Campingwagen- ging es dann doch motiviert in die 2. Laufrunde, die sich genau wie die erste Runde mit gelegentlichen Wanderabschnitten gestaltete.

Irgendwann bin ich dann doch sehr glücklich ins Ziel gekommen und war froh, dass ich das alles überstanden hatte. Platzierung und Endzeit waren für mich nicht wichtig in diesem Moment. Ich habe nicht aufgegeben und durchgehalten!

Als Resümee der ganzen Sache bleibt zu sagen, man kann so was machen - muss man aber nicht! ... und ich werde in Zukunft besser vorbereitet wieder in eine Halbdistanz starten. Es ist zu schaffen aber auf Zeiten und halbwegs gute Platzierungen sollte man da nicht hoffen und ich bin wieder mal um eine Erfahrung reicher geworden.

Mit sportlichen Grüßen
Daniel Mann

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