Triathlonverein Dresden e.V.

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Ironman 70.3. Worldchampionship in Zell am See

Zum ersten Mal in der Geschichte findet die Ironman 70.3. Worldchampionship in Europa statt und fünf TVler hatten das große Glück sich dafür aus sage und schreibe 100.000 Athleten einen der begehrten 2.900 Startplätze zu erkämpfen: Jana Clement, Manu Süß, Nico Pietsch, Holm Große und Max Gaumitz.

Bei strahlendem Sonnenschein und atemberaubender Kulisse checkten Jana und Manu am Donnerstag ein. Zusätzlich zu den Worldchampionship am Sonntag wurde am Samstag der normale 70.3. Ironman ausgetragen. Dies bedeutete doppelt so viele Sportler und Begleiter auf der Expo, beim Bankquet, in Zell am See und überhaupt. Überall sah man super fitte laufende, schwimmende und radelnde Ironmänner und – frauen.   

Am Freitag trafen wir uns früh zum kurzen Test der Wasserqualität des Zeller Sees. Diese wurde von uns für sehr gut befunden. Dann ging es ab mit dem Auto die Radstrecke abfahren. Manu wollte unbedingt vorher den 15km langen Anstieg ausprobieren und stiefelte mit eigenem Begleitfahrzeug inkl. Anweisungen zur Trittfrequenz nach oben. Das letzte Stück mit ca. 15% Anstieg hat ihr normales Kettenritzel dann nicht mehr geschafft und sie genoss das letzte Stück der Bergauffahrt wieder im Bus. Der harte Betreuer wollte dann aber unbedingt, dass wir Mädels die rasante Abfahrt ausprobieren. Jana war sofort begeistert, Manu musste Mut zugesprochen werden. Die Abfahrt wurde mehr oder weniger schnell (;-) Manu) mit sehr gemischten Gefühlen gemeistert. Jana freute sich bereits jetzt da im Wettkampf runter zu brettern. Manu stand der Angstschweiß auf der Stirn, ihre Carbonfelgen glühten, die Bremsbeläge hatten nach der Abfahrt bereits stark gelitten. Ja die Radstrecke hatte es echt in sich und war auf jeden Fall einer WM würdig. Technisch anspruchsvoll mit steilen Anstiegen, rasanten Serpentinen-Abfahrten und vielen Kurven.

Die Räder wurden nochmal für die Strecke auf den letzten Stand gebracht. Jana versicherte sich nochmal beim Bike Service dass Ihre 2 Risse an der Carbongabel nur Lackschäden sind. Manu ließ sich nochmal ein Bergritzel anbauen. Am Abend genossen beide noch das Banquet, wo einem wirklich das Gefühl gegeben wurde, was gaaaanz Besonderes zu sein. Beim Athleten Briefing wurden uns durch eine imposante Stimme die Regeln nahe gelegt und wer sich nicht daran hält: „… and you will be disqualified!“ Die anschließende Wasser- und Lichtshow am Zeller See war sehr beeindruckend und stimmte uns auf den bevorstehenden Wettkampf bestens ein.

Technisch auf dem besten Stand wurden die Rennmaschinen am Samstagnachmittag eingecheckt. Mehr passiert an dem Tag eigentlich nicht. Außer ausschlafen, ein lockeres Läufchen und ESSEN.

Dann war endlich Raceday! Der Start erfolgte in Wellen beginnend von 10:45 mit den PROS bis 12:15 mit ca. 5min Abstand zwischen den Altersklassen. Im Wechselgarten haben wir dann noch Nico und Holm getroffen und kurz geplauscht - alles im grünen Bereich bei ihnen! Max hat das Rennen leider krankheitsbedingt nicht angetreten. Bis 10:30 sollte man den Wechselgarten verlassen und so saßen wir an einem schattigen Plätzchen und vertrieben uns die Zeit. Janas Start war um 11:36, Manus erst um 11:54. Zwischendrin hat Manu noch einen Wespenstich mitgenommen und dank des beherzten „Knutschis“ von Jana blieben Gott sei Dank größere Schwellungen aus.

 

Rennbericht Jana:

Sehr gut vorbereitet und mit gutem Gefühl fuhr ich nach Zell am See. Das Training und die Testwettkämpfe davor verliefen vielversprechend. Mein Rad machte mir ein paar Sorgen, da mein Montagsmaschinchen zwei Risse an der Gabel aufwies. Es scheinen Lackschäden zu sein (schon wieder!). Kurz vorm Schwimmstart unterhielt ich mich mit sehr vielen Athleten – alle waren aufgeregt und gleichzeitig heilfroh einfach nur bei der WM dabei sein zu dürfen. Der Start verlief unspektakulär und ich freute mich ohne Geprügel weggekommen zu sein. Nach dem ersten Drittel wurde es eng im Wasser. Meine Welle „die Schwarzkappen“ liefen auf langsame der „Goldwelle“ auf und diese Männer verhielten sich leider nicht wie Gentleman. Da die Schwarzkappen die erste Frauenwelle war, durfte ich mich nun durch harte Ellenbogen zum Schwimmaustieg kämpfen. Ich schaffte sogar einen neue persönliche Bestzeit von 30 min. Der Wechsel lief genau wie geplant ohne Hindernisse und ich durfte zu  meiner Lieblingsdisziplin wechseln. Ich freute mich auf den Berg! Alles taktisch geplant! Und es ging auch auf. Bergab war einfach nur „geil“! Wenn dort Fotographen gestanden hätten, hätte mein breites Grinsen deren Linsen platzen lassen. Wer bremst, verliert :P

Das letzte Drittel bedeutete dann mein Aus und der Mann mit dem Hammer kam. Tja, was nun? DNF is no option! – sagen Athleten. Ich sage: Ich will das Glitzerding am Ende der Strecke haben! ;) Also entschied ich mich für Plan A: Finishen und Spaß. Ich dachte mir, es ist eh egal, ob ich als 30. 50. oder 90+ ins Ziel komme. Bei so hohen Zahlen interessiert der Platz nicht mehr. So versuchte ich mich zum Weitermachen zu motivieren. Den Rest kann sich jeder vorstellen: Essen, Trinken, Quatschen, Lachen und mit den Kids Späßchen treiben.

Ich wurde danach gefühlte 100.000x gefragt woran es lag. Meine Antwort ist immer die gleiche: Ich weiß nicht, warum ich seit zwei Jahren in jedem Hauptwettkampf versage, wo doch das Training sehr gut läuft. Ich weiß aber, dass es so keinen Sinn und keinen Spaß macht und ich meine Trainingsaufzeichnungen der letzten Jahre analysieren werde, denn es war ja mal anders.

Trotzdem ist dieser Wettkampf für Bergnarren einfach nur zu empfehlen. Tolle Organisation und super Stimmungsnester um die gesamte Strecke sind garantiert und alle „Einheimischen“ helfen beherzt mit Gartenschlauch und Motivation mit.

 

Rennbericht Manu:

Ich startete in der 4. letzten Startwelle. Also war schon klar, es werden einen Menge Athleten auf der Strecke sein. Mein Schwimmstart verlief zu meiner Überraschung reibungslos. Ich habe schnell meinen Rhythmus gefunden allerdings auch relativ schnell andersfarbige Badekappen andere Startgruppen getroffen. Nach bissl Slalomschwimmen krabbelte als 27. nach 31min aus dem Wasser. Das lief schon mal gut! Nach dem ich den längsten Wechselgarten der Welt passiert hatte, ging es ab aufs Rad. Durch die vielen Athleten auf der Strecke musste man sich ganz schön konzentrieren die Draftingregeln einzuhalten und auch oft Geschwindigkeit rausnehmen. Den langen Anstieg über 15km meisterte ich recht gut. Es hat mich niemand überholt und das Bergritzel machte sich auf dem letzten 3km Anstieg über 15% gut. Dann folgte meine Teilstrecke, die mich mindestens eine schlaflose Nacht gekostet hatte – die Abfahrt. Ich will das hier jetzt nicht ausführen. Wer schon mal mit mir Rad gefahren ist, kann sich das gerne bildlich vorstellen. Nur so viel, ich bin unten angekommen!!!! Im Gegensatz zu vielen anderen, die am Straßenrand Ihre Schläuche flickten oder am Ende der Abfahrt am Bike Service zu Hauf standen. Ich hatte also irgendwie alles richtig gemacht. Auf dem letzten Stück hatte ich mit meiner nächsten „Spezialität“ zu tun: viele Kurven und Richtungswechsel. Egal! Immerhin hatte ich mich auf Platz 16 verbessert!

Alle Hoffnung legte ich nun ins Laufen, das kann ich ja eigentlich ganz gut. Jedoch war auch hier wieder die Strecke viel zu voll für tolle Zeiten, die Verpflegungsstände überfüllt, am Boden Massen an Schwämmen und Plastebechern, das war wirklich Wahnsinn. Und wer denkt die Laufstrecke am Zeller See und in der Zeller Innenstadt ist flach, der hat sich getäuscht. Einfach war die nicht zu Laufen. Weit entfernt von meiner anvisierten Laufzeit bin ich dann doch noch in die Top Ten  gerutscht. Yeah! 10. Beste der Welt! Jetzt heißt es volle Kraft nochmal für meine Hawaii Vorbereitung. Die letzten Wochen laufen.

 

Grüz di

Jana und Manu

 

Ergebnisse im Überblick:

 

Holm Große: 9. Platz AK 50-54

Manu Süß: 10. Platz AK 35-39

Nico Pietsch: 56. Platz AK 30-34

Jana Clement: 75. Platz AK 30-34

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