Triathlonverein Dresden e.V.

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IRONMAN 70.3 Pays d'Aix

Da wir keine Winterurlauber sind, sondern gerne mit dem Wohnwagen verreisen und die Reisen mit Wettkämpfen verbinden, musste ein früher Triathlon her um die Urlaubslücke nicht zu groß werden zu lassen.

Hier hatte sich der IRONMAN 70.3 Pays d'Aix in Aix en Provence (gesprochen Ägs) angeboten. Dies ist der erste große Mitteldistanz-Triathlon der Saison in Europa. Da er bereits Anfang Mai stattfindet und somit knapp 1 Monat früher als in unseren Breiten, musste der Trainingsplan entsprechend angepasst werden. Das Training für die Wettkampfstrecke ging bereits ziemlich früh los, da ich ein Videoaufzeichnung der Radstrecke bei YouTube gefunden hatte. Diesen habe ich auf DVD gebannt und dann im Athletikraum des Vereins mehrmals abgefahren.

Unseren Urlaub haben wir um den Wettkampf gestrickt, also 1 Woche vorher anreisen und vorbereiten, anschließend 1 Woche ausspannen. Als Campingplatz haben wir Arc en Ciel ausgwählt, ein hübscher kleiner Platz direkt am Stadtrand von Aix. Der Clou daran, er verfügt über ein 25m-Schwimmbecken. Die Anreise erstreckte sich über 1.600 km und hat mit Zwischenübernachtung fast 24 Stunden gedauert. Dort angekommen haben wir dann alles aufgebaut und die Abendsonne genossen. Der Folgetag war dann leider sehr verregnet, so dass wir ihn mit Lesen verbringen mussten. Aber anschließend war das Wetter absolut traumhaft, viel Sonne und angenehme Temperaturen bis 28 Grad.

Als das Wetter wieder schön war, ging es an die Erkundung der Radstrecke. Da es sich hier um einen Wettkampf mit 2 Wechselzone handelte, mein 1. dieser Art, lag der Start der Radstrecke etwa 20 km außerhalb der Stadt. Also gemütlich hingeradelt und dann die gesamte Strecke abgefahren. Diese kam mir aufgrund des Videos schon größtenteils bekannt vor. Mir kam es vor allem auf die Anstiege an, da die Strecke insgesamt 1.100 hm aufweist. Diese verteilten sich hauptsächlich auf einen längen Anstieg mit mäßiger Steigung im 1. Drittel der Strecke und einen knackigen 3,8 km Anstieg im 2. Drittel, der stellenweise bis 14% aufwies. Diesen bin ich in der Vorbereitung, also ein paar Tage später, nochmal gefahren um ihm den Schrecken zu nehmen.

In den Folgetagen haben wir dann noch die Schwimmstrecke besichtigt, auch um zu prüfen ob der Neo in Ordnung ist und ich habe einige Runden laufend in Aix gedreht. Am Freitag vor dem Wettkampf, welcher am Sonntag stattfand, habe ich dann die Startunterlagen abgeholt und das Athletenbriefing mitgemacht. Da dies mein 2. IRONMAN 70.3 war (aber der 1. im Ausland), gab es hier keine Überraschungen, Beutelfarben und Prozedere waren diesselben, natürlich abgesehen von den 2 Wechselzonen. Am Samstag ging es dann mit Bus-Shuttle und Rad zur 1. WZ um alles vorzubereiten. Zurück in Aix dann noch den 2. Wechselbeutel abgegeben und zurück zum Campingplatz zum finalen Ausruhen vor dem Sturm.

Aufstehen war dann um 4 Uhr angesagt, so früh weil der Bus-Shuttle bereits 05:30 Uhr fuhr, und Start war um 08:05 Uhr. In der Startzone nochmal das Rad überprüft, mit Nahrungsmitteln vollgestopft, die Laufwege nochmal abgegangen und dann den Sonnenaufgang genossen. 45 Minuten vor dem Start habe ich mich dann in den Neo gezwängt und bin zum Startbereich um mich einzuschwimmen. Dann ging es auch schon in die Startboxen, gestartet wurde in mehreren Wellen.

Startschuss für mich war dann 08:05 Uhr. Diesmal habe ich mich direkt in die Mitte des Pulks gestellt, so dass ich nach dem Startschuss den ersten Teil der Schwimmstrecke mitten im Gewühle wie eine Ölsardine gekämpft habe. Das war neu für mich aber ich konnte zum Glück ohne Panik damit umgehen. Als es dann etwas freier wurde, lies es sich entspannter schwimmen. Leider hatte ich neben mir jemanden, der offenbar keinen guten Orientierungssinn hatte und ständig in meine Richtung abgedriftet ist. Bald waren auch die Ausläufer der vorangegangen Startwellen eingeholt und nach ca. 33 Minuten konnte ich dem Wasser entsteigen.

Die Laufstrecke zur Wechselzone gestaltete sich mit 500 m recht lang. Der Wechsel selbst lief dann relativ problemlos, Beutel schnell gefunden, Helm und Brille auf, Neo rein und ab zum Rad. Dieses auch ohne Verlaufen angepackt und raus auf die Strecke. Die 1.20 km ging es relativ flach einen Kanal entlang und langsam in die Berge. Ab Km 20 kam dann der 1. lange Anstieg, an dem viele der vorangegangen Wellen gekämpft haben. Danach folgten 50 km, die immer wieder mit kleinen Anstiegen gespickt waren, anschließend dann der Hammeranstieg über 3,8 km, der eine ordentliche Qual wurde, aber den ich trotzdem gut gemeistert habe. Damit war der gröbste Teil vorbei.

Die Windsituation auf der Radstrecke war beim Wettkampf zum Glück recht ruhig, nicht wie bei den Trainingsfahrten, bei denen es ordentlich gestürmt hatte. Auch mit der Verpflegung hat es auf der Radstrecke diesmal gut geklappt, da ich die Riegel bereits vor dem Start halbiert und angeschnitten hatte. Das musste ich vom IRONMAN 70.3 Rügen lernen, wo ich mich noch auf die Streckenverpflegung verlassen wollte und die Powerbar-Riegel unterwegs eigentlich überhaupt nicht zu öffnen waren.

Nach der Radankunft mit einer Zeit von etwa 2h:45min in Aix ging es noch ein bisschen kreuz und quer durch die Stadt zur 2. Wechselzone. Hier wurden die Räder von Helfern angenommen und dann nach Ankunftsreihenfolge aufgehängt. Das wurde dann bei der Radabholung noch schwierig, da man mitten im Wettkampf sich nicht unbedingt merkt, an welcher Stelle man ungefähr reingekommen ist. Nach der Radabgabe den 2. Beutel geschnappt, auch diesmal schnell gefunden, die Sachen gewechselt und dann ging es auch schon auf die Laufstrecke.

Gelaufen wurden 4 Runden a 5,x km durch die Altstadt von Aix. Der Kurs führte durch viele enge Gassen und einige Parks und dann auf den zentralen Kreisverkehr, der am Ende auch das Ziel markierte. Inzwischen war es auch schon recht heiß geworden, so dass ich ordentlich ins Schwitzen kam. Hier hat auch nicht geholfen, dass auch der Laufkurs einige Höhenmeter zu bieten hatte. Das Laufen war auch wieder die schwächste Disziplin, so dass ich hier auch wieder ein paar Plätze lassen musste, die ich auf der Radstrecke noch gut gemacht hatte. Aber ich wollte es dann auch nicht mehr darauf anlegen, sondern lieber die Bombenstimmung und die schöne Altstadt genießen.

Nach 05h:14min, als 56. AK, habe ich dann geschafft aber glücklich das Ziel erreicht. Es war auf jeden Fall eine Hammer-Veranstaltung die irre viel Spaß gemacht hat, also absolut zu empfehlen.

Die Folgetage habe ich dann mit leichten Regenerationseinheiten und mit Ausflügen zusammen mit Sophia verbracht, bevor es dann wieder nach Hause ging.

Sportliche Grüße,
Silvio Glöckner

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