Triathlonverein Dresden e.V.

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1. Triathlon Bundesliga und DM Team-Relay in Berlin

Spannung liegt in der Luft, die Sonne scheint und der Startschuss für das erste große Triathlon-Rennen des Jahres steht unmittelbar bevor. Alle Mannschaften stehen aufgereiht neben dem 50 m Becken, in dem gleich die ersten Meter im Renntempo bestritten werden. Soweit das Auge reicht, sind durchtrainierte Athletinnen und Athleten in ihren farbenfrohen Einteilern zu sehen.

Drei eines jeden Teams werden erst später ins kühle Nass springen, doch für eine von Ihnen wird es jetzt ernst. Es ist Donnerstag, der 03. Juni 2021 um 15:37 Uhr. Zum ersten Mal in der Geschichte des Triathlonsports werden Deutsche Meisterschaften im Mixed-Relay ausgetragen. Zwei Sportlerinnen und zwei Sportler werden nacheinander einen Supersprinttriathlon über 250 m Schwimmen, 5 km Radfahren und 1,5 km Laufen absolvieren. Mittendrin wir - das Team von der SG Dresdner Spitzen Tri Team / Erfurt.

„On your marks“ … „Platsch“ … „Määäp“. Ein Frühstart eines roten Anzugs, das wird doch wohl nicht – nein, es war Buschhütten! 16 Damen sind im Becken des Forumschwimmbads im Olympiapark und kraulen durchs 26 °C warme Wasser. Mit dabei Pauline Feußner, die ihr erstes Rennen für uns absolviert und im Feld, das mit den besten Triathletinnen Deutschlands gespickt ist, sauber mitschwimmt. Schnell zu sein und gleichzeitig die Ruhe zu bewahren, sodass jeder Handgriff sitzt – das ist die Herausforderung bei derartig kurzen Streckenlängen. Auf dem Rad geht die Post selbstverständlich direkt ordentlich ab und Pauline will gemeinsam in der Gruppe fahren. Leider gelingt an diesem Tag der Einstieg in den Radschuh nicht so wie gewünscht und die Gruppe enteilt.

Nach dem Abklatschen geht es auf dem 14. Platz für unseren jüngsten Starter Finn Eschler auf die Strecke. Er darf sich u.a. mit Olympiastarter Jonas Schomburg duellieren – keine leichte Aufgabe! Trotz seiner erst 16 Jahre, einer gehörigen Portion Respekt vor der Konkurrenz und Aufregung vor dem Start liefert Finn ab. Er holt in allen drei Disziplinen alles aus sich heraus und übergibt das Zepter nach 17:29 min als 13. an Sophie Gießmann.

Mittlerweile hat sich das Feld stark auseinandergezogen, sodass zwischen nahezu allen Teams größere Abstände liegen. Durch eine starke Performance gelingt es Sophie dennoch einen weiteren Platz gutzumachen und an Position 12 an mich (Björn Scheibner) zu übergeben.

Am Beckenrand stehend sehe ich zu wie nacheinander ein Team nach dem nächsten an seinen letzten Starter übergibt und ihn auf die Reise schickt. Als Sophie dann um die Ecke in Richtung Becken rannte, war mir bereits klar, dass es sehr schwer wird, noch weiter nach vorne zu kommen. Die Jungs neben mir, mit denen ich mich soeben noch kurz unterhalten hatte, wollte ich jedoch frühestens im Ziel wiedersehen. Mit durchweg guten Leistungen in den drei Disziplinen gelang es mir den 12. Platz ins Ziel zu bringen. Ein Ergebnis, mit dem wir durchaus zufrieden sein können und es auch sind. Mit einem der jüngsten Teams haben wir unsere Möglichkeiten voll ausgeschöpft und freuen uns auf hoffentlich viele weitere Rennen dieses Formats. Triathlon als Staffel ist super spannend und für eine Mannschaft eine wirklich geniale Sache. Man kann sich untereinander anfeuern, unterstützen und gemeinsam den Sport erleben – was will man mehr!?

"Aero" Björn Scheibner

Setzen wir einen Haken hinter die Mixed-Relay DM, denn es geht am Samstag direkt weiter mit dem nächsten Highlight: der Deutschen Meisterschaft auf der Sprintdistanz im Rahmen der 1. Bundesliga bei den Damen. Doch erst einmal muss Sophie Gießmann ihren Zug bekommen, denn am morgigen Freitag schreibt sie 5 h Geschichtsabitur. Vier Sportler allein reichen im Übrigen nicht aus, um die Teilnahme an einem solchen Event zu ermöglichen. Neben dem Wettkampf gilt es bei der Teamleitersitzung vertreten zu sein, Laufräder im Pit-Stop zu deponieren und einen Überblick über alle Termine wie Schnelltest, Check-In und Line-Up zu haben. Damit sich die Sportler bestmöglich auf ihren Teil konzentrieren können, waren mit Sophie und Simeon Schumann, Sebastian Müller-Heyder drei tatkräftige Helfer zur Stelle, die großartige Unterstützung geboten haben. Auch sie sind maßgeblich daran beteiligt, dass alles reibungslos funktioniert hat. Eine kleine Randnotiz: Sophie Schumann's Rad durfte sich auch über einen Einsatz freuen, denn beim Team aus Viernheim war kurz vor dem Rennen das Schaltauge eines Fahrrads gebrochen.

Die wenige freie Zeit, die uns am Freitag blieb, nutzten alle ein wenig anders. Von Training, über Anreise, Streckenbesichtigung, Radservice, Teamleitersitzung bis hin zum Abiturschreiben war alles dabei. Im Laufe des Tages waren auch unsere zwei weiteren Sophies – Fischer und Lingelbach – mit von der Partie. Nach einem gemeinsamen Abendessen in der Ferienwohnung wurden die Wettkampfdetails für das bevorstehende Rennen besprochen. Danach ging es ins Nest, um am nächsten Morgen zeitig aufzustehen. Den Wecker übernahm in diesem Fall überraschend der Fernseher, der pünktlich um 05:00 Uhr anging und uns mit Bildungsfernsehen in den Tag starten ließ. Ein wenig genervt wälzten sich alle in ihrem Bett hin und her, vermutete doch jeder, dass ein anderer das Gerät eingeschaltet hätte. Glücklicherweise mussten wir jedoch tatsächlich schon kurz darauf aufstehen und uns abfahrtbereit machen.


06:30 Uhr startete die Reisegruppe von der Ferienwohnung in Richtung Olympiapark. Als erstes wartete dort, wie jeden Tag, ein Schnelltest auf uns. Nachdem das Ergebnis bekannt und glücklicherweise negativ war, ging es für die Damen zum Check-In in Wechselzone 2. Dort wurden die Laufschuhe deponiert und die Wettkampfstrecke ein letztes Mal begutachtet. Währenddessen konnten Finn und ich, die heute als helfende Hände für Damenmannschaft unterwegs waren, ein wenig über das Triathlonequipment fachsimpeln. Gerade als die Damen zurück zum Parkplatz kamen, wurden wir um Hilfe gefragt. Ein Tubeless-Reifen einer Würzburger Athletin pfiff auf dem letzten Loch und die Dichtmilch wollte ihren Job nicht ordnungsgemäß verrichten. Schön, dass wir gerade noch darüber philosophiert hatten. Kurzerhand versuchten wir gemeinsam das Problem zu beheben und konnten mit vereinten Kräften + Schlauch mit langem Ventil wieder leben in das Hinterrad bringen. Noch nie habe ich eine derartig widerspenstige Reifen/Felgen-Kombination erlebt – der Wahnsinn!

Noch immer ist es früh am Morgen. Leicht verspätete aber mit ausreichend Puffer geht es um 08:05 Uhr los in Richtung Wannsee. Auf unserer Fahrt können wir die gesamte Radstrecke sehen, denn wir fahren eben diese in verkehrter Richtung ab. Angekommen geht es sofort ans Ausladen und Zusammenbauen der Fahrräder, bevor diese in die 1. Wechselzone eingecheckt werden können. Nun kann jeder seine gewohnte Vorstartroutine absolvieren und sich warmmachen. Bei ca. 18°C Wassertemperatur wird mit Neo geschwommen. Die einen freuts, die anderen nicht. Es sind noch 10 min bis zum Start und die Anspannung steigt. Alle sind heiß aufs Rennen, wissen aber auch was für eine intensive Belastung auf sie wartet. Das Wetter ist sommerlich, die Sonne scheint. Das wird spätestens auf der Laufstrecke ohne Verpflegungsstation hart. Doch erst einmal geht es ins Wasser.

Der Start in den Wannsee ist außergewöhnlich, denn man kann etwa 50 m durchs Wasser laufen bis es tiefer wird. Die Vorstart-Musik geht aus, es herrscht absolute Stille. Was eine Stimmung! Der Startschuss erfolgt und etwa 60 Damen rennen los. Bereits nach gut 20 m kommt Sophie Gießmann ins Straucheln und fällt ins Wasser. Zum Schwimmen ist es an dieser Stelle noch viel zu flach. Unbeeindruckt steht sie umgehend wieder auf und läuft weiter. Das Schwimmen ist nun im Gange. Für die Damen heißt es gut in den Rhythmus finden, Gerangel weitestgehend vermeiden und gut durch die 1. Disziplin zu kommen.

Das Niveau ist hoch und dennoch ist das Feld bereits auseinandergezogen. Pauline Feußner kommt weit vorne aus dem Wasser und kann sich problemlos in der zweiten Radgruppe einordnen. Dahinter wird es schon schwieriger. Durch einen guten Wechsel schafft es Sophie Gießmann ebenfalls in die zweite Gruppe zu kommen, in der gut 25 Athletinnen dabei sind. Dahinter liegt Anna Heyder in einer kleineren dritten Gruppe. Pauline Kühne erwischt leider kein gutes Schwimmen und kommt am Ende des Feldes aus dem Wasser. Mit einer starken Radleistung und einzelnen Mitstreitern ist ein Aufschließen jedoch grundsätzlich möglich. Die Radstrecke durch den Grunewald ist schnell und abwechslungsreich. Auch für Finn und mich geht jetzt die Post ab. Wir verladen schnell alle Taschen ins Auto und machen uns ebenfalls auf den Weg in Richtung Olympiastadion, um pünktlich zum Laufen an der Strecke zu stehen.

 

Sophie Gießman drückt 8000 Watt

Sturz in T2 von Pauline Feußner

Anna Heyder im Ziel

Wenig überraschend kommen die Damen in ihren Radgruppen an und Wechseln auf die letzte Disziplin. Eine Ausnahme gibt es jedoch, Pauline Kühne fehlt. Somit sind nur noch drei Damen im Rennen, die nun auch alle für die Teamwertung zählen. Jetzt heißt es, um jeden Platz zu kämpfen! Die ersten richtig warmen Tage des Jahres und die fehlende Abkühlung sind für viele Athletinnen eine zusätzliche Herausforderung. Während Sophie Gießmann mit einem starken Lauf ihre Platzierung behaupten kann, fallen Pauline Feußner und Anna Heyder etwas zurück. Am Ende stehen die Platzierungen 39 (Sophie), 43 (Pauline) und 48 (Anna) fest. Damit gelingt es den Damen einen soliden 12. Platz in der Teamwertung zu erzielen. Auch Pauline Kühne hat alles gegeben, diesmal jedoch am Streckenrand. Während des Radfahrens lag eine Athletin neben ihrem Fahrrad auf dem Boden. Geistesgegenwärtig hielt Pauline an, leistete erste Hilfe und wartete, bis ein Rettungswagen zur Stelle war. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Handeln und wünsche Jedem in einer solchen Situation einen so selbstlos handelnden Ersthelfer.

The Reds in Berlin

Die drei Tage in Berlin hinterlassen bei mir durchweg positive Erinnerungen. Wir hatten eine unheimlich tolle Zeit als Team, waren auf und neben der Strecke stets gemeinsam unterwegs und durften unseren geliebten Sport wieder unter Wettkampfbedingungen ausüben. Was uns in Berlin geboten wurde, war einfach spitzenmäßig. Mir persönlich ist in diesen Tagen erst wieder deutlich geworden, weshalb ich so sehr für den Sport brenne. Danke Berlin, danke Triathlonbundesliga und danke an die Finals. Wir kommen sehr gerne wieder!

Ein großer Dank gilt an dieser Stelle auch all unseren Unterstützern, die uns materiell und/oder finanziell zur Seite stehen und damit erst die Teilnahme an der Bundesliga möglich machen. Ohne euch euch wären wir nicht dort, wo wir aktuell sind.

 

Sportliche Grüße

Björn

Radtraining

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