Triathlonverein Dresden e.V.

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Jochen und Manu bei der Ironman European Championship Frankfurt 2022

Die Ironman Europameisterschaft in Frankfurt ist schon fast eine Woche her und wir waren mittendrin! Jochen Ubbelohde finisht in #sub10 und mit einem Hawaiislot, den er aber nicht annahm. Manu Süß wird Europameisterin in ihrer AK. Den Hawaiislot hatte sie schon vorher in der Tasche! Herzlichen Glückwunsch 🏆 Hier könnt ihr lesen, wie es Jochen und Manu im rennen ergangen ist!

Jochen´s Bericht:  Meine erste Langdistanz beim IRONMAN Frankfurt

Ein wahnsinns Erlebnis liegt hinter mir und meinen drei Mitstreitern des TV Dresden (Manuela Süss, Prof. Jochen Schmitt und Michel Trepte). Wir haben an einem der größten Sportevents in Deutschland teilgenommen, uns durch den Tag gequält mit allen Höhen und Tiefen und alle das Ziel erreicht.

Für mich war es die erste Langdistanz und ich war überglücklich auf dem Römerberg von dieser Kulisse empfangen zu werden. Eigentlich war ich schon dankbar und zufrieden gesund an den Start gehen zu können. Denn in meinem Alter ist es nicht selbstverständlich nach harten Trainingsmonaten, ohne Verletzungen und Krankheit am Start zu stehen und dass mir das gelungen ist, ist auch ein großer Verdienst meines Trainers Marco Kühne.

So ging es also nach den umfangreichen Logistikvorbereitungen der Vortage (zwei Wechselzonen, 3200 Starter) endlich am Langener Waldsee an den Start. Eine magische Atmosphäre in den frühen Morgenstunden im Bewusstsein, dass es noch ein langer Tag wird. Das Schwimmen lief schon mal gut. Ich konnte dem großen Gewühle entgehen und kam nach 56 min wieder an Land und wurde vom begeisterten Publikum begrüßt. Jetzt folgte meine wackeligste Disziplin: das Radfahren. Die Strecke mit 1600 HM durchaus anspruchsvoll, war professionell abgesperrt und führte uns über zwei Runden mit insgesamt 183 km ins Umland von Frankfurt. Mitreißend die Ortsdurchfahrt in Hochstadt, die aufgrund des fiesen Kopfsteinpflasters „The Hell“ genannt wird. Auch auf dem Rad konnte ich meine Vorgaben ganz gut umsetzen. Erst nach 150 km hatte ich Probleme, meine Sitzposition zu halten und der Nacken wurde zunehmend fester. In der Vorfreude den Helm absetzen zu dürfen, rollte ich in die Wechselzone und es ging auf die Laufstrecke. So viele Zuschauer wie hier durfte ich in meiner Karriere als Sportler noch nicht erleben und es war berauschend.

Weniger berauschend war, dass ich sehr schnell durch die Versuche mich zu kühlen und mir Wasser über den Kopf zu schütten, auch nasse Schuhe bekam. Natürlich hatte ich versucht, dies zu vermeiden, um keine Blasen zu bekommen. Aber Kühlung war bei 28 Grad Sommerwetter wichtiger und so kam es wie es kommen mußte: ab km 5 hatte ich Blasen unter meinem rechten Fuß. Als ich dies meinem aufopferungsvoll am Streckenrand anfeuernden Trainer Marco mitteilte, rief er mir zu: „Das macht nichts, das geht schon. Einfach weiterlaufen.“ Stimmt, so geht Langdistanz…. Einfach weiterlaufen: es wurde zwar immer langsamer, aber ich bin durchgelaufen und kam nach 9 Stunden und 57 Minuten ins Ziel. Für die Hawaiiqualifikation hätte es sogar auch gereicht, da die Slots dieses Jahr aufgestockt wurden, aber das hebe ich mir dann mal für die nächsten Jahre auf.

Es war eine große Herausforderung Training, Familie und Beruf unter eine Hut zu bringen, es überhaupt gesund an die Startlinie zu schaffen und allen logistischen Ansprüchen eines solchen Events gerecht zu werden und es gab auch Momente, die mich haben Zweifeln lassen. Es bleiben jedoch Eindrücke und Erinnerungen, die mich mein ganzes Leben begleiten werden und Lust machen, sich wieder neuen Herausforderungen zu stellen.

Manu´s Bericht: Das Lächeln im Ziel war hart verdient.

Ich wusste, ich stehe nicht 100% fit an der Startlinie. Die Vorbereitung war mit Stolpersteinen verbunden. Vor 2 Wochen hatte mich ein Magen-Infekt ausgebremst. Ich entschied mich sehr kurzfristig zu starten. Schließlich war es die Europameisterschaft & ich wollte mir nach dem African-Champion-Trikot nun auch das European-Champion-Trikot verdienen. Nicht zuletzt wollte ich vor Hawaii ein Rennen zur Standortbestimmung. Noch bei keinem Rennen hatte ich im Vorfeld so mit mir gehadert. Nun aber der Reihe nach.

Es begann mit einem super Schwimmen - 1:02h und 1. AK. So schnell war ich noch nie! Auch das Radfahren fühlte sich super an. Nach 140km hatte ich plötzlich mit Übelkeit zu kämpfen. Kurze Zeit später musste ich mich übergeben. Ab da hat mein Magen nicht mehr kooperiert. Die Energy kam nicht mehr da an, wo sie soll. Es fehlte an Power auf den letzten Km. Innerlich hatte ich mit dem Rennen abgeschlossen. Es soll heute einfach nicht sein, die Vorbereitung war holprig & die letzten 2 Wochen haben nicht zu Selbstbewusstsein beigetragen. Ich wollte mein Rad in die Wechselzone schieben & das Rennen beenden.

Die Abläufe in der Wechselzone liefen automatisiert - Rad einhängen, Wechselbeutel schnappen, Umziehen und Schwups befindest du dich im Hexenkessel am Frankfurter Mainkai. Also bin ich erstmal losgelaufen.

Hier entschied mein Kopf am heutigen Tag NICHT aufzugeben. Ich wusste ehrlich NIE, ob ich den nächsten Km überstehe. Der Kopf hat gesagt, du hörst erst auf, wenn der Körper streikt. So habe ich mich Km für Km vorangetrieben. Mein 20min-Vorsprung nach dem Rad schmolz bis km 35 auf 4min. Ohne meinen lieben Mann, der mir hier einen Arschtritt verpasste, hätte ich den Sieg noch aus der Hand gegeben. So oft habe ich es mir schon bewiesen, dass ich mit der zweiten Luft Berge versetzen kann. So war es auch diesmal wieder. Die letzten 7 km habe ich mich gepusht & den Vorsprung über die Ziellinie gebracht. Einfach nur HAPPY über den Titel.

 

Ergebnisse im Überblick:

Sebastian Guhr: 9:23h, 21. Pro, 89. Gesamt

Jochen Ubbelohde: 9:57h, 22. AK, 235. Gesamt

Jochen Schmitt: 10:05h, 27. AK, 276. Gesamt

Manu Süß: 10:20h, 1. AK, 14. Gesamt

Michael Trepte: 10:26h, 86. AK, 416. Gesamt

Michael Ott: 11:06h, 117. AK, 750. Gesamt

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