Triathlonverein Dresden e.V.

Roland und ich hatten uns für dieses Jahr den IRONMAN France in Nizza zur Wiederauflage gewünscht.


Leider verlief bereits die Anmeldung kurz vor Weihnachten 2017 holprig.
Als Rolands Anmeldung online abgeschlossen war, so war auch die Anmeldung komplett geschlossen. Zunächst großer Schreck…abwarten und überlegen. Einige Stunden später Protokoll auf Facebook: „Überraschung! IM France ist ausgebucht. Die letzten drei Startplätze haben X, Y und Roland!“ Er hatte wirklich den allerletzten Startplatz erwischt.
Was nun? Wohin man schreibt, keine Antwort. Ein Tipp aus dem Bekanntenkreis…über NIRVANA zu buchen (ein Reiseunternehmen, die über ein eigenes kleines Kontingent von Startplätzen verfügt). Das ging gut. Über den Preis darf man nicht nachdenken.
Die Vorbereitungszeit verlief für uns gut…kein Unfall oder Krankheit.
Wir reisten mit Zelt eine knappe Woche vor dem Wettkampftermin an. Ruhe und Entspannung waren für uns wichtig.

2011 standen wir schon einmal in Nizza an der Startlinie. Damals gab es einfach kein Briefing. Dies erledigte ein großes Hinweisschild. Simpel: Zwei Runden mit Landgang im Meer schwimmen, eine große Runde Radeln und danach 4 Runden laufen. Ich meinte, damals vor dem Schwimmstart eine gewisse Achtung, Respekt vor Strecke von meinen Nachbarn zu spüren. Heute: ganz anders. Nach dem Briefing musste ich mir eingestehen, dass ich mich doch sehr durch die Gewicht- und Figur-Getrimmten beeindrucken lassen hab.

 

Der Tag „X“: Der Schwimmstart als rollender Start war angenehm. Die Strecke war aus einer großen und einer etwas kleineren Schleife, ohne Landgang, geformt worden. Den Steinstrand musste man jetzt weniger betreten. Das Radeln verlief gut. Im Vergleich zu 2011 hatte sich Einiges geändert: normal ist es wohl geworden, dass bei den langen, nicht sehr steilen Auffahrten sich ganze Gruppen fanden und sich munter unterhielten…bei dem Platz, wo persönliche Dinge hinterlegt werden konnten (special needs), wurde erst mal mit dem ausgepackten Brötchen Pause gemacht…ebenso war ein „Personaltrainer“, ein Vater, der seine Tochter begleitet hatte, unterwegs.
In Nizza wieder angekommen, zufrieden mit der Zeit, startete ich zum Lauf.
Der für den Nachmittag angekündigte Regen kündigte sich mit einer dunklen Wolkenfront am Horizont an. Was mich freute…denn ich bin kein guter Läufer bei hohen Temperaturen.
Ich lief ein Tempo, das möglich war. Ein schönes Ziel wäre, einen AK-Platz 2 oder 3 zu bekommen. Alternativ: Frieden mit mir und gesund ankommen. So war es auch beinahe. Platz 4 der AK 55. Leider. 2 min bis zum Platz 3. Ein persönlicher Supporter hätte mich hier, trotz des rollenden Schwimmstarts, dirigieren können. Auf den letzten 10 km hätte ich die Zeitdifferenz evtl. aufholen können.
Roland finishte solide und mit sich zufrieden vor mir.
Mit der Erinnerung an den heißen IM in Klagenfurt, kippte ich, am Zelt angekommen, mit einer Ladung Quark im Bauch einfach auf den Schlafsack und konnte gut schlafen.
Die kleine Feier der Slot-Verleihung am nächsten Tag, noch nie so etwas miterlebt, wollten wir uns mal ansehen.
Rolands Bruder Albrecht ermunterte uns zusätzlich, unbedingt dorthin zu gehen…„man weiß ja nie…“
Es wurde mit den Schwächsten begonnen: Frauen, AK60. AK55: 1. Frau: rief „nein“; 2. Frau: hatte bereits einen Slot; 3. Frau: war nicht anwesend, der Name wurde dreimal aufgerufen; ich kramte nach meinem Personalausweis…zwangsläufig kommt jetzt Platz 4: ich habe „ja“ gerufen!
Glück gehabt!
Sehr wohl ist mir bewusst, dass ich mich mit einer Zeit von 14:09 zwischen der Erstplatzierten der AK 50, mit 10:31h und der ersten Frau der AK 60 mit 11:35 ganz schön abhebe.

Martin Koch erfuhr zuerst über die Slot-Verleihung. Vielen Dank für die großen Trainingspakete in den letzten Monaten und die Toleranz, mich einfach machen zu lassen…mit der Hoffnung, dass alles gut wird.
Nun war erst einmal Pause angesagt, sacken lassen, verdauen…

Am Schluss ist noch zu erwähnen, dass zur Siegerehrung eine Schweigeminute für einen tödlich Verunglückten eingelegt wurde. Beklommenheit und Nachdenklichkeit machen sich kurz breit. Was würde wohl meine Schwester zu dem Slot sagen, die spontan Anfang der 90er an einem Volkstriathlon um Hamburg teilgenommen hatte und nicht einmal 30 Jahre alt werden durfte?

Sportliche Grüße, Antje

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