Triathlonverein Dresden e.V.

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... oder KNAPPENMAN?

Mitte August kamen Roland und ich (Antje Herrmann, Anm. d. Red.) aus Südfrankreich, Embrun wieder.

Wir hatten dort an einer Landdistanz teilgenommen. Roland finnishte diesen schweren Wettkampf solide. Jedoch ich brach den Wettkampf bei dem Laufkilometer 23 leider ab. Die vorhandene Zeit war für mich zu wenig, um die restliche bergige Laufstrecke zu bewältigen.

Was denkt man danach?

1. Das DNF muss korrigiert werden:

Ich starte erneut 2016 beim EmbrunMan. Und hoffe, dass ich noch ein bisschen schneller vor dem Zeitlimit auf dem Col d'Izoard bin und schneller zu meinen Laufschuhe in Embrun gelange und demzufolge auch etwas mehr Zeit für die bergige Laufstrecke zur Verfügung habe.

2. In diesem Jahr sollte noch ein Landdistanz-Finisch her.

Cologne Triathlon Weekend (drei Wochen später) oder SPARKASSEN KNAPPENMAN (zwei Wochen später) waren die möglichen Veranstaltungen. Ich entschied mich wegen dem geringerem Zeitaufwand und der Kosten für den KNAPPENMAN.

Für die genau 14-tägige Pause hieß es jetzt ausruhen, Nährstoffe intensiv essen und ein winziges Tapering in den Alltag einbauen.

Am Freitag vor dem Wettkampf konnte ich mich am Nachmittag aus dem Büroalltag herauskatapultieren und fuhr in die Lausitz. Das Briefing war für mich wichtig, obwohl ich fast jedes Jahr zu einem Wettkampf am KNAPPENMAN teilgenommen hatte. ...die Ruhe des großen Dreiweiberner Sees genießen, Sachen vorbereiten, auf den nachkommenden Roland warten, im Auto schlafen.

Der Wecker war falsch gestellt. Jedoch verhalf mir meine innere Uhr zu einem pünktlichen Aufstehen. Roland lud ich zu einem kleinen Frühstück ein. Nun ging es mit Sack und Pack zum Wechselgarten. Familiär, unkompliziert, sehr entspannt...die sonst übliche Hektik gab es einfach nicht.

Trotz allem – die Uhr im Visier – hatte ich ausreichend Zeit, mich einzuschwimmen.

Kurz vor dem Start sortierte ich meine Gedanken: die Erlebnisse des EmbrunMan müssen jetzt verdrängt werden. Ich will kämpfen. Ich will finishen. Ich will die Medaille. Jedoch wusste ich nicht, ob ich z. B. nach 120 km einbreche. Dieser Wettkampf war für mich ein absoluter Test.

Der dichte Nebel über dem See veranlasste, dass die Bojen gelbe Umhänge bekamen. Sie sahen nett aus und man konnte sie sogar etwas besser erkennen. Beim Schwimmen wackelten gelbe Badekappen und die identisch aussehenden Bojen hielten dafür still. Ich musste nicht allein schwimmen. Schwimmer vor mir wiesen mir zeitweise den Weg. Nach zwei Schwimmrunden war ich mit meiner Zeit zufrieden (1:18).

Der Wechsel war unkompliziert. Auf dem Rad sitzend, freute ich mich über die vielen Helfer, die klatschend Ablenkung und Motivation spendeten. Exzellentes Wetter wartete auf mich. Torsten Pawel winkte freudig von der gegenüberliegenden Seite. Das ist KNAPPENMAN. Nach der ersten Radrunde tönte der Lautsprecher...ich bin auf Platz 2. Das gibt es auch? So etwas hatte ich noch nicht erlebt.

Mir ging es gut und ab zweiter Runde kontrollierte ich die Uhr. Um Kraft zu sparen, war hohe Trittfrequenz Pflicht. Auf Runde drei war ich kurz unaufmerksam und fuhr versehentlich in die seitlich befindliche Wiese. Das Gras war sehr hoch, bremste gut und ich konnte rechtzeitig aus den Pedalen herauskommen. Schwein gehabt, dachte ich. Kein Baum, kein Zaun oder ähnliches war in der Nähe...wieder auf der Straße war die

Kommunikation mit Roland im Zielbereich holprig. Weil wir meist an Wettkämpfen zusammen starten, konnten wir so etwas nie üben. Somit wusste ich keine Zeitabstände zu meinen Nachfolgerinnen. Ab Runde 4 musste ich taktieren. Das Kraftvolumen ließ bemerkenswert nach. Ziel zwei im Auge: die Zeit ist egal. Ich will finishen. Was mich freute, dass ich am Ende der Radstrecke die Zeit von unter 6 h (5:47) halten konnte.

Nun ging es mit müden Beinen auf die Laufstrecke. Ich bin nicht besonders schnell und wusste, dass ich den von Roland mitgeteilten ca. 20 min Vorsprung zu meiner Nachfolgerin auf dem Marathon höchstwahrscheinlich nicht halten konnte. Wolkenloser Himmel – die Sonne meinte es zu gut. Die Temperaturen stiegen höher als erwartet.

Die vorbei rauschenden Halbdistanzler verschafften Ablenkung. Ich joggte von einer Versorgungsstation zur nächsten. Ausreichend Kühlung verschafften die Schwämme. Wasser, Salz und etwas Cola waren neben meinem Kopf die Helfer, um von einer Runde in die nächste zu kommen. Überholt wurde ich von zwei Frauen und damit war ich auf Platz 4. Die Schatten wurden länger. Die Temperaturen wurden angenehmer. Auf der  letzten Runde versuchte ich etwas schneller zu laufen und somit erfüllte mich mir den Wunsch, den Marathon knapp unter 5 Stunden zu beenden. Eine kleine Siegerehrung, extra für mich, 2. Platz der AK, folgte prompt.

Ich freue mich über meine Endzeit von 12.07 und besonders, dass ich gesund angekommen bin. Ziel zwei erreicht und alles ist gut.

Sportliche
Grüße Antje

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