Triathlonverein Dresden e.V.

Mit etwas Verspätung hier nun Daniels Bericht zum Austria-Triathlon In Podersdorf / Österreich.

Nachdem die erste  Saisonhälfte ganz gut gelaufen war, musste noch ein Event für die zweite Hälfte der Saison her und da bot sich Österreichs ältester Triathlon an. Nachdem ich hier im Jahr 2013 eigentlich meine erste Halbdistanz absolvieren wollte, aber aufgrund von Verletzungspech nur die Sprintdistanz antreten konnte, wusste ich, aber hier kommste nochmal her! Gedacht, getan und 3 Jahre später stand ich wieder am Ufer des Neusiedler Sees im Östereichischen Burgenland. Die Anreise mit Familie und zwei Tage vorm Event verlief relativ entspannt und wir kamen pünktlich zum Sonnenuntergang bei ca 25 Grad Celsius am Zielort an. Beim Austria Triathlon sollte man wissen, dass die Strecken eigentlich relativ flach sind, aber wenn der Wind  kommt, kann das schon etwas härter werden, da weder die Radstreckeals noch die Laufstrecke über nennenswerte wind- bzw. sonnengeschützte Bereiche verfügen. 2013 bei meinem ersten Start über die Sprintdistanz  habe ich erlebt, wie der Wind schon im Wasser und dann später an Land ein erbitterter Gegner werden kann. Nicht umsonst ist der Neusiedler See das Surf und Kitezentrum von Östereich. Nun war ich auf alles vorbereitet und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

Am Freitagnachmittag war zunächst aber erst einmal der Nachwuchs an der Reihe und Junior startete beim Kids Aquathlon (350m schwimmen und 3km laufen), was bei sehr sommerlichen Temperaturen vielen jungen Athleten wohl mehr oder weniger Spaß bereitete, da aufgrund übermotivierter Eltern so manches Kind wohl über die Schmerzgrenze gehen musste. Mein Sohn kam als aktiver Fussballer, auch nicht mit ganz so entspannten Gesichtszügen ins Ziel gelaufen. Ja ja, es gibt auch noch anderen Sport der weh tun kann ;) Aber dennoch war die Freude über das Erreichte dann groß und jedes Kind bekam eine Medaille sowie Finisher-Shirt bzw. als Startgeschenk noch eine Notebooktasche!

Aber jetzt zu meinem Start! Der erfolgt in Podersdorf über die Mitteldistanz pünktlich am Samstagmorgen um 7.00 Uhr zusammen mit der Langdistanz. Also pünktlich gegen 5.30 Uhr in die Wechselzone eingerückt und zuerst einmal Blick aufs Wasser, alles ruhig und glatt, kein Wind (was in Podersdorf äußerst selten ist). Man wartete dann gespannt auf das Verkünden der Wassertemperatur bzw. Neoprenanzieherlaubnis und siehe da, was keiner erwartet hatte (zumindest ich nicht): Anzug war gestattet. Da am Vortag noch mit ca.30 Grad Celsius bestes Badewetter herrschte und dem entsprechend auch die gefühlte Wassertemperatur weit über Neopren lag, überlegte ich noch, ob ich das Ding überhaupt mitnehmen sollte.

Noch kurz was geographisches zum Neusiedler See: die maximale Wassertiefe beträgt an der tiefsten Stelle im See 1,50m (!), was ungefähr der des Schloßteichs Moritzburg entspricht, allerdings bei einer Längsausdehnung von 34km und Breite von 14km, also von daher könnte man auch mal länger Luft holen beim Schwimmen bzw. wurden Positionskämpfe an den Wendebojen teilweise im Stehen ausgetragen).

Also Gummirüstung angelegt und zum Start am Podersdorfer Leuchtturm aufgemacht. Im Wasser waren jetzt ca. 2000 Athleten, da wurde es dann langsam schwierig, noch ein ruhigen Startplatz zu finden und deshalb blieb ich einfach in der Mitte des Mobs, der Moderator ließ noch paar Motivationssalven los und verkündete, dass er den See in den 29 Jahren seit der ersten Austragung noch nie so still gesehen hätte. Dann folgte der übliche Countdown und los gings! “Waschmaschine“ war angesagt und ich mittendrin, früher hatte ich bei so etwas immer meine Zweifel, aber mittlerweile mache ich einfach mit. Ich fühlte mich erstaunlich gut zu morgendlicher Stunde im Wasser und das Schwimmen verlief recht gut für mich, bis auf ein oder zwei härtere Körperkontakte. Die Schwimmstrecke ist sehr gut markiert, aller ca. 150m befindet sich eine kleine rote Boje und die Wendebojen sind in der Größe eines riesigen roten Würfels in Hausgröße, was sich auf dem Rückweg Richtung Strand als wichtig erwies, da man geradewegs in den Sonnenaufgang hineinschwamm. Nach einer guten halben Stunde verließ ich das Wasser und war erstaunlicherweise im ersten Drittel der Athleten dabei.

So schwang mich guter Dinge aufs Kampfross. Die Radstrecke führte auf einem Rundkurs kurz durch Podersdorf und dann hinaus durch die endlosen Weinberge oder Weinfelder des österreichischen Burgenlandes auf relativ flachem aber sehr windanfälligem Kurs. Der Wind blieb auf der ersten Hälfte der Radstrecke aus, aber umso mehr bließen die Kampfrichter ins Horn und ich wurde ca. 3 mal ermahnt. Gelbe Karte usw. Es wurde sogar mit sofortiger Disqualifikation gedroht (ich hatte in dritter Reihe außen überholt :-(. Wie gesagt es wird ernst genommen ;-). Nach absolviertem Radpart hieß es dann noch die Laufschuhe schnüren und los ging die wilde Hatz zur Hölle.

Das ist auf der Laufstrecke der prekäre Punkt der zweimal zu durchlaufen war. Mittlerweile waren wohl die Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius angelangt und die Luft fing über dem Asphalt an zu flimmern. Der Rest der Familie vergnügte sich derweil bei bestem Badewetter im nahen Strandbad, während der vermeintliche Herr der Familie daran vorbei hetzte. Die gesamte Laufstrecke bietet keinen Schatten, was wieder hieß: Kühlen, kühlen und nochmals kühlen! Alle Labestationen (österreichisch für Verpflegungspunkt) taten ihr Möglichstes, um jeden Athleten mit frischem Getränk und kaltem Wasser bzw. Schwämmen das Laufen (oder besser das sich Fortbewegen) halbwegs zu erleichtern. Mein Lauf war leider vom ersten bis zum letzten Kilometer ein schwerer, da musste ich dann doch das eine Woche zuvor absolvierte Knappenmanhitzerennen die Schuld geben. Irgendwann hatte dann das Leiden ein Ende und ich erreichte nach 5 Stunden das Ziel, dass sich auf dem „Platz der Radlegenden“ in Podersdorf befindet.

Ich bin ganz zufrieden mit meiner Leistung und vor allem hatte ich es gesund ins Ziel geschafft. Was bleibt als Resumee zu sagen? Ich kann die Veranstaltung auf jeden Fall  empfehlen! Alle Helfer und Streckenposten sind sehr freundlich und hilfsbereit, die Kampfrichter streng ;-) Die Stimmung im Zielbereich und an Teilen der Laufstrecke ist ebenfalls nicht schlecht, die Verpflegung war gut bis sehr gut. Als Startgeschenk gab es ein Strandbag und eine Flasche Wein, Badekappe sowieso und für jeden Finisher noch das obligatorische T-Shirt. Also, wer mal einen gut organisierten Wettkampf sucht, der abseits vom üblichen Ironman- oder Challenge-Marketing ist, mit Bisschen Urlaubsgefühl und guten Wein aus der Region hinterdran, der ist beim Austria Triathlon in Podersdorf richtig gut aufgehoben.

 

 

 

 

 

 

In diesen Sinne und mit sportlichen Grüßen,

Daniel

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